postheadericon Willy meint: Die Entmündigung durch die Ideologie des Finanzkapitalismus beenden

Also manchmal habbe die Leut zur gleiche Zeit die gleiche Theme. Mir hängt zum Beispiel seit Jahren zum Hals eraus, des ich in jeder Nachrichtesendung ewwes vom Dax un den fürchterlichen Verlusten hörn muss, die unsere Wirtschaft ind den Abgrund stürze tue wern. Und wie dramatisch des ist, des die Aktie von erschendwelche Unnernehme schon widder 15% Prozent gefalle sind. Eischentlich denk ich da nur noch: Gefalle? Lieche lasse - mir gehörn se ned!

GeldZinsWucher

Und heut kommt ne Pressemitteilung, die des alles in Hochdeutsch zusammefasst. Die spreche mir so aussem Herz, des ich die Ihne ned vorenthalte will. Also bitte:

Deutscher Naturschutzring (DNR)

Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände Pressemitteilung 21-2011  Berlin, den 29.8.2011

Mehr Demokratie bedeutet: Die Entmündigung durch die Ideologie des Finanzkapitalismus beenden

Das Präsidiumsmitglied des DNR und der Vorsitzender der NaturFreunde Michael Müller hat heute eine Demokratisierung der Debatte über den Finanzkapitalismus gefordert: "Es geht um die Interessen der Menschen und nicht um anonyme Märkte, hinter denen zuerst die Interessen flotter Geldhändler stecken, die ihre Büros vornehmlich in New York oder London haben. Die Zivilgesellschaft darf sich nicht immer weiter entmachten lassen." Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete im Finanzausschuss Hans Dichgans hat Recht mit seiner Aussage, dass die Festsetzung der Steuersätze nicht den Millionären überlassen werden darf. Übertragen gilt das auch für den Finanzkapitalismus".

Seit zwanzig Jahren wird nach Auffassung des DNR, die Botschaft des Finanzkapitalismus vertreten. Es vergeht keine Nachrichtensendung in Radio oder Fernsehen, wo der Börse und der "Verunsicherung der Märkte" nicht breiten Raum eingeräumt wird. Dabei spielt die Börse für die Realwirtschaft nur eine geringe Bedeutung. Sie ist das Feld der Erwartungen und der Arbitragewirtschaft, die schnelle Gewinne verspricht, aber die Substanz auszehrt, so der DNR.

Die DNR-Vertreter führten weiter an, dass den großen Problemen unserer Zeit wie dem Klimawandel, der Verarmung oder der Arbeitslosigkeit immer weniger Raum eingeräumt und die kritischen Magazine zeitlich gekürzt werden. Stattdessen erklären uns Banker, Brooker und Börsenanalysten die Welt durch ihre Finanzbrille.Ihre Ratschläge haben mit zur globalen Finanzkrise beigetragen, so der DNR.

DNR-Präsidiumsmitglied Sebastian Schönauer forderte, dass nicht nur kritisch über Börsenkurse, sondern über die dahinter stehenden Zusammenhänge und Ursachen geredet wird. Der Finanzkapitalismus ist nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis einer fragwürdigen Ideologie und einer grenzenlosen Finanzgier. "Die Berichterstattung muss sich fragen lassen, warum sie nicht zum Beispiel offensiv für eine Finanztransaktionssteuer eintritt. Sie bleibt in einem System, das die Welt in eine tiefe Krise gestürzt hat."

Der DNR forderte, dass die Radio- und Fernsehanstalten viel mehr Raum geben für eine kritische Bewertung von Finanzkapitalismus und Neoliberalismus. So könne die Börse vor Acht einmal in der Woche gesendet werden, an den anderen Tagen sollte über die wirklichen Herausforderungen, wie dem Thema Klimawandel berichtet werden.

Natürlich ist es nach Meinung des DNR keine Frage, dass unsere Zeit Aufklärung und Informationen braucht, auch über das Börsengeschehen. Aber es darf nicht sein, dass eine In-Gruppe konkurrenzlos eine Meinungsführerschaft bekommt und die Gesellschaft nur in eine, zudem höchst fragwürdige Richtung lenkt, die nicht einmal ökonomisch gerechtfertigt ist, so der DNR.

Deutscher Naturschutzring (DNR) e.V.

http://www.dnr.de/

 

Denn mal los,
maahnt Ihne Ihrn

Willy

 

 

Kommentare  

 
0 #4 GreenHorn 2011-08-30 13:04
Niedriglohnsekt or: Einbahnstraße in Armut

Zu den Ergebnissen der Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) und der Initiative neue Soziale Marktwirtschaft erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrec hte:

Die Studie verdeckt die erheblichen sozialen und gesellschaftlic hen Auswirkungen der Verdopplung des Niedriglohnsekt ors zwischen 1995 und 2007. Für die Mehrzahl der Beschäftigten sind gering entlohnte Jobs eine Einbahnstraße in die Armut. Der Grundsatz, dass jegliche Arbeit ihren Wert hat, geht immer mehr verloren. Das ist nicht gut für eine Gesellschaft und entspricht auch nicht unserem Verständnis von Solidarität und Gerechtigkeit.

Es mag sein, dass der Niedriglohnsekt or für manche Menschen ein Sprungbrett in ein ordentliches und gut bezahltes Arbeitsverhältn is ist. Aber dennoch kann auch diese Studie nicht darüber hinweg täuschen, dass der Niedriglohnbere ich seit einiger Zeit prozentual gleich hoch bleibt und zahlenmäßig sogar ansteigt. Es ist und bleibt nicht akzeptabel, dass mittlerweile jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland für einen zu niedrigen Lohn arbeitet und eine Million Menschen sogar für weniger als fünf Euro die Stunde.

Das Ausfransen des Lohnspektrums in Deutschland ist Realität und muss endlich durch Mindestlöhne sowie die Regulierung der Leiharbeit und des Einsatzes von Werkverträgen unterbunden werden. Ansonsten kommt dies die Gesellschaft teuer zu stehen, wenn immer mehr Menschen auf staatliche Unterstützungsl eistungen angewiesen sind und die Spaltung in der Gesellschaft größer wird.
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0 #3 Harry Wendt 2011-08-30 09:16
Also ich bin ein echter Fan von Willy 8)
Und Doktortitel sind mir nicht erst seit Gutti und Schatzi sowieso suspekt :o
Als Alt-Frankfurter genieße ich den Heimatdialekt von WvB seit vielen Jahren :-*
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0 #2 Katharina 2011-08-30 07:28
zitiere Dr. P.Sander:
Einfach peinlich und primitiv ist mein Empfinden


Das werden nicht nur die Naturschützer bestätigen :-*

@Willy: Danke. Das "Rauschen im Walde" bekommt man ja nur sehr selten mit. Hut ab vor den Naturschützern, die sich mal deutlich positionieren.
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-2 #1 Dr. P.Sander 2011-08-30 05:11
Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktionen,
tun Sie sich bitte selbst und den anderen Lesern den Gefallen und nutzen sie den vorhandenen Platz bitte sinnvoller als bisher.
Dieser Schmarren hat ja wohl absolut nichts, mit wie auch immer geartetetem Journalismus zu tun.
Einfach peinlich und primitiv ist mein Empfinden, dies möchte ich dem "Verfasser Herrn v. Bockenheim" ins Stammbuch schreiben.
MfG
Dr. Sander
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