Frauenfußball-Bundesliga: Siebter Spieltag * Frankfurt stürmt an Tabellenspitze, Freiburg mit Befreiungsschlag
Auch nach sieben Bundesliga-Spieltagen bleibt es beim Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam. Beide Teams tauschen allerdings ihre Tabellenplätze. Durch einen 7:1 Kantersieg gegen Bayern München stürmen die Frankfurterinnen an die Tabellenspitze, während sich die Potsdamerinnen gegen den SC 07 Bad Neuenahr zu einem knappen 1:0 Sieg mühen.
Unter die Räder kam auch Bayer 04 Leverkusen, das ebenso wie der Hamburger SV weiterhin zuhause nicht gewinnen kann. Die Hamburgerinnen verloren 1:3 gegen den VfL Wolfsburg. Bei in der ersten Halbzeit phasenweise nicht bundesligatauglichen Leverkusenerinnen gelang einem stürmischen Aufsteiger SC Freiburg ein 5:1 Erfolg. Der andere Liga-Neuling Lokomotive Leipzig verlor dagegen ebenfalls deutlich mit 0:4 gegen die SG Essen-Schönebeck.
Außerdem gewann der FCR Duisburg gegen den USV Jena mit 3:0. Die Duisburgerinnen bleiben damit am Spitzenduo Frankfurt und Potsdam dran. Bei den Potsdamerinnen war der aktuelle Tabellenletzte aus Bad Neuenahr zu Gast, der sich erneut gegen eines der Bundesliga-Topteams teuer verkaufte, aber zum Schluss nichts zählbares mitnehmen konnte.
Turbine gelang erst in der 70. Minute das spielentscheidende Tor durch Jennifer Cramer zum 1:0 Sieg. Der große Rivale aus Frankfurt feierte dagegen ein Torfestival gegen ersatzgeschwächte Bayern. Nach der frühen Führung durch Fatmire Bajramaj in der zehnten und Kerstin Garefrekes in der 14. Minute erzielte Sandra Smisek in der 29., 32. und 35. Minute innerhalb von sechs Minuten einen lupenreinen Hattrick.
Vor der Pause gelang Laura Feiersinger in der 41. Minute noch eine Ergebniskorrektur für die Münchnerinnen. Es war das erste Gegentor für Frankfurt in dieser Saison überhaupt. Nach dem Seitenwechsel erhöhten dann aber erneut Garefrekes in der 75. und Jessica Landström in der 85. zum 7:1 Endstand. Mit einer damit nun klar besseren Tordifferenz ziehen die Frankfurterinnen an den punktgleichen Turbinen vorbei an die Tabellenspitze.
Beiden Spitzenteams bleiben die Duisburgerinnen auf den Fersen, die auf Jena mit Ex-FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg trafen. Nach torloser erster Hälfte entschied Duisburg durch Tore von Mandy Islacker in der 57., Linda Bresonik in der 79. und Barbara Müller in der 86. Minute das Spiel für sich. Jena bleibt damit im fünften Saisonspiel ohne Torerfolg und mit bisher nur zwei erzielten Treffern die torungefährlichste Mannschaft der Liga.
Die Schießbuden der Liga sind momentan Leverkusen mit bereits 23 Gegentreffern und Leipzig mit 21 Gegentoren. Beide Teams verloren auch am siebten Spieltag deutlich. Die Leipzigerinnen waren am Ende chancenlos gegen Essen, das durch Tore von Charline Hartmann in der achten Minute, sowie Linda Dallmann in der 75., Jessica Bade in der 87. und Sabrina Bemmelen in der 88. Minute mit 4:0 gewann.
Einen Gegentreffer mehr kassierten die Leverkusenerinnen, die bereits nach zehn Minuten gegen den SC Freiburg mit 0:2 zurück lagen. Nachdem Kerstin Boschert per Foulelfmeter in der fünften und Hasret Kayikci in der zehnten Minute erfolgreich gewesen waren, besorgte Essi Sainio in der 40. Minute bereits die Vorentscheidung.
In der zweiten Halbzeit kam Leverkusen durch Caroln Dej in der 59. Minute noch einmal heran, doch in der Schlussphase setzte Freiburg durch Marina Makanza in der 80. und Julia Zirnstein in der 90. Minute noch einmal nach und sorgte damit für eine weitere empfindliche Niederlage einer zudem verletzungsgeplagten Werkself. Die Breisgauerinnen machen dagegen in der Tabelle einen Satz nach oben und können sich über einen komfortablen Abstand zur Abstiegszone freuen.
Vor Freiburg rangieren Essen und Wolfsburg punktgleich, direkt hinter dem Spitzentrio der Liga, aber mit acht Zählern hinter Ligaprimus Frankfurt und Verfolger Potsdam, sowie ohne Kontakt zur Abstiegszone, derzeit im Niemandsland der Tabelle. Auch die Wolfsburgerinnen waren am Sonntag siegreich. In Hamburg sorgten Tore von Martina Müller in der sechsten und Lena Goeßling in der 58. Minute, sowie von Rebecca Smith in der Nachspielzeit, bei einem Gegentreffer von Jessica Wich in der 57. Minute, für einen 3:1 Erfolg der Wölfinnen.
Der HSV bleibt damit wie Bayern, Jena und Leipzig im Tabellenkeller stecken. Die Abstiegsplätze belegen weiterhin Bad Neuenahr und Leverkusen. Sorgenkind ist die Werkself auch in puncto Zuschauerresonanz: Mit nur 251 Besuchern erfuhr Leverkusen einmal mehr den schlechtesten Zuschauerzuspruch an einem Spieltag. Aber auch Hamburg hat sich mit 306 Zuschauern nicht mit Ruhm bekleckert.
Ligaspitze wie in der Tabelle war dagegen Frankfurt mit 3.230 Zuschauern. Die 3.000er Marke wurde damit erstmals in der Saison geknackt. Weil auch Potsdam knapp über 2.000 und Duisburg deutlich über 1.000 Besucher zu ihren Heimspielen locken konnten, entsteht dadurch insgesamt für den siebten Spieltag noch ein für Bundesligaverhältnisse guter Schnitt von 1.301 Zuschauern pro Spiel.
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