FrauenFussballBundesliga: Favoritensiege – Wolfsburg patzt

Nach zwei Spieltagen stürmen bereits wieder die üblichen Verdächtigen an die Bundesliga-Spitze. Nach deutlichen Siegen belegen Meister Turbine Potsdam und Vizemeister FFC Frankfurt punkt- und torgleich den ersten Tabellenplatz. Dahinter folgt mit dem FCR Duisburg der Drittplatzierte der letzten Saison, der sein zweites Saisonspiel ebenso gewinnen konnte.
Bereits erstmals gepatzt haben dagegen der VfL Wolfsburg, sowie auch Bayern München. Die Wolfsburgerinnen kamen nicht über einen Punkt gegen den SC 07 Bad Neuenahr hinaus. Die Bayern-Frauen mussten sich gar dem Aufsteiger SC Freiburg geschlagen geben. In ihrem ersten Heimspiel lagen die Breisgauerinnen bereits nach einer halben Stunde nach einem Doppelpack von U17-Juniorinnen-Nationalspielerin Melanie Leupolz in der 19. und 30. Minute mit 2:0 vorne.
Vor der Pause verkürzte zunächst noch Ivana Rudelic in der 37. Minute für Bayern, ehe im zweiten Durchgang Marina Makanza in der 58. Minute für den 3:1 Endstand und ersten Saisonsieg für den Liga-Neuling sorgte. Für Freiburg ist dies bereits der zweite und noch größere Achtungserfolg nach dem Punktgewinn bei Bad Neuenahr zum Saisonauftakt vor einer Woche.
Die Kurstädterinnen ihrerseits gewannen am zweiten Spieltag auch ihren zweiten Saisonpunkt gegen die ambitionierten Wolfsburgerinnen. Die frühe Führung für die Gäste aus Bad Neuenahr in der zehnten Minute durch Ramona Petzelberger konnte der VfL erst in der 78. Minute durch Conny Pohlers egalisieren. Für Wolfsburg bedeutet das 1:1 Unentschieden bereits den ersten Patzer nach zwei Spieltagen.
Gewinnen konnte dagegen das alte und neue Spitzentrio der Liga. Meister Turbine Potsdam musste bei Bayer 04 Leverkusen ran und mühte sich gegen den Vorjahresaufsteiger zu einem 3:0 Erfolg. Die Werkself konnte gut mithalten, blieb im Angriff aber zu harmlos. Stattdessen trafen Genoveva Anonma in der 24., Bianca Schmidt in der 44. und Viola Odebrecht in der 84. Minute für die Potsdamerinnen.
Der höchste Sieg an diesem Spieltag gelang dem 1. FFC Frankfurt mit einem 4:0 Auswärtserfolg bei Aufsteiger Lok Leipzig. Nach erneuten Startschwierigkeiten des Titelfavoriten erzielte schließlich Saskia Bartusiak in der 38. Minute die 1:0 Pausenführung, die in der zweiten Hälfte durch Alexandra Krieger in der 57., erneut Bartusiak in der 60. und Melanie Behringer in der 77. Minute ausgebaut wurde.
Mit 2:0 gewann der FCR Duisburg beim Hamburger SV. Bereits in der fünften Minute hatte Simone Laudehr die Gäste in Führung gebracht. In der 44. Minute erhöhte Luisa Wensing zur 2:0 Pausenführung, die bis zum Schlusspfiff Bestand hatte. Der Duisburger Revierrivale SG Essen-Schönebeck konnte ebenfalls einen Sieg feiern.
Gegen den USV Jena gewann die SGS in buchstäblich letzter Sekunde mit 1:0. Das Siegtor fiel erst in der Nachspielzeit durch Vanessa Martini. Für die Thüringerinnen ist die unglückliche Niederlage bereits die zweite in Folge. Mit den ebenfalls noch sieglosen Teams aus Hamburg, Leverkusen und Leipzig belegt Jena nach zwei Spieltagen das Tabellenende.
Neben bisweilen ausgeglichen Spielen und knappen – oder zumindest nicht ausgeuferten – Ergebnissen kann sich auch am zweiten Spieltag die Zuschauerresonanz sehen lassen. Erwartungsgemäß konnte das Niveau vom ersten Spieltag nicht gehalten werden, war aber auch weit von einem u.U. zu befürchtenden Zuschauereinbruch entfernt.
Im Schnitt besuchten am Sonntag 1166 Zuschauer die sechs Partien. Die geringste Zuschauerzahl hatte dabei Leverkusen, wobei die 500 Besucher des Ulrich-Haberland-Stadions für Leverkusener Verhältnisse eine durchaus respektable Zahl ist. Einen sehr hohen Zuspruch fanden dagegen die Partien in Wolfsburg mit 1.723 Zuschauern, sowie von Liga-Neuling Leipzig mit 1.692 Besuchern.
Auch der zweite Aufsteiger Freiburg konnte mit 1.500 Zuschauern deutlich die 1.000er Marke knacken. Zum Vergleich: Die sechs Auftaktpartien am ersten Spieltag verfolgten im Schnitt 1.641 Zuschauer. Dabei konnten Potsdam und Frankfurt jeweils deutlich über 2.000 Besucher zu ihren Spielen locken.
Ein gestiegenes Zuschauerinteresse lässt sich zum Saisonbeginn also durchaus beobachten. Vielleicht ist dies doch eine zumindest leichte Nachwirkung der vergangenen Weltmeisterschaft. Abzuwarten bleibt, ob das Zuschauerinteresse anhält. Am kommenden Wochenende findet der dritte Spieltag statt, ehe es anschließend in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals geht.
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