Saisonstart: Frauenfußball-Bundesliga
Auftakt in die neue Fußball-Bundesligasaison: Der erste Spieltag der neuen Spielzeit endete mit klaren Favoritensiegen. Für kleine Ausrufezeichen konnten auch beide Aufsteiger sorgen. Eröffnet wurde die neue Saison am frühen Sonntag Mittag um elf Uhr mit der Begegnung zwischen dem FCR Duisburg und Liga-Neuling Lok Leipzig.
Die Duisburger Löwinnen werden trotz großen spielerischen Aderlasses weiterhin zu den Titelfavoriten gezählt, neben Meister Turbine Potsdam, und den in den vergangenen Monaten stark aufgerüsteten Clubs aus Frankfurt und Wolfsburg. Auch die eigene Zielvorgabe des FCR sieht einen Platz unter den ersten vier Teams vor.
Gegen den Aufsteiger aus Leipzig konnte die Mannschaft diesen Anspruch allerdings kaum erfüllen. Erst in der Schlussphase gelang den Duisburgerinnen der Siegtreffer, nachdem sie lange Zeit sogar im Rückstand gewesen waren. Bereits nach vierzehn Minuten hatte Lyn Meyer die Gäste aus Leipzig in Führung gebracht.
Erst in der zweiten Hälfte konnte Duisburg das Spiel drehen. Alexandra Popp traf in der 59. Minute zum Ausgleich. Der Siegtreffer durch Stefanie Weichelt fiel erst fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Nicht mehr zum Einsatz für den FCR kam Topstürmerin Inka Grings. Kurz nach dem Spiel wurde bekannt gegeben, dass die bisherige Kapitänin den Verein nach 16 Jahren verlassen wird. Der zukünftige Verein der 32-jährigen Stürmerin ist noch nicht bekannt. Sicher ist aber, dass es sich um einen Club im Ausland handeln wird. Der Abschied von Grings ist ein weiterer namhafter Verlust für Duisburg. Vor Saisonbeginn hatten bereits Leistungsträgerinnen wie Femke Maes, Annemieke Kiesel, Ursula Holl und Sonja Fuß, Nachwuchstalente wie Turid Knaak und Hasret Kayikci, sowie die Langzeitverletzten Mirte Roelvink und Marina Hegering den Verein verlassen.
Klare Favoritensiege zum Auftakt
Eine halbe Stunde nach dem Anpfiff des Saison-Auftaktspiels startete auch Vizemeister und Meisterschaftsfavorit 1. FFC Frankfurt in die neue Spielzeit. Gegen die SG Essen-Schönebeck gelang den Hessinnen nach holprigem Beginn doch noch ein souveräner 3:0 Erfolg. Sandra Smisek traf in der 38. Minute zur Frankfurter Führung, die Svenja Huth in der 50. und Lira Bajramaj in der 53. Minute erhöhten. Nach rund einer halben Stunde hatte die Partie mit bis dahin stark spielenden Essenerinnen wegen eines Gewitters für fast eine Viertelstunde unterbrochen werden müssen.
Um 13 Uhr begann schließlich auch für einen weiteren Meisterschaftsaspiranten der Ligastart: Der VfL Wolfsburg war beim USV Jena zu Gast und gewann ebenfalls ungefährdet mit 3:0. Die beiden Wolfsburger Neuzugänge Nadine Keßler und Conny Pohlers trafen in der 12. und 43. Minute zur 2:0 Pausenführung. In der 63. Minute traf erneut Pohlers zum Endstand.
Die letzten drei Partien des ersten Spieltages begannen um 14 Uhr. Dem amtierenden Deutschen Meister Potsdam gelang gegen den Hamburger SV der deutlichste Sieg zum Saisonauftakt. Gegen chancenlose Hanseatinnen sorgten die japanische Weltmeisterin Yuki Nagasato und Neuzugang Genoveva Anonma mit jeweils zwei Treffern für einen souveränen 4:0 Sieg der Turbinen. Bereits in der achten Minute hatte Anonma Potsdam in Führung gebracht. In der 20. Minute erhöhte Nagasato. Nach dem Seitenwechsel traf in der 58. Minute zunächst erneut Nagasato, bevor Anonma in der 63. Minute mit einem sehenswerten Distanzschuss aus rund 30 Metern den Endstand herstellte. Durch den deutlichen Sieg ist der erste Tabellenführer der neuen Saison auch der letzte der alten: Meister Turbine Potsdam.
Kleine Überraschung durch Freiburg
Der zweite Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg ließ derweil mit einem Punktgewinn beim SC 07 Bad Neuenahr aufhorchen. Treffer von Melanie Leupolz in der 15. und Lydia Miraoui in der 47. Minute hatten den Breisgauerinnen sogar einen zwischenzeitlichen 2:0 Vorsprung beschert. In der Schlussphase sicherten aber Sara Doorsoun-Khajeh in der 71. und Celia Okoyino Da Mbabi in der 84. Minute dem SC 07 schließlich noch einen Punkt.
Vorjahresaufsteiger Bayer 04 Leverkusen startete erneut mit einer Niederlage in die Liga. Statt eines 0:9 Debakels wie beim Liga-Debüt der Werkself gegen Duisburg in der vergangenen Saison holte man sich diesmal beim FC Bayern München eine vergleichsweise milde 0:3 Niederlage ab. Bereits nach zwei Minuten lag Leverkusen zurück.
Ivana Rudelic hatte die Bayern-Frauen in Führung gebracht, die Isabell Bachor in der 26. Minute ausbaute. Laura Feiersinger besorgte in der 88. Minute den Endstand. Die Münchnerinnen belegen damit nach dem ersten Spieltag gemeinsam mit Wolfsburg und Frankfurt hinter Spitzenreiter Potsdam den zweiten Tabellenplatz. Die rote Laterne geht zunächst an den HSV.
Die Zuschauerresonanz am ersten Spieltag kann sich sehen lassen: Im Schnitt verfolgten 1.641 Zuschauer die sechs Auftaktpartien. Auch hier hat Turbine Potsdam die Nase vorn: 2.790 Zuschauer füllten das heimische Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg. Knapp dahinter konnte Liga-Rivale Frankfurt 2.750 Zuschauer im Stadion am Brentanobad aufweisen.
Auch der FCR Duisburg konnte als einzige weitere Mannschaft deutlich die 1.000er Marke knacken. Eine ähnlich hohe Zuschauerresonanz ist am kommenden Spieltag allerdings nicht zu erwarten. Mit Hamburg, Leverkusen und Wolfsburg haben allesamt die Clubs mit dem geringsten Publikumsaufkommen der Liga Heimrecht. Dasselbe gilt auch für die beiden Aufsteiger aus Freiburg und Leipzig. Am nächsten Sonntag geht die Liga in die zweite Runde.
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