Fußball-WM: Schweden schafft dritten Platz

Im Spiel um Platz Drei am frühen Samstag Abend konnte sich Schweden mit 2:1 gegen Frankreich durchsetzen. Vor 25.475 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena begannen beide Teams mit aggressivem Pressing bereits weit in der gegnerischen Hälfte. Es entfaltete sich ein munteres Spiel mit leichter Feldüberlegenheit für die französische Auswahl.
Die Schwedinnen verlagerten sich zumeist aufs Kontern und fanden zu ihrer früheren Effektivität zurück, die im Halbfinale verloren gegangen zu sein schien. Nach knapp einer halben Stunde fiel fast aus dem Nichts das Führungstor für Schweden. Einem langen Ball von Sara Larsson in die Spitze erreichte Stürmerin Lotta Schelin vor der herauseilenden französischen Keeperin Berangere Sapowicz und spitzelte ihn in der 29. Minute an dieser vorbei ins Tor.
Für die Französinnen kam es anschließend doppelt bitter. Sapowicz hatte sich bei der missglückten Rettungsaktion gegen Schelin verletzt. Zudem ging es auch für Spielmacherin Louisa Necib nicht weiter, die sich zuvor ebenfalls verletzt hatte. Beide Spielerinnen mussten bereits nach einer halben Stunde ausgewechselt werden.
Nachdem sich die Equipe Tricolore von diesen Rückschlägen erholt hatte, kam sie wieder besser in die Partie und erspielte sich mehrere gute Torgelegenheiten, darunter einen Pfostentreffer. Erfolgreich waren die französischen Angriffsbemühungen aber erst in der zweiten Halbzeit. Nach einem Zuspiel von Gaetane Thiney traf die eingewechselte Elodie Thomis in der 52. Minute aus 16 Metern ins kurze Eck zum zwischenzeitlichen 1:1 Ausgleich.
Frankreich schien jetzt am Drücker, zumal die Schwedinnen plötzlich in Unterzahl gerieten. Stürmerin Josefine Oqvist sah wegen einer Tätlichkeit an Sonia Bompastor in der 68. Minute die Rote Karte. Die Französin, die zuvor allerdings ebenfalls „ausgetreten" hatte, nachdem sie von Oqvist rüde attackiert worden war, wurde für den Rest des Spiels vom Sinsheimer Publikum mit Pfiffen bedacht.
Anstelle eines französischen Sturmlaufes schien Schweden durch die Unterzahl beflügelt zu werden. Gegen nun vielleicht zu selbstsichere Französinnen gelang der schwedischen Auswahl die erneute Führung. Das Tor fiel in der 82. Minute ausgerechnet nach einem Eckball, den es nicht hätte geben dürfen.
Nachdem die Hereingabe von der französischen Abwehr nicht weit genug geklärt werden konnte, schnappte sich die Schwedin Marie Hammarstrom zwanzig Meter vor dem Tor den Ball und hämmerte ihn von der Strafraumgrenze in den Winkel. Frankreich konnte die schwedische Defensive anschließend trotz Überzahl kaum noch in Bedrängnis bringen. Mit einem 2:1 Sieg verabschiedet sich das schwedische Team als Drittplatzierter doch noch einmal tanzend aus dem WM-Turnier.
Auch die Französinnen haben mit dem vierten Platz ihren bislang größten WM-Erfolg erreicht. Das abschließende Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland findet am Sonntag Abend in Frankfurt/Main statt. Ab 20.45 Uhr treffen Japan und die USA aufeinander und machen den neuen Weltmeister unter sich aus. Der neue Titelträger beerbt das deutsche Team, das beim Turnier im eigenen Land bereits im Viertelfinale ausgeschieden war. Deutschland war zuvor zweimal in Folge Weltmeister geworden.
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