
Bewaffnete Angreifer haben am vergangenen Freitag in Lahore zwei Moscheen angegriffen und dabei offenbar 95 Menschen getötet. Mehr als 150 wurden verletzt. Die Moscheen "Model Town" und "Garhi Shahu" gehören zur "Ahmadiyya Gemeinde". Es sei das schwerste Attentat in der Geschichte der Ahmadiyya gewesen, so Beobachter. Bei den Tätern soll es sich um acht Terroristen gehandelt haben, die zu den Taliban gehören. Sie hatten die Moscheen bereits zwei Wochen zuvor ausgekundschaftet. In mehreren Drohbriefen hatten sie die Ahmadis aufgefordert, das Land zu verlassen.

Das Attentat selbst lief offenbar so ab, dass vier Terroristen in die Moschee "Garhi Shahu" gingen, wo sich ca. 2.000 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten. Sie warfen Handgranaten in die Menschenmenge. Zwei bewaffnete Überfallkommandos standen auf dem Minarett einer der Moscheen und lieferten sich ein wildes Feuergefecht mit den Polizisten, bis ihnen die Munition ausging. Danach sprengten sie sich in die Luft.
Junge Männer wurden als Geisel genommen, es sollte ein sehr langer und blutiger Tag werden. Nachdem die pakistanischen Sonderkommandos eintrafen, wurde die Luft für die Attentäter dünner. Die Angreifer versuchten, eine neben der Moschee gelegene Tankstelle in die Luft zu sprengen. Die "Model Town" Moschee befindet sich von Garhi Shahu in ca. 5 km Entfernung. Davor ist ein sehr großer "Cricket-Platz". Hier gingen die Terroristen zeitgleich mit der gleichen Taktik vor. Noch ist unklar, wie hoch die Zahl der Toten wirklich ist, da immer wieder Verletzte ihren Wunden erliegen.

Seit dem Anschlag werden in Rabwah - dem religiösen Zentrum der Ahmadis - Gräber gegraben. Tausende Verwandte kommen aus der ganzen Welt nach Rabwah um ihre Angehörigen ein letztes Mal zu sehe.
Die "Ahmadiyya Gemeinde" wurde im Jahr 1889 von Mirza Ghulam Ahmad in Indien (Qadian) gegründet. In 195 Staaten leben schätzungsweise mehr als 20 Millionen Mitglieder der Gemeinde und mehr als 30.000 in Deutschland. Die Gemeinde möchte in Deutschland 100 Moscheen errichten, bis jetzt haben sie 35. Eine Moschee-Neubau der Ahmadiyya Gemeinde mit einem Minarett in Höhe von zwölf Meter wurde nach heftigen Protesten im Jahr 2008 in Ost-Berlin eröffnet.

Seit 2007 kamen in Pakistan mehr als 4.000 Menschen bei Anschlägen ums Leben. Die meisten davon sind von Taliban-Kämpfern verübte Selbstmordattentate. Ziele waren meist Polizisten und Soldaten. Jetzt sind zunehmend Zivilisten von den Anschlägen betroffen. Lahore ist mit rund neun Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Pakistans und liegt unweit der Grenze zu Indien.
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Kommentare
amin
Grüße
Norbert
Ich bedauere es sehr und bin zu tiefst erschüttert. So grausam und barbarisch. Es ist unfassbar, dass man versucht so eine Gemeinde aus zu radieren, die da ist um den wahren und reinen Islam zu präsentieren. Allein von der Reaktion der Ahmadi sieht man, wie viel Vertrauen in Gott sie stecken und Geduld bewahren. Schon allein daran wird erkennbar, dass sie friedlich sein müssen. Dank an Gott, dass es solche Gemeinde noch auf der Welt gibt, die auch den Frieden ausübt, den sie lehrt.
Heute, 31. Mai 2010, wurde das Jinnah Krankenhaus in Lahore, in dem die meißten der Verletzten des Anschlags vom Freiag, den 28. Mai 2010, eingeliefert wurden, wo aber auch der festgenommene 16 jährige Attentäter, aufgrund seiner Verletzungen eingewiesen war, angegriffen.
Zur Zeit liefert sich die Polizei ein Gefächt mit den Angreifern, wobei inzwischen acht Leute ihr Leben verloren haben.
Es ist sehr traurig, wie weit diese Leute gehen. Jetzt soll der letzte Attentäter aus dem Weg geräumt werden, damit es keine Beweise mehr auf die Hintermänner gibt.
Ich trauere mit allen Angehörigen der Opfer vom 28. Mai, sowohl den Ahmadi Muslimen als auch denen der selbstlosen Polizisten.
leider wird es in den medien sehr abstrakt gehalten!Genaue Informationen über die Anschläge werden nicht preisgegeben bzw. wie die Ahmadis selbst verucht haben die terroristen zu bezwingen.
In der Bait-ul-Nuur Moschee in Model Town haben Ahmadis mit vollem einsatz ihren mut bewiesen, indem sie die terroristen rechtzetig aufhielten.DAs Blutbad ist nicht beschreiblich!I n den Medien wird es hingegen sehr harmlos geschilder!.. das ist sehr bedauernswert!
Das seit der Gründung der Ahmadiyya-Beweg ung ihre Anhänger aufgrund ihres Glaubens ermordet werden, besonders seit der Gründung Pakistans etliche Gruppierung ja sogar Parteien gezielt gegen Ahmadis vorgehen und wie die Glaubensfreihei t der Ahmadi-Muslime in Pakistan eingeschränkt ist, wird dagegen kaum erläutert …
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