Eine Entdeckung wert ist die Band Tusq. Sie wurde erst im Jahr 2009 in Hamburg gegründet. Im Promotext heißt es "Sie verfahren mit von Hektik oder Aufgeregtheit vermeidende Art und Weise, ohne dass es ihren Liedern ansatzweise an Druck mangeln würde."
Das klingt seltsam. Gemeint ist spannende, melodienselige Musik mit Gitarren, bei der man den Musikern anmerkt, dass sie Spaß haben. Zwar werden als Referenzpunkte skandinavische Bands genannt, aber die Musik gemahnt auch an Brit Pop, vereinzelt gar an Oasis. Besonders die Songs "Urban Spaces", "You And I" und "Lead The Fairies, Lead The Way" sind quasi potenzielle Hits.
Tusq: Patience Camp
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Wer innovative Rockmusik mag und sich von martialischen Bandnamen nicht abschrecken lässt, dem sind Trail Of Dead seit Jahren ein Begriff. Die Amerikaner machen so eingängige wie schwierige Gitarrenmusik, die mit jedem Hören wächst.
Das ist zweifelsohne Kunst, auch ein Gesamtkunstwerk, bei dem der belesene Hauptsongwriter und (in den meisten Fällen auch) Sänger auch schon mal ganze Albumcover mit Kugelschreiber zeichnet.
Das neue Album „Tao Of The Dead“ ist im Grunde ein einziges Stück Musik in mehreren Kapiteln (so war es zumindest geplant) wobei der letzte Song „Strange News From Another Planet“ gleich 16 Minuten lang ist. Das klingt anstrengend, ist es aber nicht.
Die Beatsteaks sind über die Jahre zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands geworden. Sie sind sicher ein Paradebeispiel dafür, dass man sich Erfolg über viele Jahre erarbeiten muss und kann. Die Fanschar wuchs nicht zuletzt durch umfangreiche Tourneen und tolle Konzerte.
Nach einer längeren Pause erscheint nun mit "Boombox" das sechste Studioalbum der Berliner. Die Beatsteaks machen da weiter, wo sie 2007 mit "Limbo Messiah" aufgehört haben. Ob das Album an ihr Meisterwerk "Smack Smash" heran reichen wird, zeigt die Zeit, denn die elf natürlich auf jede Art rockenden Stücke wachsen mit jedem Hören.
Im Grunde wird es Crash Conspiracy erst in sechs Jahren geben. Und eigentlich existiert die Band in doppelter Form. Was seltsam klingt, erklärt sich wie folgt: die Bandmitglieder spielen für den SWR Figuren, die erst im Jahre 2017 eine Band haben.
Das ist aber nur der Hintergrund, der recht egal ist, wenn man weiß, dass es sich um die neue Band des ehemaligen Blackmail-Frontmanns Aydo Abay handelt. Und der Mann bürgt für Qualität. Seine Stimme gehört zu den herausragenden unter den deutschen Rocksängern. Das hört man auch seiner anderen Band Ken an.
Das Debütalbum des für die TV-Serie Alpha 0.7 konzipierten Projekts bietet 13 Songs. Es ist Rockmusik mit Punkeinschlag, vom Klang her hier und da futuristisch, durchaus aber mit Abays-Pop-Feeling. Und somit absolut empfehlenswert. Anspieltipp ist "Protester".
Crash Conspiracy
Wer den Bandnamen Erik & Me hört und dass diese irgendwas mit Kanada zu tun hat, der wird nicht erwarten, was er auf dem zweiten Album mit dem Titel "Versteck" zu hören bekommt. Wie heißt es im Promotext: Die Band "präsentiert sich auf ihrem zweiten Album gnadenlos gereift, soundlich gestrafft und ausdrucksstark wie nie." Geboten werden gute Texte, schöne Melodien, eingängige Sounds. Dies alles verortet im Alternative Rock, aber angenehm poppig und gelegentlich geradezu sanft und eingängig. Anspieltipps sind die Songs "Sonderbar", "Einsam", "Herbst" und "Zufall", die gar nicht so einsilbig (bzw. "einwortig") sind, wie es den Anschein hat. Diese Band, zwei Mitglieder kommen aus Kanada, lohnt eine Entdeckung.
Erik & Me: Versteck
Ein Mordfall zu dem Catherine Ferry gerufen wird, lässt sie ohnmächtig zusammenbrechen. Das Mordopfer weist Bissspuren auf, Ferry ist Odontologin und soll den Fall aufklären helfen. Dabei stößt sie auf eigene verdrängte Kindheitserlebnisse, die möglicherweise mit sexuellem Missbrauch zu tun haben.
Bei der Konstruktion der Geschichte übertreibt Iles maßlos. Die 30jährige Koryphäe ist Alkoholikerin und schwanger von einem verheirateten Mann. Ihr Vater wurde erschossen, als sie ein Kind war und ihr Großvater, Oberhaupt einer Südstaatendynastie und Freund des Präsidenten, mausert sich schnell zum Hauptverdächtigen.
Das zweite Album der Band Sea Wolf könnte sich zu einem Geheimtipp entwickeln. Es bietet eingängige, schöne Melodien und lohnt eine Entdeckung. Die Band hat den gleichen Produzenten wie die großartigen Bright Eyes und ist etwas für die Freunde von gepflegter Independent-Musik.
Am besten gefallen die W-Lieder Wicked Blood, White Water White Blown, Winters Heir und Winter Window. Was ein Zufall ist, die Band nutzt auch andere Buchstaben. Sie sind - wie schon erwähnt - eingängig und bieten tolle Melodien. Die europäische Version des Albums bietet übrigens zwei Bonus-Tracks.
Sea Wolf: White Water, White Bloom
Diese DVD (und auch Blu Ray) wirft einfach ausgedrückt einen Blick auf die Karriere von Jim Morrison und den Doors. Wer sie nicht (mehr) kennt: „Light My Fire“, „Break On Through“ und „Riders On The Storm“ sind einige der großen Hits in der recht kurzen Karriere der Band, die mit Morrisons frühem Tod endete. Sein Grab in Paris ist noch immer ein Wallfahrtsort. Vor Jahren gab es bereits einen Spielfilm von Oliver Stone über die Doors, aber „When You're Strange“ bietet nur Originalmaterial. Auch die Anfangssequenzen sind nicht gestellt, sondern stammen aus dem einzigen Film, den Jim Morrison auf einer Filmhochschule erstellte, mit sich selbst in der Hauptrolle. Von den Anfängen bis zum Ende fand der Regisseur interessantes und bemerkenswertes Material, das nicht nur Fans interessieren wird. Auch die negativen Seiten, also Drogen- und Alkoholmissbrauch, werden nicht verschwiegen. Zusammengehalten wird alles von der Erzählstimme von Johnny Depp. Auch in der deutschen Version hört man Johnny Depp, bzw. dessen deutsche Stimme.
DVD: The Doors - When You're Strange
Das Debütalbum der Band mit dem etwas seltsamen Namen The Strange Death Of Liberal England wird allen Leuten gefallen, die auch Joy Division, Editors oder Interpol mögen. Die Musik ist vergleichbar, ähnlich düster, und die Stimme des Sängers ähnlich dunkel und melancholisch. Das belegen auch Songs bzw. Songtitel wie "Flickering Light", "Like A Curtain Falling" und "Shadows". Was aber nicht heißt, dass die Engländer nur Kopien sind. Sie passen nur in die gleiche Schublade und orientieren sich an sehr guten Vorbildern. Sehr gut gefallen beispielsweise auch die Songs "Come On You Young Philosophers" und "Flagships". Der seltsame Tod des liberalen England (so der Bandname in übersetzter Fassung) ist/sind definitiv eine Entdeckung wert.
The Strange Death Of Liberal England: Drown Your Heart Again
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