Siegfried Weiss: Píseň o lese – Das Lied vom Walde
"Die Heimat ist nicht alles, aber doch das Wurzelwerk, aus dem der Weltbaum aufsteigt", sagte einst der aus Josefsthal, dem heutigen Josefův Důl, stammende "Dichter des Isergebirges" Gustav Leutelt, dessen Geburtstag sich im vergangenen Jahr zum 150. Male jährte.
Genau das war für den weit über seine nordböhmische Heimatstadt Jablonec nad Nisou (Gablonz) hinaus bekannten Naturfotografen Siegfried Weiss Anlass, für einen neuen, übrigens bereits seinen zehnten, Bildband.
"Schon immer hat mich Gustav Leutelts 1928 erschienenes Büchlein ,Das Lied vom Walde´ fasziniert", bekennt der 77jährige. "In den darin enthaltenen Gedichten taucht nicht ein einziges Mal direkt der Name des Isergebirges auf. Es ist so, als spreche er von einer großen geheimen Liebe, die man tief im Inneren für sich behalten müsse und an keinen Außenstehenden verraten dürfe." Und das treffe tief im Innersten seiner Seele auch auf ihn selbst zu, sagt er.
So nahm er das Jubiläum zum Anlass, um viele von Leutelts Versen ins Tschechische zu übersetzen und entsprechend dessen thematischer Gliederung mit seinen meisterhaften, zwischen 1977 und 2010 entstandenen Farbfotografien zu illustrieren. Bei der Verfeinerung textlicher Formulierungen wurde er übrigens tatkräftig vom ebenfalls in Jablonec nad Nisou (Gablonc) lebenden Otokar Simm, Redakteur des "Gablonzer Monatsblattes" und Mitglied des 1996 gegründeten Gebirgsvereins für den Jeschken und das Isergebirge, unterstützt.
Dieses Gremium mit dem tschechischen Namen "Jizersko-ještĕdský horský spolek" ist auch der Herausgeber des jedem Naturfreund wärmstens zu empfehlenden Buches. Es versteht sich schon fast von selbst, dass es natürlich nach den Wurzeln seiner Entstehung den Titel "Píseň o lese - Das Lied vom Walde" trägt.
Auch Siegfried Weiss, der übrigens noch immer im Elternhaus am Rande der Neißestadt in Richtung Černá Studnice (Schwarzbrunn) zu Hause ist, wurde recht frühzeitig durch seinen Vater, einen begeisterten Hobby-Botaniker, an das Erlebnis Natur und Heimat herangeführt. Nach der Mittelschule in seiner Heimatstadt besuchte Weiss die dortige Kunstfachschule, Fachrichtung Gravur. Danach war er lange in der Schmuckindustrie tätig. Doch schließlich ging seine Vorliebe zur gestalterischen Tätigkeit in die Neigung zur Fotografie über. Der blieb er bis heute treu.
Die von den Eltern frühzeitig entfachte Begeisterung für die Natur paarte sich mit deren fotografischem Erfassen. Das erste, 1978 gemeinsam mit zwei weiteren Fotografen veröffentlichte Buch "Jizerské ticho" brachte für ihn den Übergang zur professionellen Landschaftsfotografie mit sich. Im Mittelpunkt der inzwischen erschienenen zehn Bildbände standen neben dem Isergebirge auch das Böhmische Paradies, Christofsgrund sowie das Lausitzer und Zittauer Gebirge. Außerdem wurden in den vergangenen 20 Jahren von verschiedenen Verlagen regelmäßig Kalender mit seinen Fotografien herausgegeben.
Siegfried Weiss, aus dessen glücklicher Ehe zwei Töchter und vier Enkel hervorgingen, ist seit Jahren Ehrenmitglied des schon erwähnten Gebirgsvereins. "Ich betrachte das vorliegende Buch nicht nur allein als Ehrung Gustav Leutels, sondern auch als meinen persönlichen Dank an das Isergebirge", betont er. Das schließe selbstverständlich mit ein, dass er die Kamera trotz seines Alters noch längst nicht an den berühmten Nagel hängen werde.
Titel: "Píseň o lese - Das Lied vom Walde"
Autor: Siegfried Weiss
Herausgeber: Jizersko-ještĕdský horský spolek
ISBN: 978-80-87095-05-8
Erhältlich in Zittau bei Buchkrone, Markt 13
bzw. über
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