Kenneth Wapnick Jenseits der Glückseligkeit"Willst Du recht haben oder glücklich sein?", fragt Jesus an einer Stelle von "Ein Kurs in Wundern". Helen Schucman wollte beides. Glücklich wurde sie nicht. Kenneth Wapnick hat Helen Schucman seit Ende der 60er Jahre begleitet. Er wurde ihr ein Freund, fast der Sohn, den sie nie hatte. Aus dieser Position heraus begann er bereits zu ihren Lebzeiten mit ihr gemeinsam zu beraten und über eine Biographie zu sprechen.

Helen Schucman hatte ihre ganz eigenen Vorstellungen davon. Sie neigte Wapnick zufolge dazu, sich ihr Leben zurecht zu biegen. Sie erzählte Geschichten, statt ihre Geschichte. Letzteres übernahm schließlich Wapnick - selbstverständlich mit ihrem Segen.

Was er mit diesem Buch geschaffen hat, geht weit über eine Biographie hinaus. Zwar spielt das Leben von Helen eine große Rolle, viel wichtiger wird diese aber erst dadurch, dass sie den Kurs von Jesus übermittelt bekam. Sie, die Psychologieprofessorin, die sich selbst gern als Atheistin bezeichnete und doch nichts mehr wollte, als an Gott glauben zu können.

Wer den Kurs studiert hat, wird in diesem Buch eine Ergänzung und viele Antworten auf einige Fragen erhalten, die sich gerade bezüglich der Zusammenarbeit von Jesus - die Stimme, die das Buch übermittelte - Helen Schucman und William Thetford stellen.

Wapnick zeigt, wie gespalten Helen als Mensch war. Einerseits verstand sie das Denksystem des Kurses augenblicklich und vollständig, konnte es vermitteln und es sowohl in ihrer Praxis als auch bei privat Ratsuchenden anwenden. Andererseits war sie tief in ihr Ego verstrickt, gab geradezu ein Lehrbeispiel für das Ego, von dem im Kurs die Rede ist und das aufgehoben werden muss, wenn man nach Hause heimkehren will.

Kenneth Wapnick vermittelt ein Bild dieser Frau, die das Glück und die Mühe hatte, das wohl wichtigste spirituelle Werk zu Papier und an die Öffentlichkeit zu bringen, das geprägt ist von seinem liebevollen, geduldigen und doch wissenden Blick.

Wapnick schafft etwas, das Helen nie gelungen ist. Er zeichnet das Bild dieses Menschen, ohne ihn zu verurteilen und ohne etwas zu verschweigen. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie schwierig die Beziehung auch zwischen William Thetford und Helen Schucman war, man ahnt, wie oft der junge Wapnick zwischen den Stühlen gestanden haben muss.

Und dennoch betrachtet man sie alle drei, ohne sie zu bewerten. Da, wo man es dennoch tut, ertappt man sich schnell selbst und lässt es wieder. Kenneth Wapnick ist hier ein Buch gelungen, das zutiefst berührt und einen tiefen Frieden ausstrahlt. Es ist mehr als ein Buch über eine Frau und ihren Lebensweg. Es ist wie ein Hologramm dieser Welt. Und es ist zugleich wie ein Exit-Schild daraus heraus.

{loadnavigation}

Share Button