Opfer 2. Klasse - Kritik aus Oppach
"Sind die Hochwassergeschädigten von 2010 Opfer 2. Klasse?" - diese Frage stellt der Oppacher Bürgermeister Stefan Hornig in einem Schreiben an die Landesregierung. Das Hilfsprogramm des Freistaates sei vollkommen unzureichend, heißt es darin.
"Die angebotenen Darlehen sind für die ohnehin zumeist kreditbelasteten Bürger und Firmen nicht zumutbar und nur in geringem Maße hilfreich. Hier muss es weitere zusätzliche finanzielle Unterstützungleistungen als nicht rückzahlbare Zuschüsse geben. Dies insbesondere auch um zu vermeiden, dass eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen Insolvenz anmelden müssen und Arbeitsplätze verloren gehen.
5 Mio. € Soforthilfe für den gesamten Freistaat (bei ca. 800 Mio. EUR Schaden!) ist nicht viel mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Dieser geradezu peinliche Umfang an staatlicher Soforthilfe zeugt von der fulminanten Fehleinschätzung in Regierungskreisen über die wahren Ausmaße der Schäden, insbesondere auch in den Gemeinden fernab der großen Flüsse."
So erhalte die Gemeinde Oppach bei einem Schaden von 5,8 Mio Euro mit 13.400 Euro gerade mal rund 0,2 Prozent Hilfe.
Weiter fordert er: "Diese Jahrhundertflut muss wie ein Jahrhundertschaden bewertet werden - die Regulierung der Schäden muss also mindestens in gleichem Umfang (inkl. der damaligen Soforthilfen) erfolgen, wie beim Elbehochwasser 2002! Gleiches muss gleich behandelt werden!
Oder sind die Opfer im Jahr 2010 Opfer 2. Klasse?"
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