Planlos und ziellos - so stellt sich für viele Oberlausitzer die Organisation der Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser im Dreiländereck dar. Die Kritik seitens vieler Einwohner wächst. So sitzen die Bewohner von Alt-Hagenwerder in einer Senke, aus der das Wasser nicht abfließen kann.

"Statt hier über den Damm leer zu pumpen, pumpen die Feuerwehren im Ort Keller leer. Dass das gleich wieder nachfließt interessiert keinen", meint Jürgen Dietze, einer der Betroffenen. Die Bürgertelefone beim Katastrophenschutzstab sind unterdes dauerbesetzt. Ein Durchkommen ist kaum möglich. "Immer wieder pobieren", rät Gerlind Walter vom Görlitzer Landratsamt.
Die Altstadtbrücke in Görlitz ist gesperrt worden. Ein Spendenkonto für die Hochwasserhilfe wurde eingerichtet: BLZ 850 50100; Konto-Nr. 31 000 38389; Kennwort: Hochwasserhilfe 2010.
In Bad Muskau wurde der Hochwasserscheitel gegen Mitternacht erwartet. Der Katastrophenschutzstab des Landkreises Görlitz ging davon aus, dass der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Fürst-Pückler-Park überschwemmt wird.
Auch das Kloster St. Marienthal bei Ostritz wurde überschwemmt. Große Teile des 775 Jahr alten Zisterzienserinnenklosters und des dort befindlichen Internationalen Begegnungszentrums wurden zerstört. Der Schaden betrage mehrere Millionen Euro, so das Kloster. Von den Zerstörungen betroffen sind fast alle Gebäude der an der Neiße gelegenen Klosteranlage. Auch hier kann man spenden:
Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG, Bankleitzahl 85591000,
Kontonummer: 4573048003 Kennwort: Hilfe für Marienthal
Doch nicht nur entlang der Neiße stehen die Menschen vor einem Berg voller Probleme. Auch im Landkreis Bautzen hat das Hochwasser Riesenschäden hinterlassen. Die Stadt Bautzen sucht derzeit nach Helfern. Wer mit anpacken will, kann sich im Bürgerservice melden. Auch wer selbst Hilfe braucht ist im Gewandhaus, Innere Lauenstraße 1 richtig. (03591-5340).
In der Stadt waren am Wochenende 25 Menschen aus ihren Häusern gerettet worden. Sie wurden in der Mehrzweckhalle im Schützenplatz untergebracht. Einige kamen bei Freunden und Verwandten unter. Mehrere Straßen sind eingebrochen und unterspült worden, der Mühlgraben droht einzustürzen, die Straße wurde deshalb voll gesperrt.
Heftige Regenfälle hatten die Flüsse im Landkreis anschwellen lassen. Große Schäden gab es auch in Cunewalde, Schirgiswalde und Sohland. In Niedergurig stand das Wasser meterhoch auf den Weiden, die Bauern konnten ihre Kuhherden aber rechtzeitig in die Ställe bringen. Der Pegel in den Flüssen war zuvor binnen weniger Stunden um das Vierfache gestiegen. Die Bewohner gefährdeter Gebäude mussten teilweise mit Motorbooten evakuiert werden. Straßen wurden zerstört oder wurden überflutet, unter anderem die B6 zwischen Steindörfel und Hochkirch und die B98 in Sohland. In Schirgiswalde und in Wilthen sind Teile des Bahndamms abgerutscht.
Ein direkt an der Spree gelegenes Wohnhaus in Bautzen stürzte teilweise ein. Die Bewohner wurden per Seilen aus dem Gebäude gerettet. Die Brücke an der Hammermühle wurde wegen Einsturzgefahr gesperrt. 50 Besucher der Körsetherme in Kirschau mussten im Bad übernachten. Die Zufahrt war zu schnell vom Wasser abgeschnitten, sie konnten nicht mehr weg. Der Landkreis hat ein Bürgertelefon geschaltet unter (03591) 525117017.
Die Schkola in Ostritz nimtm ab Donnerstag wieder Schüler auf. Derzeit ist Ostritz noch ohne Strom und Trinkwasser. Das Abwassernetz funktioniert nicht. Die Schule wird einen Shuttleverkehr zwischen Ostritz und Hartau einrichten.
Im Spree-Neiße Kreis erwartet man das Hochwasser am Dienstagmorgen. Alarmstufe 4 wird dann bei Klein Bademeusel erwartet. Auch hier wurde ein Bürgertelefon eingerichtet unter der Rufnummer (03562) 986 13280. Die Stadt Zittau hat inzwischen sämtliche Waldwege gesperrt. Viele Bäume drohten umzustürzen. Der Oberlausitzr CDU Landtagsabgeordnete Stephan Meyer will unbürokratisch Hilfe vermitteln. Unter der 03583-790140 können sich Betroffene melden.
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