Yvonne Sieh Bestier Schrötter 2 Presse

Eine besondere vorweihnachtliche Überraschung plant das Gerhart Hauptmann-Theater Zittau für Samstag, den 14. Dezember: Auf dem geschmückten Theatervorplatz wird es vor, während und im Anschluss an die Vorstellung von "Yvonne, Prinzessin von Burgund" einen Glühweinausschank geben, den Ausschank übernimmt die Theaterleitung selbst. So können die Besucher in besinnlicher Atmosphäre auch mit Schauspielintendantin Dorotty Szalma und ihrem Team ins Gespräch kommen. Für die passende weihnachtliche Verpflegung wird durch die Theatergastronomie gesorgt sein.

Zum Stück: Prinz Philipp (Stefan Sieh), Thronfolger, trifft bei einem Spaziergang das abstoßende Mädchen Yvonne (Paula Schrötter). Sie ist apathisch, schwächlich, schüchtern, langweilig und ängstlich. Der Prinz kann sie vom ersten Augenblick an nicht ausstehen; aber zugleich kann er auch nicht ausstehen, dass er die unglückliche Yvonne hassen muss. Und in ihm bricht eine Empörung aus gegen das Gesetz der Natur, das den Jünglingen gebietet, nur anziehende Mädchen zu lieben: "Ich werde mich dem nicht unterwerfen, ich werde sie lieben!" - schleudert er seiner Natur die Herausforderung entgegen und verlobt sich mit Yvonne.

Yvonne, am königlichen Hof eingeführt als Verlobte des Prinzen, wird zu einem zersetzenden Faktor. Die stumme, verschüchterte Gegenwart dieses Mädchens verursacht, dass jedem seine eigenen verheimlichten Mängel, Schmutzigkeiten und kleinen Sünden zu Bewusstsein kommen. Schon bald verwandelt sich der Hof zu einer Brutstätte von Ungeheuerlichkeiten. Und jedes dieser Ungeheuer, einschließlich des Prinzen, beginnt vor Begierde zu brennen, diese unausstehliche Zimperliese zu ermorden…

Zur Inszenierung: Witold Gombrowicz (1904 - 1969) zählt zu den bedeutendsten polnischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. "Yvonne, Prinzessin von Burgund" gehört zu seinen Frühwerken, er schrieb das Theaterstück 1935, vier Jahre bevor er seine polnische Heimat für eine Argentinien-Reise verließ, von der er aufgrund des Kriegsgeschehens nicht wiederkehrte, sondern sich erst in Buenos Aires und später in Vence (Südfrankreich) niederließ. Bereits in diesem Stück zeigen sich Themen und Motive, die ihn zeitlebens interessierten: Die Individualität und geistige Freiheit des Einzelnen, die Ablehnung von gesellschaftlichen und künstlerischen Konventionen und sein Experimentieren mit Sprache.

THEATER ZITTAU
Sa., 14.12.2013, 19:30 Uhr - Mit Glühweinausschank auf dem Theatervorplatz

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