Paulick Joachim OBWenn man den Verlautbarungen aus Dresden glauben kann, gibt es in der Görlitzer Verwaltung unter Oberbürgermeister Joachim Paulick nur Schlafmützen.

Die Kollegen der dpp berichten: „Die Staatsregierung hat Probleme beim Auszahlen der Hilfsgelder an Hochwasser-geschädigte Haushalte. Grund seien fehlende Daten der Stadt Görlitz, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Dienstag in Dresden der Nachrichtenagentur ddp. Die Hilfsgelder sollten nach einem Schlüssel betroffener Wohneinheiten ausgereicht werden. "Um ordnungsgemäß anweisen zu können, fehlen konkrete Angaben aus Görlitz", sagte ein Sprecher. Alle anderen Städte und Gemeinden hätten Daten geliefert.“

Tatsache ist, dass Paulick nichts anbrennen lässt, und in Görlitz die Mitarbeiter der Bauaufsicht mit Hilfe gut eingewiesener Hilfskräfte seit einer Woche unterwegs sind, um die große Zahl der betroffenen Haushalte zu erfassen.


HochwasserschaedenBerechtigungGoerlitz13082010lokal 

Oberbürgermeister Paulick: „Gestern um 12:39 Uhr konnten wir die Meldung an den Landkreis und die Landesdirektion weitergeben. Zurzeit haben wir 1.250 Haushalte erfasst, von Singles bis zu Großfamilien. Maximal 3% werden wir nachreichen, sobald die Betroffenen angetroffen wurden. Unsere Mitarbeiter haben viele Haushalte mehrfach aufsuchen müssen, weil die betroffenen Bürger nicht immer anwesend waren. Versäumnisse kann uns keiner guten Gewissens vorwerfen.“

TillichStanislawFinazMinisterSApressefotoCDUDie Kollegen der dpp berichten auch: „Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte am Dienstag nach einer gemeinsamen Sitzung der Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt bekannt gegeben, dass das Land Sachsen gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen weitere fünf Millionen Euro an Soforthilfen für Geschädigte der diesjährigen Flutkatastrophe zur Verfügung stellen wird.“

Dazu Paulick: „Von einem zweiten Paket ist uns nichts bekannt. Wir wissen nur von fünf Millionen. Jede Aufstockung der Soforthilfe ist natürlich mehr als wünschenswert, und sicher sehr notwendig.“

LangeBerndLandratFAKTuellMit der Meinung steht der Görlitzer Oberbürgermeister nicht allein. Schon am Montag positionierte sich Landrat Bernd Lange auf Anfrage gegenüber FAKTuell: "Ich halte die Darlehensoption des Freistaates Sachsen  für die Hochwasserhilfe nicht für ausreichend. Es ist wichtig,  dass in Härtefällen den Betroffenen auch Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden, die nicht zurück gezahlt werden müssen.  Dafür gibt es unterschiedliche Töpfe. Gleichzeitig sind wir im engen Kontakt mit dem Innenministerium, der SAB und anderen Partnern. Es wird an einem Hilfspaket für die Hochwasserhilfe gearbeitet.“

Hoffen wir, dass die Regierung in Dresden über ihren Kleinkrieg gegen das ehemalige CDU-Mitglied Paulick nicht vergisst, dass den Hochwasseropfern nach der Flut erstrecht das Wasser bis zum Halse steht.
Ob die für Görlitz angekündigte Zahlung von 540.000 Euro mehr ist, als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, mag jeder selbst entscheiden. Bei 1.250 Haushalten mit etwa 2.500 Menschen, sind das 432.-E pro Haushalt - oder216.-E pro Person. Wenn man alles verloren hat, bleibt einem da allenfalls KiK, um sich notdürftig neu einzukleiden.

 

 

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