
Es war schon etwas Besonderes, als am Wochenende in Löbau die „Konvent´a“ zum elften Mal ihre Pforten für die Besucher öffnete. Erstmals passierte das in der neuen Messe- und Veranstaltungshalle auf dem Gelände der Sächsischen Landesgartenschau. Über 180 Aussteller aus der Region im weitesten Sinne, denn dazu sollte man wohl inzwischen mindestens das Dreiländereck – sprich die Euroregion „Neiße“ – zählen, waren präsent. Nicht nur für sie waren die und das Umfeld und die damit verbundenen Bedingungen neu, sondern auch für Cheforganisator Jürgen Mietke, den Vorsitzenden des Konvent´a-Vereins.
„Natürlich waren wir alle gespannt, wie sich unsere Leistungsschau gewissermaßen als Gast in den größeren Rahmen einordnen würde“, räumte er ein. „Doch bereits der Andrang in den ersten Stunden ließ alles Mühen der Vorbereitung vergessen.“
Viele Besucher der Gartenschau seinen von außerhalb gekommen und wussten deshalb teilweise überhaupt nicht, was sich hinter dem Namen „Konvent´a“ verbirgt. Nun konnten sie sich gleich doppelt umschauen. Ein Gewinn also für beide Seiten. Im Übrigen habe die tolle Zusammenarbeit mit den Organisatoren der Sächsischen Landesgartenschau sehr viel auch zum Gelingen der eigenen Veranstaltung beigetragen, unterstrich Jürgen Mietke. Auch die Sponsoren dürfe man nicht vergessen.

Wer mit offenen Augen durch die Halle ging, dem dürfte gleich von Beginn an die große Anzahl von Ausstellern aus Polen, Tschechien und auch Ungarn aufgefallen sein. Obwohl hier auch verschiedene landestypische Erzeugnisse präsentiert wurden, wie Backwaren aus dem Isergebirge und Schmuck aus Polen, standen natürlich touristische Ziele der einzelnen Regionen im Vordergrund.
An den Ständen traf man alte Bekannte wie Monika Šalamonová aus Lázně Libverda (Bad Liebwerda). Sie vertrat schon zum vierten Mal die dortige bekannte Kureinrichtung und hatte interessante neue Angebote mitgebracht.
Löbauer Messe-Atmosphäre hatte auch Milan Radina bereits im vergangenen Jahr geschnuppert. Der Direktor des unmittelbar an der Souž-Talsperre (Darre) gelegenen Hotels „Montaine“ war erneut am Gemeinschaftsstand des Liberecký kraj (Region Reichenberg) zu finden. Er empfahl den Gästen unter anderem das familienfreundliche Relax-Wellness-Zentrum „Antonie Spa Concept“, das im Juni in der Stadt Albrecht von Wallensteins Frýdlant v Čechách (Friedland) eröffnet wird. Selbstverständlich heiße man dort deutsche Gäste ebenso willkommen, wie in seinem Stammhaus, betonte er. 
Über gemeinsame Projekte berichteten die Leiterin der Zittauer Tourist-Information, Elke Otto, und Paulina Polan vom benachbarten Stand des Informationszentrums Zielona Góra (Grünberg). Das aktuellste davon ist die am 15. Mai in der polnischen Großstadt beginnende Radfahrt über vier Etappen, die am 18. Mai in Zittau enden wird.
So gesehen kommt man also dem Charakter einer euroregionalen Messe immer näher. Dieser Trend war übrigens bereits während der Ende März in Jablonec nad Nisou (Gablonz) stattgefundenen Touristikmesse „Euroregion Tour 2012“ deutlich geworden.
Neben solchen heimischen Unternehmen, wo es etwas zu naschen gab, wie bei der Fleischerei Richter oder der Bäckerei Paul, Kekila mit Fruchtsäften und am Bierautomaten, um nur einige zu nennen, galt das Interesse der Besucher z. B. dem Angebot der Oberlausitzer Schmuckmanufaktur Neueibau. Sie war zum zweiten Mal vertreten. Man konnte sich massieren, schminken und die Brille putzen lassen.
Zu den Stammgästen gehörte längst der Oberlausitzer Verlag Spitzkunnersdorf, in bewährter Weise betreut von Monika Berndt, mit seinem breiten Angebot regionaler Literatur. Unbedingt erwähnt werden soll an dieser Stelle die Teichwirtschaft Petershain. Armin Kittner und sein Team haben nämlich die Bewirtschaftung der drei Teiche an den Setzgärten übernommen. Und sie schritten gleich zur Tat, indem sie hier anlässlich der „Konvent´a“ hunderte junge Kois und weitere Fischlein einsetzten.

Viele Eindrücke ließen sich hier noch wiedergeben. Das Gesamturteil wäre wohl stets annähernd das Gleiche: Die Premiere war ein Erfolg. Jürgen Mietke jedenfalls lässt das zu Recht optimistisch in die Zukunft schauen. Doch zugleich räumte er ein: „Obwohl das Zuckerplateau auch im nächsten Jahr unser Stadtort sein wird, müssen wir uns dann erneut auf veränderte Bedingungen einstellen“. Der „Konvent´a“ stehe dann – am 27. und 28. April – ein weitaus größeres Areal, einschließlich der jetzigen Blumenhalle, zur Verfügung. Das stelle den Verein vor neue Herausforderungen. Natürlich werde man Bewährtes beibehalten und weiterführen. Andererseits solle sich der Zuwachs an Fläche ebenso in einem höheren Maß an Inhalten und Aktivitäten niederschlagen. Man kann also gespannt sein.
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