Liberec: Neues von der Eisenbahn

Eine gute Nachricht für alle häufigen Nutzer der Eisenbahnstrecke zwischen Liberec (Reichenberg) und dem beliebten Urlaubs- und Wintersportzentrum Harrachov (Harrachsdorf) im Riesengebirge überbrachte Verkehrsminister Pavel Dobeš bei seinem kürzlichen Besuch in der Jeschkenstadt. Die wichtige Verkehrsverbindung zwischen beiden Städten soll in den kommenden zwei Jahren mit einem Aufwand von 890 Millionen Kronen umfassend modernisiert werden. Damit wird sich die Zugfolge von gegenwärtig 40 auf 30 Minuten verkürzen.
Wie der Minister gegenüber der Presse betonte, könnten für den Betrieb der dann vollständig automatisierten Strecke sowohl die Kosten gesenkt als auch das Risiko menschlicher Fehler verringert werden. Die meisten Eisenbahnstrecken in der Region Liberec sind noch auf dem Stand des 19. Jahrhunderts, in dem sie erbaut worden, verblieben.
Erst seit Dezember vergangenen Jahres werden auf der Isergebirgsbahn moderne Regionalzüge der Schweizer Firma Stadler eingesetzt. Die neuen Regio-Shuttle-Züge bestehen aus Niederflurwagen für jeweils 70 Fahrgäste und bewältigen auch den steilen Anstieg im Abschnitt von Tanvald ( Tannwald) nach Kořenov (Bad Wurzelsdorf). Sie könnten dabei sogar Geschwindigkeiten bis zu hundert Stundenkilometer erreichen, aber das ist auf den gegenwärtig noch veralteten Strecken aus Sicherheitsgründen nicht zulässig. Mit dem geplanten Neubau, der das einzige große Verkehrsprojekt im Kreis Liberec für die nächsten Jahre darstellt, sollen diese Mängel behoben werden.
Während sich die Fahrgäste der Eisenbahn also auf eine schnellere und bequemere Beförderung ab 2014 freuen können, werden sich die Autofahrer auf der Straße von Liberec (Reichenberg) nach Jablonec nad Nisou (Gablonz) wohl noch längere Zeit durch die Serpentinen quälen müssen. Besonders Lkw-Fahrer haben derzeit hier ernste Probleme. Den Hoffnungen der Stadtväter von Jablonec nad Nisou (Gablonz) auf einen Ausbau dieser Straßenverbindung erteilte Dobeš jedenfalls fürs erste eine Absage.
In den nächsten zwei bis drei Jahren sehe er diese Möglichkeit nicht, sagte der Minister. So werden Autofahrer sich in Geduld üben müssen. „Wir sind ein Ballungsgebiet von rund 150 000 Einwohnern“, erklärte Bürgermeister Petr Beitl vor den anwesenden Journalisten. „Gerade in diesem Winter sieht jeder, dass die Situation wirklich kritisch ist.“ Er hoffe deshalb noch immer, dass man in absehbarer Zeit irgendwie das nötige Geld auftreiben könne.
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