Kripo: Kinderschutz in Rumburk
Ein spezieller Raum für die schonende polizeiliche Vernehmung von Kindern wurde jetzt im Gebäude der Kriminalpolizei der nordböhmischen Grenzstadt Rumburk (Rumburg) eröffnet. Bisher war der Aufenthalt bei der Polizei für Minderjährige, die zuvor Zeuge oder Opfer von Gewalttaten gewesen sind, eine traumatische Erfahrung. Das Zimmer ist mit bequemen Möbeln, Bildern und Spielzeug ausgestattet und wird von zwei Kameras und Mikrofonen überwacht, die Bild und Ton in einen anderen Raum übertragen werden.
Während sich also das Kind mit speziell dafür geschulten Kriminalisten unterhält, können gleichzeitig Rechts- und Staatsanwälte, Kinderpsychologen usw. der Vernehmung folgen. Insgesamt kostete das Projekt 180.000 Kronen und wurde zu 90 Prozent vom Innenministerium finanziert. Den Rest übernahm die Stadt Rumburk.
Dazu Bürgermeister Jaroslav Sykáček während der Eröffnung:„Natürlich wäre es das Beste, wenn wir eine solche Einrichtung gar nicht benötigten, wenn also Kinder nicht als Opfer von Straftaten solche traumatischen Erfahrungen machen müssten. Leider sagen die Statistiken etwas anderes.“ Deshalb habe sich auch der Stadtrat entschlossen, dieses Projekt zu unterstützen.
„Unser Ziel war es, für die Befragung der Kinder solche Bedingungen zu schaffen, dass sie im Verhör nicht eine weitere Traumatisierung erleben“, betonte Jitka Gjuričová, Direktorin der Abteilung für Kriminalprävention des Innenministeriums gegenüber der Zeitung „Rumburské noviny“. So wolle man vermeiden, dass die ohnehin schon schlimmen Erlebnisse sich noch tiefer in der Erinnerung der Kinder festsetzen und damit auch zukünftig negative Auswirkungen auf deren Psyche hätten.
Anhand der beiden speziell angefertigten Puppen Jája und Pája sowie eines komplett mit Möbeln ausgestatteten Puppenhauses könnten die Kinder spielerisch zeigen, was ihnen widerfahren ist bzw. was sie als Zeugen beobachteten. Die dabei entstehenden Videoaufnahmen werden vor Gericht als Beweismittel anerkannt.
Darüber hinaus werde der neue Raum der Polizei auch zur Vernehmung von Frauen und Mädchen dienen, die Opfer von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen waren. Das gleiche gelte für Senioren, sagte Jitka Gjuričová. Es sei wichtig, zu erkennen, dass solche Menschen unter den wiederholten Befragungen besonders leiden und man deshalb sehr sensibel und sorgfältig mit ihnen umgehen müsse.
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