Flashmob im Rathaus Görlitz
Die Jugendlichen verteilten Flugblätter um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Im Hintergrund Oberbürgermeister Joachim Paulick. Foto: fum
"Welche Perspektiven bietet Görlitz für die Jugend jetzt und in Zukunft?" Das stand auf den Zetteln zu lesen, die Görlitzer Jugendliche während der Stadtratssitzung verteilt haben. Mit zugeklebten Mündern waren die rund 80 bis 100 Jugendlichen in die öffentliche Sitzung gekommen. Sie wollten auf die Notwendigkeit einer besseren Jugendkultur aufmerksam machen. Sehr zum Ärger des Oberbürgermeisters. Der betrachtete die Aktion offenbar als Provokation, rief sie auf, die Aktion zu beenden und den Saal zu verlassen.
Viele Stadträte kritisierten anschließend die Reaktion Paulicks als überzogen. Foto: fum
Stadtrat Joachim Schulze von den Grünen freute sich "über so viel Jugend" in der Stadt. Die verließ fünf Minuten später denn auch brav und friedlich den Saal. Nur um vor dem Rathaus von der Polizei erwartet zu werden, die offenbar ihre Personalien aufnahm. Wer die Beamten gerufen hatte, wollte keiner so recht sagen. Nur dass der Anruf aus dem Rathaus gekommen war, war sicher. Pech für die Geheimniskrämer: Der Polizeibericht brachte es einen Tag später ans Licht: Es war demnach Joachim Paulick selbst.
Im Polizeibericht liest sich das Ereignis so:
Gestern Nachmittag haben etwa 30 Bürger die Stadtratssitzung im Görlitzer Rathaus gestört. Trotz der Aufforderung des Hausherrn, dem Oberbürgermeister der Stadt Görlitz, den Saal zu verlassen, kamen die Störer dieser nicht nach. Der Oberbürgermeister rief die Polizei zu Hilfe. Bei Eintreffen der Polizeibeamten vor Ort hatten sich die Bürger in der Zwischenzeit vor das Gebäude begeben und mit einer Musikveranstaltung begonnen. Der beteiligte Personenkreis hatte sich zwischenzeitlich auf etwa 60 Personen erhöht. Die Musiker beendeten nach Aufforderung ihren Auftritt, die Ansammlung löste sich ohne weitere Vorkommnisse auf.
Tatsächlich hatten die Musiker mit dem Flashmob wohl nichts zu tun, das Aufeinandertreffen war zufällig. Warum Bürger, die von ihrem Recht, eine öffentliche Stadtratssitzung zu besuchen, mit einem Polizeieinsatz zu rechnen haben - darüber ist inzwischen auf facebook eine heftige Diskussion entbrannt.
Der Tenor: Völlig überzogene Reaktion, undemokratisch und zudem unklug. Tatsächlich führte die Aktion bereits unter den Stadträten zu Diskussionen. Die Sitzung musste kurzzeitig unterbrochen werden. Was die Jugendlichen eigentlich wollten und warum, trat bei der Debatte schließlich völlig in den Hintergrund.
LeseTipp:
Görlitzer Aufbruch
Eine Initiative bricht auf... um zu bleiben
| < Zurück | Weiter > |
|---|




FAKTuell2006.jpg)










![faktor-L * Neue Medizin * Bioblatt 1 * Basiswissen (faktor-L * Bioblatt) [Kindle Edition] Neue Medizin 07.06.2011](/images/stories/CoverRezi/bioblatt1CoverfaktorLBasiswissen07062011.jpg)







1. Halten Sie sich an die Gesetze.
2. Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.