Petition an die Görlitzer Stadträte
Sehr geehrte Stadträte der Stadt Görlitz,
am Donnerstag entscheiden Sie über die Zukunft der oberen Berliner Straße. Die Belebung dieses Bereiches der Stadt ist eine wichtige und auch dringende Aufgabe. Die Firma "Florana" hat sich nun mit den von ihr vorgelegten Entwürfen beworben, dieses Problem zu lösen. Präsentiert wurden bisher ausschließlich Pläne, die von einem vollständigen Abbruch des Quartieres ausgehen. Von Seiten des Investors gibt es bisher aber keinerlei Überlegungen, auch nur Anteile von Gebäuden zu erhalten.
Ich bitte Sie hiermit, vor Ihrer Entscheidung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan diese Untersuchungen einzufordern. Laut Investor sind aktuell 11.000m² Verkaufsfläche zuzüglich Nebenflächen und 5.000 m² Flächen für Büros und Praxen zuzüglich Nebenflächen beabsichtigt zu errichten. Im Vergleich mit anderen Einkaufszentren setzt sich ein großer Teil der Verkaufsfläche in der Regel aus kleineren Mietern zusammen, die auch in historischen Baustrukturen einzuordnen sind. Gleiches trifft auf Büroflächen und Praxen zu. Für den geplanten Neubau sollen insgesamt ca. 9.000 m² kleinteilige Fläche abgebrochen werden.
Es lohnt also, über die Integration historischer Bausubstanz nachzudenken und entsprechende Untersuchungen zu fordern. Nur so ist es für Sie überhaupt möglich, die bisher nur verbale Argumentation des Investors, der Gebäudebestand sei nicht integrierbar, zu beurteilen und gegenüber den Bürgern den Abbruch zu begründen. Bedenken Sie bitte, dass Sie die Aufstellung des beabsichtigten vorhabenbezogenen Bebauungsplanes am Donnerstag auf der Grundlage der vom Investor vorgelegten Pläne und (mangels eines anderen "mit der Gemeinde abgestimmten Plans") seinem vorgelegten Antrag beschließen - also mit einem Beschluss am Donnerstag den Abbruch aller betroffenen Gebäude entlang Berliner und Jakobstraße festschreiben.
Ich bitte Sie, Ihre Entscheidung noch einmal gründlich zu überdenken, und die Beschlussfassung zu verschieben. Signalisieren Sie nach außen, dass wir in der Lage sind, mit unseren historischen Gebäuden umzugehen, sie auch nutzbar zu machen und nicht unüberlegt abreißen. Es ist möglich, große Teile des geplanten Vorhabens in die bestehenden Gebäude einzuordnen. Fordern Sie den Investor einfach dazu auf.
Mit einer Verschiebung der Beschlussfassung gewinnen Sie Zeit, entsprechenden fachlichen Rat einzuholen, und darauf basierend dann eine fundierte und auf Dauer für die Stadt nachhaltige Entscheidung zu treffen.
Mit Görlitzgrüßen
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Kommentare
mir ist nicht klar, weshalb sie den Flächenabriss eines ganzen Quartiers als sinnvolle Entwicklung sehen. Um Sie zu zitieren: "Wie lange wollen Sie oder sollen Entscheidungen über eine zeitnahe, perspektivische sinnvolle Entwicklungen noch vertagt werden?"
Ich bin der Meinung, so lange, bis eine perspektivisch wirklich sinnvolle Entwicklung möglich ist. Und dazu zähöe ich nicht den Abriss unserer Stadt oder eines Quartiers, das der Görlitzbesucher , der per Zug anreist, als allererstes zu Gesicht bekommt...
MbG
Philipp Berger
als Görlitzer der zwar seit Anfang der sechziger Jahre nicht mehr in Görlitz wohnt, bin jedesmal betroffen über diese immer wiederkehrenden negativen Reaktionen auf alles Neue, welches angedacht wird oder ist.
Sie z.B. bitten um Verschiebung des Entscheidungspr ozesses wegen der Bebauung bzw. Wiederbelebung der "Oberen Berliner" im Stadtrat. Wenn ich zu Besuch bin in meiner Heimatstadt und sehe den Zustand eben dieser der"Berliner" im oberen Bereich, bin ich jedesmal erschüttert siehe z.B. das Hotel "Görlitzer Hof" usw. Wie lange wollen Sie oder sollen Entscheidungen über eine zeitnahe, perspektivische sinnvolle Entwicklungen noch vertagt werden?
Sie müssen doch eigentlich selber erkennen, dass dieser derteitige Zustand nach Jahren des Verfalls oder des Nichtstun unhaltbar ist.
Warum ist es in Görlitz immer so schwer mal den Mut zum Risiko zuhaben?
Ich hoffe der Stadtrat denkt auch so und es wird im Einklang mit allen Behörden eine tragbare Lösung gefunden.
MfG
Dr. P. Sander
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