1RechtSoLogoGrenzkriminalität im Bereich des Dreiländerecks ist spätestens seit dem Beitritt der Nachbarländer zum Schengener Abkommen zu einem Dauerbrenner für die Anwohner und die Medien geworden. Einer der Schwerpunkte ist dabei sogenannte Oberland im Raum Seifhennersdorf, Ebersbach-Neugersdorf, Oppach. Hier ereignete sich auch im Juni 2010 folgender Zwischenfall:

An welchem genauen Tag der damals 19-jährige Pavel Š. aus der nordböhmischen Grenzstadt Rumburk (Rumburg) sich damals auf Diebestour in das benachbarte Ebersbach begab, lässt sich nicht mehr feststellen und ist auch für das geschehen insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Fakt ist, dass er an diesem Tag in der Anlage des Kleingartenvereins "Waldfrieden" vier Lauben aufgebrochen hatte und dabei diverse elektrische Gartengeräte wie Rasentrimmer, Schlagbohrmaschine, Heckenschere usw. sowie einen kompletten Werkzeugkoffer mitgehen ließ. Der Gesamtschaden wurde auf 929 Euro geschätzt.

 



Zunächst konnte man des Täters nicht habhaft werden, obwohl seine Identität anhand der an den Tatorten hinterlassenen Fingerabdrücke inzwischen klar war. Inzwischen war der junge Mann nämlich europaweit als Lkw-Fahrer unterwegs. Gerade dabei ging er am 20. September diesen Jahres auf einer Thüringer Autobahn der Polizei ins Netz und wanderte erst einmal in U-Haft.

Bei der jetzigen Hauptverhandlung an der Löbauer Zweigstelle des Kreisgerichts Zittau zeigte er sich von Beginn an voll geständig. Er sei damals in einer schwierigen Lage gewesen, da ihm sein Arbeitgeber drei Monate keinen Lohn gezahlt hatte. Heute bereue er diese Taten, zumal der Verkauf des Diebesgutes gerade einmal etwa 120 Euro eingebracht habe. Da er inzwischen wieder eine feste Anstellung als Fernfahrer habe, sei er zur Wiedergutmachung des Schadens bereit. Damit erübrigte sich natürlich eine umfangreiche Beweisaufnahme.

Es handele sich selbstverständlich um einen Diebstahl im besonders schweren Fall, erklärte der Staatsanwalt. Aber man müsse auch berücksichtigen, dass der Angeklagte voll geständig und laut Bundeszentralregister in Deutschland noch nicht straffällig war. Seine Bereitschaft, den Schaden wieder gutzumachen und die günstige soziale Prognose - z. B. feste Arbeitsstelle, geregelte Einkünfte - rechtfertigten für ihn ein relativ mildes Urteil. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Dem schlossen sich sowohl der Verteidiger als auch das Gericht unter Vorsitz von Dr. Holger Maaß an. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Damit verbunden ist die Auflage, in Zusammenwirken mit dem IB Ebersbach tatsächlich die Schadenswiedergutmachung von 929 Euro zu leisten. Noch im Gerichtssaal nahmen alle Prozessparteien das Urteil an.

 

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