1RechtSoLogoWegen des Vorwurfs der versuchten Körperverletzung und Bedrohung hatte die zuständige Zweigstelle des Zittauer Amtsgerichts dem 27jährigen Löbauer Thomas B. einen Strafbefehl zugestellt, gegen den dieser form- und fristgemäß Einspruch erhob. Der Hintergrund des Ganzen wurde vom Staatsanwalt während der Hauptverhandlung sinngemäß so geschildert:

Im Mai diesen Jahres wollte der junge Mann seiner Ex-Freundin, mit der er ein gemeinsames Kind hat, in deren Wohnung ins Gesicht schlagen, habe sie aber nicht getroffen.

Bereits am nächsten Tag äußerte er angeblich ihr gegenüber, „sie werde heute den letzten Tag ihres Lebens genießen“.

Beide Anklagepunkte wies Thomas B. entschieden zurück. Vielmehr sei es so gewesen, dass sein „Nachfolger“ ihn bedroht habe, weshalb er gegen diesen bereits im April Anzeige erstattete.

Die jetzige Beschuldigung wertete er als eine Art Rache der jungen Frau. Er könne beweisen, dass all das gar nicht stimmt, erklärte er und legte dem Gericht eine Bescheinigung seines Arbeitgebers vor, aus der hervorging, dass er zum Zeitpunkt der vermeintlichen Körperverletzung gar nicht am Ort der Handlung gewesen sein konnte, da er auf einer Baustelle arbeitete.

Alles hänge vor allem damit zusammen, dass das Jugendamt ihm das Sorgerecht für die kleine Tochter zusprach, sagte der Angeklagte. Übrigens habe sich auch der neue Freund seiner ehemaligen Partnerin inzwischen wieder von dieser getrennt und sich per SMS bei ihm für den damaligen Vorfall entschuldigt.

Im Übrigen habe er der Kindesmutter, die ihm bei ihrem spontanen Auszug das Kleinkind einfach hinterlassen hatte, nie den Umgang mit der Kleinen verwehrt. Das nehme diese auch regelmäßig wahr.

An diesem Punkt schätzte Richter Holger Maaß als Vorsitzender ein, dass der keinen Tatbestand im Sinne des Strafrechts erkennen könne. Es sei auch nicht Aufgabe seiner Abteilung, sich um die Klärung gescheiterter Beziehungen zu kümmern, mögen diese auch tragisch gewesen sein. Das obliege wohl doch mehr dem Familiengericht. Deshalb empfahl er die Einstellung des Verfahrens. Staatsanwalt Till Neumann sah es ähnlich und stimmte zu. So erging ein entsprechender Beschluss.  

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