1RechtSoLogoDer Fall vor der Zweigstelle des Amtsgerichts Zittau in Löbau war war eigentlich wenig spektakulär. Angeklagt war die 27jährige Bautzenerin Stefanie S., die am Abend im Mai 2011 in der Inneren Zittauer Straße in Löbau einem Dealer namens „Lumpenpuppe“ nach SMS-Anweisung ihres damaligen Ehemanns Crystal durchschnittlicher Qualität übergeben haben soll.
Ebenfalls per SMS bestätigte sie den Empfang, wurde aber beim Empfang der Droge nicht erwischt.

Also stützte sich die Beweislast allein auf die zuvor längere Zeit abgehörten Telefongespräche ihres Mannes, der sowohl Polizei als auch Zoll bereits als Dealer im großen Stil bekannt war.

Aufgrund dessen, dass man die junge Frau ja nun nicht auf frischer Tat erwischte, erhielt sie einen Strafbefehl über 40 Tagessätze zu je zehn Euro. Gegen diesen legte sie form- und fristgemäß Widerspruch ein. Dabei ging es ihr komischerweise gar nicht um den Tatbestand an sich, den sie einschließlich der Übernahme und des anschließenden Besitzes des Crystal, sondern um die Bewertung, es sei nur von durchschnittlicher Qualität gewesen.

Natürlich sei ihm aus früheren Prozessen längst bekannt, dass der Ex-Ehemann der Angeklagten hochwertige Ware verkaufte, räumte der Vorsitzende, Dr. Holger Maaß, ein.

Dieser verbüßt übrigens inzwischen aufgrund seiner bereits erwähnten kriminellen Aktivitäten gegenwärtig eine längere Haftstrafe. Sowohl der Vorsitzende als auch Staatsanwalt Till Neumann legten der Angeklagten nahe, den verhängten Strafbefehl und dessen Maß zu akzeptieren.

Sie habe sich bisher nicht schuldig gemacht und sei damit insgesamt gut bedient. Weder das Verfahren mit der Vernehmung von Zeugen und der genauen Berechnung ihrer Einkommensverhältnisse intensiviert und ein Urteil gefällt, könnte das am Ende für sie nur ungünstiger ausgehen, betonten beide. Das sah sie am Ende ein und zog den Einspruch zurück. Damit ist der ursprüngliche Strafbefehl rechtskräftig.      

{loadnavigation}

  

Share Button