RayEditorialDie Piraten haben sich zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen bekannt.  Eine Zwei-Drittel-Mehrheit hat sich auf dem Parteitag in Offenbach dafür ausgesprochen. Piraten-Vorsitzender Sebastian Nerz warnte daraufhin „vor der Gefahr einer Spaltung“,  meldet der Focus.

Linksruck? Tatsächlich? Vielleicht sollten sich Vertreter dieses Klischees einfach mal fragen, wie folgende BGE-Auswirkung in ihr ganz persönliches Verständnis von Linksruck hineinpasst:

Mit der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bürger kommt Kaufkraft in die Fläche. Handwerk und Handel profitieren davon, dass die Menschen sich wieder die allgemeinen Dinge für Ihre alltägliche Lebenshaltung leisten können. Das funktioniert vom täglichen Liter Milch über die Staubsaugerbeutel und die Autoreparatur bis zum Kinobesuch und Bücherkauf. Auch ein zweites Hemd wird häufiger als alle drei Jahre gekauft.

Was passiert bei Nachfrage?

Ganz klar, Arbeitsplätze entstehen und werden sicherer. Wobei die mehr als 100.000 Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit ersatzlos wegfallen. Von den Sozialgerichten und anderen systembedingten Verwaltungsplätzen wollen wir erst gar nicht reden. Von den Milliarden Kosten, die dafür aktuell anfallen, auch nicht.

Was passiert nicht?

Obwohl Wohnen, Essen, Kleidung und Bildung gesichert sind, wird der persönliche Anspruch nicht sinken. Die Menschen werden folglich weiter Erwerbsarbeit annehmen, um sich Dinge zu kaufen, die sie wollen, nachdem sie nun haben, was sie brauchen.
Das BGE lässt uns auf Mindestlohn und Kündigungsschutz pfeifen, weil Lohnarbeit aus reinen Existenzgründen nicht mehr notwendig ist. Jeder Arbeitnehmer bestimmt den Preis für seine Lebenszeit selbst. Ehrenamtlich oder Höchstlohn wird eine Entscheidung, die wir immer nach persönlichem Bedarf treffen werden. Täglich.
Gewerkschaftsfunktionäre verabscheuen den Gedanken an das BGE nicht ohne Grund. Und auch die Funktionäre der Linken konnten sich bisher nicht wirklich mit dem Gedanken an ein BGE anfreunden. Nur ein Teil vertritt bisher das Konzept. Im jüngsten Beschluss auf dem Parteitag in Erfurt heißt es dazu, man wolle es weiterhin diskutieren. Das Signal ist deutlich: Angst um Positionen, Angst um Pfründe, Angst um Themen.

Das BGE ist ein Basis-Liberales Konzept!

Es gibt uns die Freiheit, ein sinnvolles Leben zu führen. Wobei jeder für sich entscheidet, was für ihn Sinn ergibt. Es befreit Arbeitnehmer und Arbeitgeber von jeglichen Zwängen. Es sorgt dafür, dass Arbeitgeber genau die kompetenten Mitarbeiter erhalten, die sie suchen. Denn wer den Job annimmt, tut es nicht, weil er sich irgendwie sein Einkommen verdienen muss, sondern weil ihm die Aufgabe gefällt, Spaß macht und ihm Berufung ist. Partnerschaft ist  Programm.
Nichts ist liberaler, als es diese Befreiung von Kontrolle, Zwang, Beobachtung, Unter-Druck-setzen und Gängelei sein könnte. Auf beiden Seiten. Es ist christlich, weil es auf dem Gedanken der Nächstenliebe aufbaut. Es ist sozial, weil es ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Es ist wirtschaftlich klug, weil es den Konsum ankurbelt.

Sie dürfen jetzt weitermachen

Ihr

Christopher Ray

 

PS. Und hier unsere Bücher zum Thema:
Handbuch Bedingungsloses Grundeinkommen 
BGE * Jobs on Demand 
DAS BGE - Eine Chance zum Leben? 

Zeitgerecht! Bürgergehalt!  
Das bedingungslose Grundeinkommen aus soziologischer Sicht

 

 

Share Button