Bei den Göttern oder bei Gott sucht ihn der Mensch. Seit Jahrtausenden. Die Quelle scheint unergiebig zu sein, denn trotz aller Opfer, aller Kriege, aller bemühten Theologie, aller klugen Philosophie steht die "Sinnfrage" bedrückender denn je im Raum. Nachhaltig und immer hartnäckiger stellt sich die Beschaffenheit der Welt ihrer Lösung entgegen. Für andere, anscheinend glücklichere, Lebewesen existiert diese Frage nicht. Das Leben hat keinen Sinn. Das Leben ist nicht zielgerichtet. Es ist. Das Leben bereitet den Individuen Momente des Wohlbefindens und solche des Leidens. Geringhirner haben auf die Verteilung solcher Momente keinen Einfluss; sie treiben in ihrer Umwelt. Grosshirner können dieses Treiben in gewissen Grenzen beeinflussen. Sie verarbeiten Erfahrungen und versuchen, Wohlbefinden herbeizuführen und Leiden zu meiden, mit mässigem Erfolg.
Es gab schon einmal eine grosse europäische Krise. Napoleon hatte beinahe den ganzen Kontinent besetzt und ihm seine Spielregeln aufgenötigt. Das hatte er nicht nur seinem Feldherrntalent zu verdanken. Er hatte auch - in der Folge der Französischen Revolution - sein Land rechtlich und administrativ modernisiert und ihm so neue Stärke verliehen. Und dann ging er daran, diese Neuerungen in den besetzten Gebieten ebenfalls einzuführen. Solche Neuerungen wurden im Süden Europas nicht in gleicher Weise empfangen wie in seinem Norden. Wir wollen uns dies einmal am Beispiel Spaniens und Preussens ansehen. Zu Beginn des XIX. Jahrhunderts war der preussische Staat recht abgeschlafft. Sein Heer sonnte sich mehr im Andenken alter friederizianischer Triumphe als sich zu ertüchtigen und die Administration beschränkte sich im Wesentlichen auf die Wahrung überkommener Gewohnheiten und Privilegien. Napoleons Energie hatte Preussen ganz wenig entgegenzusetzen; es wurde erobert und tributpflichtig.
Gestern habe ich mir wieder einmal die Bundestagsdebatten auf PHOENIX angetan. Das zentrale Thema, quer durch die Parteien, war Beschäftigung. Alle wollen uns beschäftigen… …natürlich beschäftigt mich diese Unisono-Aussage.
Sie wissen schon, was Beschäftigung bedeutet, oder? Wir beschäftigen uns immer mit etwas, wenn wir damit einer wichtigen, vielleicht unangenehmen, Tätigkeit ausweichen wollen. Als Alibi können wir dann immer vorbringen, wir waren zu beschäftigt…
Die Piraten haben sich zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen bekannt. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit hat sich auf dem Parteitag in Offenbach dafür ausgesprochen. Piraten-Vorsitzender Sebastian Nerz warnte daraufhin „vor der Gefahr einer Spaltung“, meldet der Focus.
Linksruck? Tatsächlich? Vielleicht sollten sich Vertreter dieses Klischees einfach mal fragen, wie folgende BGE-Auswirkung in ihr ganz persönliches Verständnis von Linksruck hineinpasst:
Mit der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bürger kommt Kaufkraft in die Fläche. Handwerk und Handel profitieren davon, dass die Menschen sich wieder die allgemeinen Dinge für Ihre alltägliche Lebenshaltung leisten können. Das funktioniert vom täglichen Liter Milch über die Staubsaugerbeutel und die Autoreparatur bis zum Kinobesuch und Bücherkauf. Auch ein zweites Hemd wird häufiger als alle drei Jahre gekauft.
Wenn wir einmal für einen Augenblick die Schuldenkrise beiseite lassen, gibt es in Deutschland und einigen anderen westlichen Ländern zwei Grundübel: Arbeitslosigkeit und Kinderlosigkeit. Liegt es nicht eigentlich auf der Hand, dass diese Übel sich gegenseitig beheben? Dass die Arbeit durch Automatisierung und Rationalisierung weniger werden würde, wusste man schon in den Sechzigern (obwohl noch niemand sich Fabrikroboter oder Onlinekäufe und -zahlungen vorstellen konnte). Damals träumte man von einem 4-stündigen Arbeitstag - natürlich bei gleichem Lohn - und die Besorgnis war, was man wohl mit der riesigen Freizeit anfangen solle. Dabei war die heutige Geburtenschwäche noch gar kein Thema; man musste also mit der Verteilung der schrumpfenden Arbeit auf eine gleiche oder sogar steigende Bevölkerung rechnen. Es ist ganz anders gekommen. Die Arbeit ist nicht nur weniger geworden, sie ist auch ausgewandert. Erst Japaner und Koreaner, dann Chinesen, Inder, sonstige Asiaten, Osteuropäer, Mexikaner, Brasilianer und auch schon manche Afrikaner haben durch grossen Fleiss und geringe Löhne praktisch alle lohnintensiven Industrien an sich gezogen und einige jener Länder sind dabei, dies auch mit hochwertigen Produktionen und den Finanzen zu tun.
MALTHUS-ZEIT Gehet hin und mehret euch, und macht euch die Erde untertan!
Alle reden von Klimawechsel, Erderwärmung. Immer mehr Kraftwerke, Fabriken, Fahr- und Flugzeuge, Heizungen, Werkzeuge und Grossvieheinheiten produzieren Gase, die die Erdatmosphäre verändern. Experten warnen davor, dass in wenigen Jahrzehnten viele Inseln und Küstengegenden mit Millionenbevölkerungen vom Meer verschlungen werden und wesentliche Teile Südeuropas, des Südwestens der USA und Brasiliens sich in Wüsten verwandeln können.
...sagen die Politiker. „Wir hetzen schliesslich seit 1½ Jahren von einer Sitzung in die nächste, um die Krise in den Griff zu bekommen. Es gäbe sie gar nicht, die Krise, wenn die nimmersatten Banken und anderen Finanzjongleure nicht ständig in unverantwortlicher Weise gegen die Schuldnerländer spekulierten. Getriebene sind wir Politiker, von den Märkten Getriebene!“
„Spekulanten?“, empören sich die Fondsmanager. „solch ein Unsinn! Wir verwalten Spargelder der Bürger und das Vermögen von Pensionskassen und Versicherungen. Sollen wir tatenlos zusehen, wie diese durch zahlungsunfähige Schuldnerländer immer weniger werden?“
„Na, na,“ meinen die Banken, „es ist schon richtig, dass manche von uns sich verzockt hatten und zum Überleben Staatshilfe brauchten. Aber das ist doch nur ein Teil der Geschichte.
Als vor einigen Jahren in Buenos Aires ein „Europäischer Klub“ gegründet wurde, fand ich das höchst überflüssig. War nicht die ganze Stadt ein europäischer Klub? Gab es nicht an jeder Ecke eine Pizzabäckerei, in beinahe jedem Stadtteil ein „Munich“, hiessen nicht die Fussballvereine „River Plate“ und „Newells Old Boys“, trank man nicht belgisches Bier und ging in die „Alliance Francaise“? Böse Zungen behaupteten, der Bürger von Buenos Aires sei ein Spanisch sprechender Italiener, der sich für einen Engländer hält.
Von Engländern wurde mein Tennisklub vor über 100 Jahren gegründet, auf einem der breiten Streifen seitlich der Bahnhöfe, durch welche die von ihnen gebauten Züge fuhren und fahren. Zur Platzreservierung muss man sich dort frühmorgens in eine Liste eintragen. Nach meinem Namen trugen sich ein: Soto (zweifelsfrei ein Abkömmling von Spaniern – allerdings war sein Vater bereits ein bekannter Dichter von Tangotexten), Carlino (seine Vorfahren waren Basken, „französische“, wie er beteuert – niemand will von spanischen Basken abstammen) und Papazian (dass alle „-ians“ aus Armenien kommen, weiss man ja).
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