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Der Poet -
geht...
oder: Die Ausländerin 3
Christopher Ray
Manchmal
funktioniert es eben
Nicht so wie man/n will - das leben
Fünfzig jahre zeitvertreiber
Willy nennt das: typ für weiber
Zärtlich, zynisch, lieb und laut
Nie ging´s mir unter die haut
Und doch hab´ich es jede nacht
Wie willy sagt - stets voll gebracht
Stets
hab´ ich mein ganzes leben
Jeder das gefühl gegeben
Das sie den schlüssel meiner welt
Allein in ihren händen hält
Es kostete mich ja nicht viel
Das "bist die tollste Frau-Gefühl"
Und wurde dankend angenommen
(Ich durfte immer wiederkommen)
Manch
eine sagte noch nach jahren
Mehr liebe hätt´ sie nie erfahren
Viele haben mir geschworen
"Nie hab´ ich das gefühl verloren"
Nicht eine wollt mich dafür hassen
Obwohl ich sie hab sitzenlassen
Willy meint: so einen typ
Haben alle weiber lieb
Ich habe
all den frauen eben
Ein stück der seele mitgegeben
Aus diesem grund war auf die dauer
Auch keine länger auf mich sauer
Und meistens nach nur einer nacht
Haben sie lang an mich gedacht
Und glaubten mir auch sicherlich
Mein: du bist viel zu gut für mich
Dabei
hab ich nichtmal gelogen
Und mit gefühlen nie betrogen
Ich wollte nur - so war das eben
Täglich das erste mal erleben
Und wissen - wenn ich dann gegangen
Bleibt da noch liebe und verlangen
Ich geh´ und bleibe unterdessen
Bei diesen frauen unvergessen
Und
sowas nennt die ganze welt
Dann: abgebrühter Weiberheld
Heut kann ich es ja eingestehen
Ich mußte einfach weitergehen
Weil mich die angst da stets bedrückt
Dass zeit mir mein gefühl erstickt
Und ich es nicht behalten kann
Einfach dasteh´ wie jedermann
Zugegeben - ich gestehe
Gelogen hab ich in der ehe
Bei allen, immer, jedesmal
War es für mich nur eine qual
Deshalb wollt ich in diesem leben
Auch niemals mehr mein jawort geben
Denn ich weis wirklich ganz genau
Ich halt´s nicht aus bei einer frau
Und dann
ist alles schief gegangen
Plötzlich hat sie mich eingefangen
Ich schwöre hier - bei meiner ehre
Ich wollte nichtmal ´ne affäre
Mit der kleinen ausländerin
Zog es mich noch so zu ihr hin
Zerbrechlich wirkte sie auf mich
Deshalb dacht ich: beherrsche dich
Ich sah
es ihr ganz deutlich an
Sie zerbricht bestimmt daran
Wenn ich mit ihr nach einer nacht
Mein übliches "das wars" gemacht
Ich schwöre es bei meiner seele
Das ich so frauen niemals quäle
Dann hat sie mich im sturm genommen
Was bei mir noch nie vorgekommen
Und
jetzt sitz ich alleine da
Denn sie ist in amerika
Die große liebe kam zuletzt
Ich hab sie in den sand gesetzt
Jetzt fühl ich tief - und gerade eben
Ich hab´ nie so geliebt im leben
Doch sie lief fort - und das gefühl
Zerreisst mich - auch wenn ich nicht will
Deshalb
- ich denk´ dass ihrs versteht
Werde ich gehn - weil nichts mehr geht
Ihr könnt noch die erkenntnis erben
Für diese liebe will ich sterben
Und statt "oh gott" oder gar "amen"
Nenn ich als letztes ihren namen
Und dank im letzten augenblick
Für das erlebnis "grosses glück"
So - das
war mein abgesang
Zugegeben - etwas lang
Und bereitet dir das qual
Pardon - es war das letzte mal
Es endet - wie stets angestrebt
Mit einem grinsen - und "gelebt"
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