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Google - Zensur: überall herrscht himmlischer Frieden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Monika Berger und Frank Jordan   
Donnerstag, 30. März 2006

Schleichend, hinterrücks aber wirkungsvoll - so kommt die Zensur in den deutschen Alltag. Vor wenigen Wochen noch ging ein Aufschrei durch die Medienlandschaft, als bekannt wurde, dass Google in China gewisse Inhalte und Suchergebnisse nicht anzeigte. Die Financial Times sprach in einem Kommentar von "Orwells Suchmaschine". Google habe einen "Kotau vor dem autoritären Regime" gemacht, ein "Sündenfall". Die Herald Tribune schrieb, Google kneble sich selbst, überall war die Rede von Zensur. Und tatsächlich, nichts scheint passender als diese Einschätzung.

Doch sie ist nicht erst seit China aktuell. Google zensiert sich bereits viel länger selbst. Beispiel Deutschland: Wer über das deutsche Googleangebot sucht, darf nicht hoffen, alles zu finden, was Google und das Web anzubieten haben. Stattdessen gibt es ab und zu einen verschämten Hinweis am Ende der Seite, dass man gewisse Ergebnisse nicht angezeigt bekomme. "Chilling effect" nennt sich das.

Ein Klick auf einen Link führt zu weiteren verschämten Erklärungen. Aufgrund möglicher strafrechtlicher oder jugendschutzgefährdender Relevanz seien einige Seiten unterdrückt worden. Welche Seiten das sind, das bestimme eine deutsche Behörde, nicht Google. Wörtlich heißt es:

"A URL that otherwise would have appeared in response to your search, was not displayed because that URL was reported as illegal by a German regulatory body."

Und noch einmal auf deutsch:

"Ihre Suche hätte in den Suchergebnissen einen Treffer generiert, den wir Ihnen nicht anzeigen, da uns von einer zuständigen Stelle in Deutschland mitgeteilt wurde, dass die entsprechende URL unrechtmäßig ist."

Meldung von Google mit Hinweis auf ChillingEffects.org

Erst auf Nachfrage wird man bei Google genauer. Es handelt sich um die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (FSJM). "Google hat sich freiwillig bereit erkärt, diese Seiten nicht anzuzeigen", sagt Pressesprecher Stefan Keuchel. Keiner habe den Suchdienst dazu gezwungen, aber "selbstverständlich wollen wir nicht gegen deutsches Strafrecht verstoßen", erklärt er weiter. Rund 1000 URL seien gesperrt, meistens handle es sich um Seiten mit Nazi-Inhalten, Kinderpornos oder Hardcore. Genau wie die anderen Suchmaschinen unterdrückt Google Informationen in vorauseilendem Gehorsam. "Google und die anderen Suchmaschinen sind auf uns zugekommen", bestätigt denn auch Petra Meier, die stellvertretende Vorsitzende der FSJM.

Damit ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass Suchende dennoch fündig werden. Wer über die amerkanische Google-Seite geht, findet, was ihm in Deutschland verwehrt wird. Ganz einfach, weil die Amerikaner "das anders sehen", wie Keuchel es beschreibt. Eben liberaler. In den USA gilt noch immer: Jeder hat das Recht, sich über alles informieren zu können. Nicht so in Deutschland. Hier werden erwachsene Inernetuser behandelt wie Kinder, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu schützen, bemängeln Kritiker. "Ich würde das nicht Zensur nennen", meint allerdings Stefan Keuchel. Solche Seiten wolle kein normaler Mensch sehen.

Doch wer entscheidet, was normal ist? Der Trierer Philosophieprofessor Gerard Radnitzky meint dazu: "In einer freien Gesellschaft, in einem Rechtsstaat, werden falsche Behauptungen durch Argumente widerlegt, aber ihren Anhängern bleibt es erlaubt, sie zu behaupten. Das Verbieten von falschen Behauptungen, von Dummheiten oder Lügen, ist ein totalitärer Zug."

Die "freiwillige Selbstkontrolle" werde schnell zur Informationsverhinderung, oder auch schlicht Zensur. Darüber sind sich Kritiker einig. Um das zu verdeutlichen genügt ein einfaches Beispiel: Ein Journalist bekommt eine Anfrage von einem Wildfremden, mit der Bitte, dessen Artikel auf seiner Website veröffentlichen zu dürfen. Die Seite werde es erst in ein paar Wochen geben. Eine Googlesuche ergibt kaum etwas über den Anfragenden. Schaut der Journalist etwas aufmerksamer, stößt er auf den Hinweis auf zensierte Seiten. Warum, das bleibt verborgen. Erst eine gezielte Suche über das amerikanische Google bringt Licht ins Dunkle. Bei dem Fragenden handelt es sich offenbar um einen bekannten und extremen Neonazi, der im Ausland lebt. Würde der Journalist diesem Menschen die Veröffentlichung seines Artikels auf dessen Website erlauben, wäre er schnell als ernstzunehmender Berichterstatter weg vom Fenster. Man würde ihn in der rechten Schublade ablegen. Wer wüsste schon, dass er gar nicht wissen konnte, wem er die Genehmigung gab? Google hat eine wichtige Information verhindert.

Das Argument, dann doch einfach andere Suchmaschinen zu nutzen, geht ins Leere. Denn auch die zensieren schon lange. Allerdings weisen sie nicht extra daraufhin. Sie tun es einfach. Diese Öffentlichkeit und Transparenz zumindest hat Google ihnen voraus. Egal ob MSN, Yahoo, Lycos oder AOL - sie alle zensieren. Nicht nur in China, einem totalitären Regime. In Deutschland, einer Demokratie. Das gilt offenbar als völlig legitim und politisch korrekt. Andernfalls hätte es sicher einen ebensolchen Aufschrei in der Öffentlichkeit gegeben, wie es ihn bezüglich China gab. In China unterdrückt Google.cn zum Beispiel Seiten zum Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens und zum Thema Tibet. In Deutschland eben zur Auschwitzlüge.

Wer aber entscheidet, was unterdrückt wird? Nicht die Suchmaschinen. Die machen mit. "Wir richten uns nach dem jeweils geltenden Recht, das sieht eben in jedem Land anders aus", sagt Stefan Keuchel. Und so gebe es entsprechend andere gefilterte Themen. Die Liste kenne er nicht, die sei "so geheim wie das Rezept für Coca Cola". Juristisch gesehen betritt Google damit sogar wackeligen Boden. Denn als Suchmaschine übernimmt man keine Verantwortung für die verlinkten Seiten. Was aber, wenn Google hier eingreift, wertet, sogar aussiebt?

Internetanwalt und Rechtsexperte Freiherr Günter von Gravenreuth bescheinigt den Googlemachern zumindest überflüssige Ängstlichkeit. "Es gibt diverse vermeintliche oder tatsächliche offene Rechtsfragen über Verbindung mit dem Internet. Dies führt bei kleinen und großen Anwendern zu unbegründeter Übervorsicht insbesondere bei Links zu fremden Inhalten, Suchfunktionen u.ä. Zu den Übervorsichtigen zählt auch der Suchmaschinenbetreiber Google." Das Unternehmen habe Angst, wegen möglicherweise unzulässiger Inhalte in Anspruch genommen zu werden. "Tatsächlich sind derartige Befürchtungen jedoch unbegründet", sagt von Gravenreuth. "Suchmaschinen liefern keine eigenen Inhalte, sondern fremde Seiten. Den Suchmaschinenbetreibern steht insoweit § 11 TDG zur Seite, als sie für fremde Inhalte nur dann haften, wenn sie deren Rechtswidrigkeit positiv kannten." Ein vorauseilendes Filtern sei daher für Google & Co. nicht erforderlich.

Tatsächlich hat Google seine Unschuld schon lange verloren, nicht erst seit China. Denn das Ziel des Unternehmens, seine Nutzer neutral zu informieren, Unabhängigkeit zu bewahren und sich weder von Regierungen noch von Werbetreibenden beeinflussen zu lassen, hat es nicht erreicht. So meint Google, die "Entfernung von Suchergebnissen" sei "nicht mit den Zielen von Google zu vereinbaren", noch weniger mit dem Auftrag "keine Informationen zur Verfügung zu stellen". Doch zeigt sich hier nicht so sehr die Doppelzüngigkeit des Unternehmens, als vielmehr die der sogenannten freien Medien. Denn genaue diese Aussage wurde dem Unternehmen von allen Medien in den Demokratien bislang vorgeworfen, sie griffen Google entsprechend scharf an. Allerdings nur, solange es China betraf, nicht in Zusammenhang mit einer westlichen Demokratie. Einer Demokratie wie zum Beispiel Deutschland.

» 9 Kommentare
9"Beutekunst"
am Samstag, 12. September 2009 23:28von gerhard jeske
Gerhard Jeske 22547 Hamburg,  
Hamburg den 11.09.2009  
 
Beutekunst -  
Perlen vor die Säue !  
Kunst und Kultur sind durch Künstler und viele andere Schöpfer gemacht worden, aber die Zerstörung der Kultur, eben auch der Raub von Kunstwerken,- von Regierungen und Militärs. Die Kulturschaffenden hatten, wie es so im Volksmund heißt, "Die Perlen vor die Säue geworfen" Bleibt noch zu erwähnen, dass die Schriftsteller. Schauspieler und Bildenden Künstler, angesichts dieser Barbarei, nie in den Streik getreten sind.  
Gerhard Jeske
8"Vermögen einer Minderheit"
am Sonntag, 7. Juni 2009 20:17von Gerhar Jeske
Heimatideologie ist ein Vorwand 06.07.09 Sudetentag in Nürnberg. 
Klar doch, wer im Osten nichts besaß als seine Mietwohnung und schlecht bezahlte Arbeit, diesen zieht es nicht dorthin zurück, nur die Minderheit von Besitzenden und Großbauern, Hauseigentümern usw, versuchen unter dem Deckmantel, des Rechtes auf Heimat, ihren Besitz wieder einzutreiben, und das deutsche Volk soll ihnen dabei helfen und ihnen die Kastanien aus dem Feuer holen. Wer gab den Hausbesitzern und Mietern , das Eigentum zurück, welches in ungeheurer Zahl durch Bomben vernichtet wurde ? Die Toten kann niemand ins Leben zurückbringen und ihre Exiztens einklagen. Die nächsten 200 Millionen Waser und Klima Vertriebenen werden uns in Zukunft mehr beschäftigen müssen." Wir haben hier keine bleibende Stadt" das lernte ich schon in der Klippschule in der Freien Stadt Danzig . 
gerhard jeske 22547 hamburg
7"Erika Steinbach und kein"
am Samstag, 28. Februar 2009 21:36von gerhard jeske
Frau Steinbach, ohne Einsicht? Ihr Krieg beginnt erst im Frühjahr 1945.Die meisten Danziger hatten ihre Heimat, bedingt durch die Niederlage an der 
östlichen Front, vorzeitig verlassen und dann freiwillig, nach der Kapitulation am 8.Mai 1945, auf leeren sowjetischen Militärzügen, die in 
Richtung Berlin fuhren, das geschah noch vor der Potsdamer Konferenz. Wir konnten uns nicht vorstellen unter Russen und Polen zu leben. Was durch die unbestimmte Zukunft verständlich war. So ist auch unsere Restfamilie mit einem leeren Güterzug, am 26.Juni 1945, nach Berlin gekommen. 
Die Wehrmacht vertrieb Zivilisten aus dem Frontgebiet. Aus Angst begann eine überstürzte Flucht und nach dem Mai 1945 so schnell wie möglich hinter die Oder zu gelangen. „Nur weg von hier“hieß ihre Losung.Innerlich hatten die letzten deutschen Bewohner Danzigs ihre Heimat aufgegeben. Bleibt noch zu erwähnen, dass Frau Steinbach und Ihre Seilmannschaften über die Vertreibung und Tötung der Minderheiten in Danzig, 
Pomme
6"falsche Geschichte"
am Samstag, 29. November 2008 16:05von markus
Wer sagt uns denn, dass in Deutschland Nazis nicht noch immer in der Regierung sitzen? Ich meine nicht die NPD und deren Anhänger ! Vielleicht sitzen sie eher in der Wirtschaft, hier in der Pharma-Industrie (siehe Contergan-Skandal und wie die Regierung gruenenthal unterstützt). Seit der Doping-Affäre im Radsport ist eines klar: Leistungssportler sind Versuchskaninchen der Pharma-Industrie für Menschenexperimente-und eben ersetzbar-. Die grössten 
Sponsoren des Sports sind getarnte Pharma-Klans. 
Ich denke Menschenexperimente sind nach dem 2. Weltkrieg verboten? Von wegen ! Erst recht im Ausland wird zB Contergan weiterverkauft und führt zu weiteren Mißbildungen bei Neugeburten. 
Die Nazis setzten sich nach Australien, ect. ab und versteckten sich in Religionsgemeinschaften,zB Aventisten.
5"Raketen in Nordpolen"
am Donnerstag, 21. August 2008 15:15von Gerhard Jeske
Die Spirale dreht sich wieder. Kommentare 
Hamburg den 12..05.2008 Gerhard Jeske Raketen in Nordpolen 
Raketen sind wie Magneten, sie ziehen andere Raketen an. 
Als ich 1986 für einen Fotoband in Nordpolen fotografierte, durfte ich in den Lebaer Dünen, östlich von Slupsk , eine V 1 Abschussrampe aufnehmen. Diese Rampe diente noch 1986 als Anschauungsobjekt für das pol. Militär. Es wundert mich nicht, dass der CIA diese Gegend, für einen neuen Raketenstützpunkt vorgesehen hat. Die Amerikaner von der Nasa stehen diesbezüglich in einer Tradition der NS- Vergangenheit. Gegen diese Entwicklung hatte sich in Slupsk Nordpolen (Stolp) eine Antiraketen Initiative gegründet. Über 800 Demonstraten beteiligten sich im ende März an einer Kundgebung gegen die Raketenpläne der USA auf polnischen und tschechischem Territorium. 
Raketen sind wie Magneten, sie ziehen andere an, und das im Umgekehrten Verhältnis.  
Statt zehn Raketen in Polen, werden 20 in Westrussland aufgebaut werden 
Kultur können
4"huoh"
am Sonntag, 3. August 2008 14:32von hou
stasi war gestern 
heute gibt es 
"bundesministerium für politische bildung" 
 
die tuen das selbe 
nent sich nur anders
3"is Guenter Gras kaschube?"
am Sonntag, 6. April 2008 17:00von Gerhard Jeske
Ist Herr Guenter Grass ein Kaschube Herr Grass ist kein Kaschube. Nur eine polnisch -kaschubische Großmutter kommt darin vor, alle weiteren Namen, so auch der seiner Mutter - Knoff- sind deutsche oder ehemalige juedische Namen. Da wird aus einem viertel Kaschuben ein ganzer gemacht. ( Der groesste Kaschube den es gab) so schreien sie herum. Nicht einmal der Rassist Globke hatte es fertig gebracht aus einem viertel Juden einen ganzen zumachen. Aber diese Sippen-rassische Ideologie sitzt in den Köpfen fest, bei Deutschen ebenso wie bei den Polen. Unentwegt wird auf beiden Seiten von Mischfamilien usw. gesprochen und Minderheiten als rassische Sippen verstanden. Das sind alles alte Schlaeuche, in die man sogar alten Wein reingiesst. Bleibt noch nachzutragen, dass mein Freund in Gdansk, Gerard Knoff, ein Verwandter von der Mutter des Herrn Grass war, der als Mitglied der polnischen Minderheit 1939 nicht die deutsche Staatsbuergerschaft erhielt,, staatenlos wurde, dann ab 1943 ins KZ- S
2"Ist G. Grass ein Kaschube"
am Freitag, 29. Februar 2008 14:07von Gerhard jeske
co Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  
Eigentlich koennten Sie in Goerlitz froh sein, dass Herr Grass nicht den Brueckepreis bekommen hat. 
. Da ich ab 1983 mit Herrn Guenter Grass wegen seiner Diffarmierungen der pomorschen-kaschuben in Fehde stehe, sende ich Ihnen meine Ansicht zu. Bisher hat keine Bürgerliche Zeitung meine Kritik veröffentlicht. Herr Reich-Ranicki schlug förmlich die Hände über den Kopf zusammen und meinte, dass er daran nicht schuldig wäre und Herr Giordano zog sich aus der Affäre in dem er mir schrieb, dass er den Butt nicht gelesen hätte. Sie fühlen sich auf die Nerven getreten, weil sie am Thema vorbeigeredet hatten. Sie hätten die Bücher von Grass gruendlicher lesen sollen. Ausserdem ist Grass kein Kaschube. Nur eine poln-kaschubische Großmutter kommt darin vor, alle weiteren Namen, so auch der seiner Mutter -Knoff- sind deutsche oder ehemalige juedische Namen. Da wird aus einem viertel Kachuben ein ganzer gemacht. ( Der groesste Kaschube den es gab) so schreien sie herum.
1"GG Artikel 5"
am Donnerstag, 27. Dezember 2007 01:21von Ezeciel
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äussern und zu verbreiten und sich aus allgemein frei zugänglichen Quellen " u n g e h i n d e r t " zu unterrichten. .... E i n e Z e n s u r f i n d e t n i c h t s t a t t. 
 
Wir nähern uns der DDR. Es fehlt nur noch die StaSi!
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