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Heut beim Mittagesse sacht mei Frau, die Lisbeth, „Es ist schon zum Mäusemelke, was sich in Deutschland so alles als Experte bezeichne darf! Da hat sich widder einer, ein Hilmar Schneider, Direktor für Arbeitsmarktpolitik am Bonner Forschungsinstitut für die Zukunft der Arbeit, aus em Fenster rausgelehnt, und einen solchen Knuddelkit verzapft, des mer en Schleudertrauma vom Kopfschütteln bekomme könnt, so danebe ist des.“
Was mei Lisbeth so uffgerecht hat, könne Sie selbst nachlese:
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Schneider: Eine Ausweitung der Hinzuverdienstgrenzen ist der falsche Weg. Stattdessen müssten Betroffene eine Gegenleistung für die Staatshilfe erbringen und in jedem Fall einer Arbeit nachgehen. Die müsste zwar im Bedarfsfall von den Kommunen bereitgestellt werden, aber letztlich wird dadurch jede Tätigkeit im freien Markt attraktiv, die schon geringfügig höher entlohnt wird, als es der Hartz-IV-Leistung entspricht. Um das umzusetzen, brauchen wir keine neuen Gesetze.
Quelle: Mainpost
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Des muss mer sich mal uff de Zung zergehe lasse: „Gegenleistung für die Staatshilfe…“ Der vergisst ganz, dass mer ja schon eine Vorleistung erbringe, mit all unseren Lohn- und Gehaltsabzügen. Auch, um in der Arbeitslosigkeit, die ja heut jeden treffe kann, ne Grundabsicherung zu habbe.
Noch heftiger nach Zwangsarbeit zu Sklavenlöhnen klingt dem Schneider sein: „…letztlich wird dadurch jede Tätigkeit im freien Markt attraktiv, die schon geringfügig höher entlohnt wird, als es der Hartz-IV-Leistung entspricht.“ Jede Tätigkeit, die mehr als 360 Euro im Monat brutto bringt, ist also für den attraktiv. Nicht zu fasse. Odder?
Womit die Leut dann Konsum finanziern und lebe solle, die Fraach stellt sich dem garned. Von Wirtschaftskreisläufen hat der offenbar kei Ahnung. Wo kei Kaufkraft ist, lieber Herr Schneider, da gibt’s auch keine Umsätze. Wo es keine Umsätze gibt, da gibt es keine Entwicklung und keine Arbeitsplätze. Im Gegenteil. Die Unternehmer gehen Pleite, die Arbeiter verliern ihrn Job.

Kann emal irgendwer diesen Experten das Bedingungslose Grundeinkommen erklärn? Nur so gibt’s Kaufkraft in der Fläche, Umsatz, Konsum und Weiterentwicklung. Was anneres funktioniert ned. Die Welt ist uffgeteilt. Und all jene, die ohne Besitzansprüche uff die Welt komme, bleibe überwiegend chancenlos. Wer in eine Hartz-IV Familie reingeborn wird, der hat schon verlorn. Da reicht es kaum zum sattwern, geschweige denn zur regelmäßigen Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen. Bücher kann sich eine Familie von Hartz-Opfern ebenfalls nemmer leiste. Auch der Zugang zum Internet, der ja zumindest einen PC voraussetzt, ist praktisch unerschwinglich.
Wie hat der Schneider so schön gesagt: „…letztlich wird dadurch jede Tätigkeit im freien Markt attraktiv, die schon geringfügig höher entlohnt wird, als es der Hartz-IV-Leistung entspricht.“
Ich verzicht heut uff en attraktive Nachtisch, weil ich garned soviel esse kann, wie ich bei solche Experte kotze könnt.
Meint Ihne Ihrn
Willy
» 4 Kommentare
4"Erst denken, dann reden.." am Montag, 18. Januar 2010 14:26
Brigitte Pothmer, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik, und Markus Kurth, Sprecher für Sozialpolitik: "Es ist schon erstaunlich, mit welcher Frechheit die erst wenige Wochen im Amt befindliche Arbeitsministerin von der Leyen ohne jede Sachkenntnis mehr Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger fordert. Die Jobcenter sind heute schon nicht in der Lage, eine vernünftige Rechtsanwendung zu garantieren. Sie haben zwischen Januar und November 2009 fast 270.000 falsche Hartz-IV-Bescheide ausgestellt. In manchen Bundesländern hat über die Hälfte der Klagen gegen Hartz-IV-Bescheide Erfolg, schon bei den Widersprüchen sind es weit über ein Drittel.Statt bei dem geübten Populisten Roland Koch in die Lehre zu gehen, sollte von der Leyen vielleicht mal einige Schichten im Jobcenter einlegen, um zu sehen, wie dort unter unter unzureichenden Bedingungen Fehler am laufenden Band produziert werden und das Recht der Bürgerinnen und Bürger mit Füßen getreten wird." * Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
3"YouTuber für das BGE" am Freitag, 15. Januar 2010 14:27
@ Willy Ganz meine Meinung. Es ist unglaublich, was sogenannte "Wirtschaftsexperten" und "Wirtschaftsweisen" z. Zt. fordern. So z. B. auch Dr. Wolfgang Franz, sogenannter "Wirtschaftsweiser". Oder auch unsere neue Bundesministerin für Arbeit und Sozials Ursula von der Leyen, die vor kurzem in einer Polit-Talkshow schärfere Sanktionen für Hartz IV Empfänger forderte und ganz überrascht tat, als sie hörte, dass bei Schlecker Lohndumping betrieben wird und nicht glauben wollte, dass das kein Einzelfall ist. Fazit: Der neoliberale Kurs wird in unserem Land knallhart weitergefahren. Liebe "Experten"! Lest "Einkommen für alle" von Götz Werner. Vielleicht wacht Ihr dann auf. MfG btw: Diesen Monat bringt Götz Werner ein neues Buch raus:Freiheit - Gleichheit - Grundeinkommen
2"." am Donnerstag, 14. Januar 2010 15:48
Durch niedrigere Löhne sinken auch die Preise, was wiederum weitere Lohnsenkungen nach sich zieht etc. Eine Spirale nach unten. Die benachteiligten gesellschaftsschichten verfügen somit über immer weniger finanzielle Mittel. Nur das Geld ist ja nicht weg, es gehört dann ganz einfach jemand anderem. Die EZB erhöht die im umlauf befindliche geldmenge seit jahren um teilweise bis zu 10%. Fair verteilt müssten wir dann eigendlich mehr Geld in der tasche haben, dem ist aber offensichtlich nicht so. Denn die finanziellen Resourcen werden inerhalb der Gesellschaft immer ungerechter verteilt.
1"Hals-ab-Schneider" am Donnerstag, 14. Januar 2010 15:41
>Die müsste zwar im Bedarfsfall von den Kommunen bereitgestellt werden..." Zwangsläufig zu Lasten der normalen Arbeitsplätze. Kennen wir ja schon von der 1-Euro-Kampagne. Und Arbeitslager mit Wassersuppe würde die Kommunen noch weiter entlasten. Dann könnten sie sich das Geld für Wohnungen sparen.
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