47 Städte und 4.500 Kilometer, quer durch Europa, wird das Via Mobil in den kommenden fünf Monaten als rollender Botschafter für die 3. Sächsische Landesausstellung unterwegs sein. Ein Jahr vor Beginn der Landesausstellung mit dem Titel "via regia - 800 Jahre Bewegung und Begegnung" gab die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, in Görlitz den Startschuss für die internationale Werbetour: "Das Via Mobil soll entlang seiner Tour von Sachsen und den Menschen in diesem Land erzählen - und so neugierig machen auf den Freistaat als Kultur- und Reiseland, als Wirtschafts- und Innovationszentrum und möglichst viele Menschen für die Landesausstellung interessieren."

Deutsch-amerikanische Begegnung: Karen Epp aus Wisconsin - hier mit dem Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick

Deutsch-amerikanische Begegnung: Karen Epp aus Wisconsin - hier mit dem Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick - hat mit Görlitz jetzt schon mal einen Teil der Via Regia kennengelernt.
 

Auf seiner Fahrt von Santiago de Compostela über Görlitz bis nach Kiew will die "mobile Ausstellung" Geschichte und Zukunft der einst bedeutenden Handelsstraße vermitteln. Ab März des kommenden Jahres ist eine zweite Tour durch 50 Orte im Umkreis von bis zu 200 Kilometern rund um Görlitz geplant. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer interaktiven Medienstation. Zum Begleitprogramm des Mobils gehören Vorträge und Diskussionsveranstaltungen vor Ort an den Haltepunkten. Dokumentarfilmer begleiten die Reise und halten ihre Reiseerlebnisse in einem Film fest, der ein modernes Bild der via regia und ihrer Geschichte zeichnen soll. Der Dokumentarfilm wird anschließend Teil der 3. Sächsischen Landesausstellung.


Die Landesausstellung "via regia - 800 Jahre Bewegung und Begegnung" findet vom 21. Mai bis 31. Oktober 2011 in Görlitz statt. Mit Konzeption und Durchführung der Landesausstellung sind die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) beauftragt. "Ziel der Landesausstellung ist die Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte und Kultur im europäischen Kontext. Darüber hinaus ist es wichtig, Sachsen als Land der Wissenschaft und Kunst stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken", so der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Professor Martin Roth.


Die via regia ist eine der ältesten und wichtigsten west-östlichen Landverbindungen in Mitteleuropa. Als Teil des Wegenetzes von Kiew bis Santiago de Compostela war sie über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Handelsstraßen. Die historische via regia selbst reichte von Frankfurt bis nach Krakau. Sie wurde erstmals 1252 urkundlich als "strata regia", erwähnt. An ihrem Verlauf entstanden Städte, Handelsplätze und Kirchen, die zum Teil noch heute an die einstige Bedeutung der via regia erinnern. Auch Görlitz verdankte der via regia seinen Aufstieg zu einer einst erfolgreichen Handelsstadt. Die 3. Sächsische Landesausstellung thematisiert das Leben an und auf der Straße und erzählt Geschichten von Menschen, Waren, Gütern, Kunst und Kultur, die sich auf Rädern, Rücken und in Köpfen buchstäblich auf den Weg gemacht haben. "Die Ausstellung wird das Thema Straße anhand von rund 400 Objekten und hochkarätigen Exponaten so lebendig und bewegt erzählen, wie das Leben auf und an der Straße tatsächlich ist", sagte die Projektleiterin der Landesausstellung, Bettina Probst. Besonders jüngere Besucher sollten sich angesprochen fühlen, sich mit der Region und ihrer Identität, aber auch mit eigenen Beweggründen, die Heimat zu verlassen oder sich andere Ziele zu suchen, auseinanderzusetzen.


Der Freistaat Sachsen hatte die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2007 mit Konzeption, Planung und Durchführung der Landesausstellung beauftragt. Das Thema der Ausstellung "via regia" war mit der Bewerbung der Stadt Görlitz zur Kulturhauptstadt Europas 2010 vorgegeben. Ausstellungsort ist der Kaisertrutz, eine Kanonenbastion vom Ende des 15. Jahrhunderts, die das ursprüngliche Eingangstor zur Stadt markiert.
www.landesausstellung-viaregia.museum

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