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 Jakob Arjouni - Der heilige Eddy
Es gibt Bücher, von denen erwartet man wenig und dann fesseln sie einen und sind schnell gelesen. "Der heilige Eddy" von Jakob Arjouni ist so eines. Es geht um den Trickbetrüger Eddy, der durch unglückliche Umstände einen bekannten Industriellen tötet. Unabsichtlich, denn es handelt sich um einen Unfall.
Der Tote bestimmt zum Zeitpunkt seines Todes gerade die Schlagzeilen in Berlin, sein Ruf ist äußerst negativ. Wie der Straßenmusiker sich anfangs mit Geschick aus dieser unangenehmen Situation löst, vom negativen Image seines Opfers profitiert, um am Ende doch von der Realität eingeholt zu werden, ist locker-flockig erzählt und einfach nur angenehm zu lesen.
Man fühlt regelrecht mit dem Protagonisten mit, was man ja nun wahrlich nicht von jedem Buch sagen kann. Negativ und irritierend ist einzig das Titelbild, das eine scheinbar reiche Frau zeigt. Wer sich davon leiten lässt, wird vielleicht gar nicht erst zum heiligen Eddy greifen. Und verpasst etwas.
Jakob Arjouni - Der heilige Eddy Verlag: Diogenes ISBN: 978-3257066852
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 Daniel Kehlmann: Ruhm
Das neue Buch des durch den Bestseller "Die Vermessung der Welt" zu Ruhm gekommenen Autors Daniel Kehlmann versteht sich als große Literatur, das steht außer Frage. Bei dem in Bezug zum Autor passend betitelten "Ruhm" handelt es sich um einen Roman in neun Geschichten. Man könnte auch sagen: um neun Kurzgeschichten mit leichten Überschneidungen, was einzelne Charaktere und Handlungen betrifft. Fraglos hat der Autor im wahrsten Wortsinn komponiert. Er nutzt unterschiedliche Schreibstile und Perspektiven. Ist mal Erzähler, mal Künstler. Das alles mag für einen durchschnittlichen Leser nicht gerade interessant wirken. Man muss aber sagen, dass "Ruhm" leicht und schnell zu lesen ist. Das spricht für das Können des Autors.
Sicherlich ist die Herangehensweise etwas hochgestochen. Einzelne Geschichten (das spannende "Osten", in der eine Autorin in einem fremden Land verloren geht) sind besser als andere (wie "Rosalie geht sterben", wo die Protagonistin mit dem Autor Zwiesprache hält oder das in der anstrengenden Form eines Blogs geschriebene "Ein Beitrag zur Debatte"). Anzunehmen, dass Daniel Kehlmann einfach mal zeigen wollte, was er so kann. Ein so großer Wurf wie sein Bestseller ist "Ruhm" nicht. Die Prognose, dass das Buch sich nicht so gut verkaufen wird, wie sein Vorgänger, ist nicht allzu gewagt. Dass man es mit einem der besten deutschen Autoren zu tun hat, steht aber außer Frage.
Daniel Kehlmann: Ruhm Verlag: Rowohlt ISBN: 978-3498035433
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