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Interviewer: Monika Berger-Lenz Christopher Ray Ton: Matthias "Schmidti" Schmidt
Als Terry Pratchett in Deutschland von Heyne zu Goldmann wechselte, tat er das vor allem wegen der Suppenwerbung in den Büchern. Und wegen der grässlichen Cover. Heyne hatte die falschen verwendet. Eine weitere Todsünde von Heyne: Obwohl Terry Pratchett keine Kapitel mag, fügte der Verlag eigenmächtig eben diese ein. Nun ist Terry Pratchett bei Goldmann und dem Leser ist das im Prinzip egal. Mal abgesehen davon, dass es schon schön ist, auf einem Scheibenweltbuchcover nicht mit Bobbys und Autos konfrontiert zu werden. Das irritiert etwas.
Terry Pratchett hat mit 13 Jahren seine erste Geschichte geschrieben, war später Journalist und ist inzwischen berühmt für seine Scheibenweltgeschichten. Seine offiziell erste war "Farben der Magie". Allerdings hat auch Strata bereits einen ordentlichen Schuss Scheibenwelt in sich. Wir unterhielten uns mit ihm im Londoner Pub „The Globe“ über TOD und Scheibenwelt, Bier, Bücher und Pratchett ;-) Aber lesen und hören Sie selbst:
Unserer Meinung nach ähneln Sie als Autor dem Cartoonisten Gary Larson...
Ich fühle mich geehrt...
Was glauben Sie, wer ihnen in Sachen Film, historische Persönlichkeiten oder gar Politiker ähnlich ist, vorausgesetzt letzteres wäre möglich?
Weil ich ICH bin, kann ich niemanden wie mich erkennen. Auf jeden Fall weiß ich, es gibt keinen Politiker, der sein könnte wie ich, denn MEINE Eltern waren verheiratet.
Gut, kommen wir zu Ihren Büchern. Strata ist ein Buch, das etwas aus der Rolle fällt. Keine Scheibenwelt, kein Johnny Maxwell, warum Strata?
Strata ist mehr oder weniger eine Parodie auf Ringwelt. In der Ringwelt ist alles sehr effizient, alles sehr wissenschaftlich. Die Helden waren sehr praktisch und wussten was sie zu tun hatten. Ich habe ein paar sehr unbedarfte Helden genommen und sie in eine Welt gesteckt die alles aber gewiss nicht effizient war. Meist sehr mächtig und magisch voll unglaublichem Hightech. Es war eine Art Antipol zu Ringwelt. Ich habe das extra so gewählt. Ich kann eine Menge schreiben wie Larry Niven, wenn ich das will (lacht), ich kann einen Stil ganz leicht übernehmen. Er war nett zu mir wegen Strata.
Mögen Sie Larry?
Ja, absolut, kennen Sie ihn?
Das ist ziemlich lange her...
Wenn Sie sich rasieren würden, könnten Sie ein bisschen wie er aussehen. Ich habe ihn mehrmals getroffen. Mein Lieblingsbuch war die Neutron-Star-Anthology, die ein halbes Dutzend seiner besten Kurzgeschichten enthält.
Mögen Sie auch die Bücher, die er zusammen mit Jerry Pournell geschrieben hat?
Luzifers Hammer hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube, dass das das beste war was sie je zusammen gemacht haben. Ich mochte auch Splitter im Auge Gottes, oder würden Sie nicht glauben, dass es wirklich eine Raumflotte wie diese geben könnte? Es sieht für mich so sehr nach den Amerikanischen Marins aus. Es gab darin einige wirklich sehr sehr gute Ideen, die mich beeindruckt haben. Aber insbesondere Luzifers Hammer.
Kennen Sie auch deutsche Autoren, vielleicht Walter Ernsting (Clark Darlton)?
Ja, natürlich kenne ich ihn, habe aber keine Ahnung, wo er jetzt lebt.
Es gibt Verfilmungen von MacBest und Rollende Steine. Erkennen Sie Ihre Figuren darin wieder?
Ja, es sind Trickfilme. Ich habe gesehen, dass sie sehr gut gelungen sind, in dem was sie tun, und sie kommen ziemlich nahe an die Figuren heran. Es sind einfache Animationen. Ziemlich ähnlich allerdings sind sie in MacBest.
Und andere Bücher?
Dreamworks hat die Trucker Trilogie aufgegriffen. Ich bin erfreut über das was sie machen wollen, bis jetzt zumindest. Eine Möglichkeit wird gerade diskutiert, die Shrek-Qualität mit wirklichen Menschen und Hintergründen zu verbinden. Ich denke Shrek war großartig. Sie haben mir den Film in einem großen Kino in LA gezeigt.
Wir fanden ihn auch klasse.
Es ist ein sehr witziger Film. Wobei ich nicht weiß, ob die Menschen ihn in einigen Jahren noch mögen werden. Ich denke Toy Story hatte mehr Herz als Shrek. Aber Shrek ist so clever. Verblüffend clever. Es ist mehr als einfach etwas Hübsches.
Warum haben Sie eigentlich keine eigene Homepage?
Wir haben eine Menge Domainnamen. Es ist immer die Frage, ob ich zwei Bücher im Jahr schreibe oder die Zeit damit verbringe, mich um die Webseiten zu kümmern. Was würden Sie bevorzugen?
Drei Bücher! Aber bleiben wir beim Internet. Uns ist aufgefallen, dass die Domain scheibenwelt.de, die bis vor kurzem noch eine unglaublich gute private Seite über Sie und Ihre Bücher war, jetzt nur noch einen Onlineshop enthält, außerdem noch Pornowerbung. Was ist da passiert?
Das Web ist der Wilde Westen. Ich wusste nicht, dass da Pornos drauf sind, sind sie gut?
Nein. Nervig. Es gehen zwangsweise jede Menge Fenster auf, die man kaum mehr schließen kann.
Wissen Sie, es ist ziemlich schwer. Ich habe sechs Domainnamen für die wichtigsten in englischer Sprache. Ich persönlich habe nicht die Absicht zu überwachen, ob es in irgendeiner Sprache so etwas gibt, irgendwo auf der Welt. Die Bücher sind in 27 Sprachen übersetzt. Aber ich bin sicher, dass ein solch großes Unternehmen wie Bertelsmann schrecklich sein kann, wenn sie so etwas mitbekommen. Sie haben sehr sehr gute Anwälte.
Wir haben es ihnen gemailt.
Und haben sie geantwortet?
Keine Ahnung, momentan sind wir in London. ;-))
Ach ja. (Nachtrag: Bertelsmann hat geantwortet – kümmern sich... Die Redaktion)
Welches Ihrer Bücher mögen Sie selbst am liebsten?
Die besten Scheibenweltbücher sind zu Theaterstücken verarbeitet worden. Verstehen Sie? Etwa acht oder neun werden für Theater adaptiert. Es gibt zwischen 20 und 25 Theater, wo sie derzeit in Vorbereitung sind oder aufgeführt werden. Aber die beste, die ich je gesehen habe, war in Deutschland, die deutsche Version von MacBest.
Letzten Herbst, als ich hinflog, um mir das anzusehen, saß ich mit Stephen Briggs zusammen, der zur Zeit auch die englische Version macht, und ich liebte seine Art. Und er sagte zu mir: „Kennst Du die deutsche Version?" „Nein, kein Stück." „Du wirst sie lieben." „Ja, weil ich das Drehbuch kenne." Es war so gut. Und ich konnte plötzlich deutsch verstehen, weil ich es erkannte, konnte ich es verstehen. Es war unglaublich gut.
Sie waren sogar schon in Hoyerswerda. Warum gerade Hoyerswerda?
Warum nicht Hoyerswerda? Ich kann tun was ich will.
Nun, es ist eine sehr kleine Stadt und sie ist ziemlich vergessen.
Nicht mehr, ich erinnere mich schließlich. Ich mache eine Menge Touren, immer wieder und überall. Ich mache so was, wenn ich denke, es ist an der Zeit.
Was ist Ihr Lieblingsbuch unter den eigenen?
Ich würde immer sagen „Helle Barden". Das hat einfach gut funktioniert. Ich meine, ich habe wirklich niedergeschrieben, was ich gesehen habe in meinem Innern, direkt vor meinen Augen. Aber am stolzesten bin ich wahrscheinlich auf meine Kinderbücher. Wie die Johnny Maxwell-Bücher oder die Trucker-Bücher.
Und wann erscheint Ihr jüngstes Buch in Deutschland?
Im frühen Herbst kommt Wahre Helden heraus. Etwas dünner als sonst und zu jeder Seite eine Zeichnung. Ich hatte das Buch schon früh fertig, jetzt muss es noch übersetzt werden. Das dauert eine Weile.
Die volle Wahrheit ist kürzlich in Deutschland erschienen. Haben Sie darin Ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet?
Ja, ich habe allerdings nie mit einem Vampir gearbeitet. Aber eine Menge darin basiert auf meinen eigenen Erfahrungen, als ich Journalist wurde. Sind Sie alle Journalisten?
Ja.
Wie haben Sie es gelernt?
Zuerst bei einer kleinen Lokalzeitung, später Radio, dann...
Sehen Sie, das ist meine Definition von Journalist. Als ich es lernte war das der klassische Weg. Man arbeitet bei einer kleinen Lokalzeitung und bekommt Dinge beigebracht. Man nimmt vieles auf, wie zum Beispiel Kurzschrift. Man hat billige Recorder und arbeitet damit.
Man lernt bei einer kleinen Zeitung immer mehr als bei einer großen. Weil man die größten und verschiedensten Sachen macht. So habe ich über Mörder berichtet und all diese Dinge. Als ich diese Sachen lernte war ich 17.
Ich hatte diese Macht, ich mochte die Worte und die Leute beobachteten, wie ich sie schrieb, aber ich hatte diese Macht nicht verdient. Ich hatte diese Kontrolle, das ist verblüffend.
Was sagt Ihre Frau zu Ihrem Erfolg?
Es nervt sie manchmal. Es nimmt uns viel gemeinsame Zeit, vor allem die 2 bis 3 Monate, die ich im Jahr auf Tour bin. Und sie meint, dass die Fans zu hohe Ansprüche haben. Sie regelt eine Menge der Finanzen – ich bin jetzt ein Familienunternehmen. (singt)
Auf unserer Hitliste ganz oben stehen TOD, gefolgt von Oma Wetterwachs. Dann kommen Cohen Der Barbar, Samuel Mumm, Gaspode, Treib-mich-selbst-in-den-Ruin-Schnapper und die Truhe. Wie sieht Ihre eigene Hitliste aus?
Mumm? Wir nennen ihn Captain Vimes. Ich verstehe nicht, weshalb er im Deutschen umbenannt worden ist. In „Der fünfte Elefant" heißt er Vimes.
Ihr deutscher Übersetzer Andreas Brandhorst ist übrigens sehr gut, kennen Sie ihn persönlich?
Nein. Wir haben uns E-Mails geschrieben und einige Probleme besprochen. Aber generell geht der Kontakt von den Übersetzern aus. Ich stehe mit etwa sechs von ihnen im Verbindung.
Zurück zu Ihren Lieblingsfiguren...
Vimes und Oma Wetterwachs sind meine persönlichen Lieblinge. Sie sind komplizierte Charaktere und deshalb für einen Autor interessant.
Warum besonders Vimes?
Eben weil er ein komplizierter Charakter ist, weil er ein Straßenkämpfer ist. Er ist ein Außenseiter. Es gibt eine Menge Ähnlichkeiten zwischen Vimes und Granny Wetterwachs. Oma Wetterwachs wäre gern eine richtig böse Hexe. Es gibt eine Menge Dinge auf der Welt, die sie nicht mag, die sie gern ändern würde. Sie hat weil sie eine bessere Welt will eine Schutzhülle angelegt, die Würde. Sie ist zu stolz um böse zu sein.
Und Vimes hat seine Schublade. Die eine Seite, wie er sich definieren kann, ist ein Polizist. Die Art auf die er denkt ist die eines Polizisten. Ich glaube ohne diesen Schub, ohne diesen Polizisten in sich, weiß oder fürchtet er, dass er ein hundsgemeiner Kerl wäre. Er ist ein Kämpfer, er ist sehr launisch aber in der Wache kann er als Mitglied der Gesellschaft handeln. Er sieht sich selbst als Polizist und ich schreibe im Moment gerade ein Buch über ihn.
Ein Buch über Vimes. Da fehlt sicher auch nicht Karotte. Wird Karotte jemals König von Ankh Morpork sein?
Ich weiß nicht. Was meinen Sie?
Keine Antwort, ich lese sie lieber. Was denken Sie über Tod?
Tod legte los in Farben der Magie. Dort habe ich eine Variante der berühmten Geschichte von der Verabredung in Samara verarbeitet, wo ein Diener zu seinem Herrn geht und sagt. Herr, Herr Könntest Du mir Dein schnellstes Pferd geben. Und der sagt. Warum nicht, du bist immer ein guter Diener gewesen. Aber wozu brauchst Du es. Und der Mann sagt, o Herr, ich war auf dem Markt und der Tod hat mich angerempelt. Ich muss weit weg vom Tod, weiter weg als ich möglicherweise kann und Samara ist so weit weg, wie es nur geht. Und dazu brauche ich Dein Pferd. Und der Herr gab ihm sein Pferd und ging auf den Markt und dort war Tod. Und er sagte. Warum hast Du meinen Diener erschreckt, was hat er Dir getan? Und Tod sagte. Ich wollte ihn nicht erschrecken. Ich war nur ein bisschen überrascht. Denn ich habe später eine Verabredung mit ihm, in Samara.
Das ist eine wirklich nette Geschichte und ich wollte eine Variante davon einfügen. Es hat Spaß gemacht, sie zu schreiben und später habe ich ihm Mort zur Seite gestellt um ihn ein bisschen mehr zu erklären. Er ist ein wirklich interessanter Charakter. Und wenn Sie „Thief of Time" lesen werden, dort habe ich das noch ausgebaut.
Vielleicht sollte ich Ihnen das nicht sagen, aber in „Thief of Time" werden Sie erfahren wie schwer das für die fünf apokalyptischen Reiter ist, die Menschheit und die Welt zu zerstören. Weil, sie sind Reiter, sie haben Hände, wir haben ihnen eine Form gegeben, sie haben menschliche Ansichten. Wenn sie die Menschheit zerstören, zerstören sie sich selbst. Sie sind zu sehr wie wir, wir haben ihnen Hoffnung und Furcht gegeben.
Tod ist ein interessanter Charakter, genau wie seine Enkelin Susan, weil sie mehr Mensch ist. Aber sie hat einen kaltherzigen Teil in sich mit Tod. Das macht sie interessant. Interessante Charaktere sind Menschen die ein schlechtes Leben haben.
Vimes (Mumm), Tod, Oma Wetterwachs oder Rincewind – kennen Sie all diese Menschen in Ihrer Umgebung?
Ich habe sie erschaffen. Sie basieren nicht auf irgendjemand. Außer natürlich das zwei Meter große Skelett, das nächste Tür wohnt.
Könnten Sie sich mit irgendeiner Ihrer Figuren vergleichen?
Nein, meine Figuren sind reine Fiktion und ich bin eine wirkliche Person, ich bin ein Teil von ihnen allen. Denn alles an ihnen ist geschaffen aus Fragmenten meiner Persönlichkeit.
Was halten Sie von Theodore Sturgeon?
Ich habe ihn viel gelesen als ich jünger war.
Er war der größte...
Naja, ich denke, er ist derjenige, der den größten Eindruck auf Sie gemacht hat als Sie jünger waren. Ich würde James Blish bevorzugen, der die Fliegenden Städte geschrieben hat. Das ist wie mit Tolkien. Wenn man 14 ist und nicht Tolkien für das größte hält, dann stimmt was nicht. Aber wenn Sie das immer noch glauben wenn Sie 50 und älter sind, stimmt wirklich etwas nicht mit Ihnen.
Und Keith Laumer?
Natürlich, natürlich, da können wir uns die Hand geben (geben sich fünf).
Der Punkt ist doch, dass es so viele von ihnen gibt und so viele sind arm gestorben. Zum Beispiel Eric Frank Russell. Jeder glaubte, er sei Amerikaner, aber er war Engländer. Er hat sich auf dem amerikanischen Markt verkauft.
Aber es war eine tolle Zeit.
Ja und nein. Es war eine Zeit großer Science Fiction, aber auch miserabel bezahlter Schriftsteller.
Und der absoluten Fans.
Ja, das ist jetzt schwerer. Denn es gibt eine Menge gieriger Anwälte. Sie wissen wahrscheinlich, dass ein amerikanischer Schriftsteller J.K. Rowling beschuldigt, seine Ideen gestohlen zu haben. Ich will das nicht kommentieren. Aber das macht es für einen Autor schwer, sich Manuskripte anzuschauen. Man schickt es zurück und derjenige kommt später und behauptet, Du hast meine Idee gestohlen.
Aber zurück in die 60er, da ging es nicht um Geld, auf den großen Cons ging es um Science Fiction und du konntest mit Arthur C. Clarke einen trinken. Das ist jetzt schwerer, aber es ist noch möglich.
Ich kann auch noch weiter gehen, in die späten 40er. Da gab es Magazine wie "Unknown". Das hatte die größte Sammlung von Fantasy-Geschichten. Wie zum Beispiel "The Early Man". Die beste Behandlung dieses Themas, es beleuchtet den Neanderthaler. Er ist 75.000 Jahre alt. Und die Leute sagen: "Hey, hast Du Jesus getroffen. Nein ich habe ihn nie getroffen." Weil er nie dort war, wo Geschichte passiert ist. Alle 20 Jahre ist er umgezogen. Das ist herrlich beschrieben.
So zieht sich das hin von den 40ern bis in die frühen 70er und in den 60ern gab es eine Riesenwelle. So viele verschiedene Arten, wunderbare Geschichten, so viele Autoren, darunter Giganten, aber sie haben arm gelebt und sie sind arm gestorben.
Außer Isaac Asimov.
Ja, und Arthur C. Clarke.
Apropos Isaac Asimov, in seinen Geschichten dreht es sich ja häufig um Gleichberechtigung, Einigkeit, gegenseitige Achtung usw. Wie stehen Sie eigentlich zu einem Vereinten Europa?
Wissen Sie, ich bin von Natur aus kein Freund der Idee eines Vereinten Europas.
Ich mag den Gedanken, dass es viele verschiedene und souveräne Staaten gibt. Auf der anderen Seite – mein Vater hat gegen Ihren gekämpft, mein Großvater kämpfte gegen Ihren Großvater, ich habe nicht gegen Sie gekämpft und meine Tochter .... Sie ist in Deutschland gewesen, sie war überall. Sie sieht Europa nicht als realen Platz, da geht man eben hin. Und es lohnt sich, den Preis dafür zu zahlen. Die ganzen Völker, Bewegungsfreiheit für die Leute, außer vielleicht ein kleines bisschen für die Franzosen. (lacht) Für alle französischen Leser – das war ein Scherz.
Aber der Punkt ist, dass alle sagen, die Leute in Brüssel sollen alles entscheiden, das wäre viel besser. Nehmen wir das Beispiel Würstchen. Die Deutschen mögen sie voll mit Fleisch. Wir mögen sie mit Staubflusen und voll Müll und Brotkrümel. Wir wollen unsere Würstchen nicht vorgeschrieben haben, dann hätten wir ja welche aus Fleisch.
Immerhin, in Deutschland gibt es unglaublich gutes Bier. Ich wünschte, man würde uns vorschreiben, wie wir Bier brauen müssen, dann könnten wir deutsches Bier haben. Ich weiß, was alles in ein gutes englisches Bier kommt. Deshalb trinke ich Wodka.
Als ich nach Deutschland gekommen bin wegen der Produktion von MacBest, da sind wir angekommen, haben für das Hotel bezahlt und das alles und nach der Aufführung haben sie uns bewirtet. Und wir haben jede Menge Bier getrunken und jede Menge Würstchen gegessen und noch mehr Bier getrunken und am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und ich hatte keinen Kater. Das ist das deutsche Bier, da gibt es keine Zusätze, nur Hopfen und Wasser.
Werden Sie eigentlich mal ein Buch über die Igors schreiben?
Ja, weil sie sehr nützlich sind. Überwald ist im Grunde ein Teil von Deutschland, ein Teil von Polen und einem großen Teil von Russland und der Karpaten ohne wirklich ein Teil von all dem zu sein. Es ist eine Art Gefühl, aber es ist ein Teil von Europa.
Nicht dort, wo große Leute teuren Wein trinken. Sondern dort (lacht) wo sie Bier trinken und Würstchen essen und eine Menge dunkler Sachen in den Wäldern passieren. Ja, ich mag Igors. Sie sind sehr nützlich.
Ich schreibe an einem Kinderbuch auf der Scheibenwelt über „The Amazing Maurice" der Ratten ausgebildet hat. Und das ist sehr düster, dieses Buch. Aber es ist ein Scheibenweltbuch und es wird für Kinder verlegt. Und es spielt nicht in Überwald, wo gewissermaßen Transsylvanien ist. Ich lasse es in einem Kurort spielen, weil Kurorte im Englischen immer so lustig klingen, wie Bad, Bad Blinz. Sie haben da so Spieluhren, wie es sie in Österreich gibt, da ist viel Spaß dabei, aber das meiste handelt in den Kanälen. Dort geht es verrückt zu.
Immer wenn ich in Deutschland bin sagt jeder, du musst unbedingt auf das Oktoberfest, weil dort die Leute vier Nächte lang betrunken sind. Ich könnte im Dirndl gehen, weil jeder ein Dirndl trägt, aber Lederhosen wären vielleicht eine bessere Idee. (lacht) Ich mag die Idee von einer Stadt nicht, wo die Menschen vier Tage hintereinander betrunken sind. Als ich das letzte Mal da war musste ich Knödel versuchen. Knödel!
Nicht das schlimmste. Sie mögen deutsches Bier und Wodka, welche Musik mögen Sie eigentlich?
Jim Steinman höre ich sehr gern, aber ich habe einen sehr eigenen Geschmack. Ich mag alle Arten von Musik außer Jazz, pfui (spuckt aus).
Ich mag auch Folkmusik. Ich bin ein großer Fan von Musik im spanischen Folklorestil.
Wir haben gestern Abend hier in diesem Pub gerade den berühmtesten Folk-Sänger von Korea getroffen.
Von Korea?
Ja, so eine Art Bob Dylan von Korea.
Ich stelle mir gerade einen koreanischen Bob Dylan vor (singt). Ich weiß, Bobby lacht darüber, es gibt keinen Grund, weshalb Korea keinen größten Folksänger haben muss. Das muss eine Schublade sein. Es gibt auch einen größten Folksänger in Island. Und natürlich ist es der größte Folksänger in Island.
Wie lange schreiben Sie im Durchschnitt an einem Buch?
Ich schreibe 40 Jahre und etwa sechs Monate. Natürlich nicht wirklich. Ich werde auch besser mit der Zeit. Aber ich habe viel gelesen. Sagen wir, ein Text sechs Monate. Wenn eine Uhr mitlaufen würde. Aber Tatsache ist, dass man auf eine Menge Erfahrung zurückgreift, 40 Jahre Lesen und sicher auch etwas Lebensweisheit. Und wenn man das alles hat, dann dauert es sechs Monate.
Und welche Schriftsteller mögen Sie?
Carl Hiassen, Donald Westlake, George Mac Donald Fraser...
...aber meistens lese ich Wissenschaftliches und Geschichte. Derzeit lese ich ein Buch über die tiefsten Tiefebenen der Welt. Das ist besser als SF!
Sie haben mal gesagt, Ihre Geschichten seien nicht besonders tiefsinnig. Was macht Sie da so sicher?
Ein Schriftsteller, der behauptet tiefsinnig zu sein, ist ein Idiot.
Was tun Sie eigentlich, wenn Sie online sind?
Derzeit vor allem nachforschen. Aber, das ist als ob mich jemand fragt wofür ich das Telefon benutze – so viele Sachen sind nur schwer aufzuzählen.
Und ihre Fans? Sie bezahlen mit ihrem Geld und dann sagen sie: Schreib das nächste Buch.
Ein paar kurze Fragen noch – bitte antworten Sie spontan was Ihnen dazu einfällt:
Queen Mum - Noch nicht tot.
Rolling Stones - Sie hoffen, sie sterben bevor sie alt sind.