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||| Görlitz 29. Jahrgang|2010 |||
||| FAKTuell ® - seit 1982 ||| Deutschlands erste Online-Zeitung ||| ISSN 1610-1081 |||
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Arjouni: Der heilige Eddy * Kehlmann: Ruhm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marco Hoffmann   
Sonntag, 25. Januar 2009

Jakob Arjouni - Der heilige Eddy Jakob Arjouni - Der heilige Eddy Jakob Arjouni - Der heilige Eddy

Es gibt Bücher, von denen erwartet man wenig und dann fesseln sie einen und sind schnell gelesen. "Der heilige Eddy" von Jakob Arjouni ist so eines. Es geht um den Trickbetrüger Eddy, der durch unglückliche Umstände einen bekannten Industriellen tötet. Unabsichtlich, denn es handelt sich um einen Unfall.

Der Tote bestimmt zum Zeitpunkt seines Todes gerade die Schlagzeilen in Berlin, sein Ruf ist äußerst negativ. Wie der Straßenmusiker sich anfangs mit Geschick aus dieser unangenehmen Situation löst, vom negativen Image seines Opfers profitiert, um am Ende doch von der Realität eingeholt zu werden, ist locker-flockig erzählt und einfach nur angenehm zu lesen.


 
McDermid - Schleichendes Gift * Máni: Das Schiff PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marco Hoffmann   
Montag, 12. Januar 2009

Val McDermid - Schleichendes GiftFAKTuell Schmökerecke * Rezenzionen * 12.01.2009 Val McDermid - Schleichendes Gift

Val McDermid lässt bereits zum fünften Mal Carol Jordan und Dr.Tony Hill in Kriminalfällen ermitteln. Und hier ist die Mehrzahl des Wortes tatsächlich korrekt gewählt. Denn zum einen wird ein berühmter Fußballer mit Gift getötet. Zum anderen gibt es einen terroristischen Anschlag in einem Fußballstadion. Dass sich beide Fälle überschneiden wird klar, als es einen weiteren Giftmord gibt.

Der Roman "Schleichendes Gift" ist mit über 500 Seiten recht umfangreich und braucht auch eine Weile, ehe er in Schwung kommt. Wenn man sich erst eingelesen hat, bleibt man am Ball, schon um zu erfahren, wie alles endet. Gegen Ende ist das Buch dann wirklich sehr spannend.
Die Lösungen beider Fälle erscheinen letztlich zwar ungewöhnlich, sie sind aber nachvollziehbar. Ganz wichtig: man muss die anderen Bücher des Ermittlerduos nicht kennen, um sich auf "Schleichendes Gift" einzulassen.

Val McDermid - Schleichendes Gift
Verlag: Droemer / Knaur
ISBN: 978-3426500729


 
Jim C. Hines * Der Goblin Held PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von mbl   
Donnerstag, 25. Dezember 2008

Jim C. Hines * Der Goblin HeldNein, nicht einmal ansatzweise sollen an dieser Stelle die Inhalte der Geschichten angedeutet werden. Nur soviel - die Themen sind breit gestreut, handeln nur in wenigen Fällen von Goblins und sind ausnahmslos gelungen.

Dieses Buch ist eine Überraschung. Jim C. Hines, der in Deutschland mit seinen Romanen über Jig den Goblin bekannt wurde, beweist sich als hochtalentierter Kurzgeschichtenschreiber. Eine ist origineller als die andere. Neben humorvollen Geschichten gibt es spannende, tiefgründige, melancholische und gruselige.

Dabei zeigt Hines Mut. Ein bekanntes altes deutsches Märchen hat ihn so beschäftigt, dass er eine Geschichte im Märchen kreiert hat, die einen ganz neuen Blick darauf zulässt. Dramatische und tragische Alltagsbegebenheiten verarbeitet er darin so nachvollziehbar, dass man dieses Märchen wohl nie wieder völlig unbeschwert seinen Kindern und Enkelkindern vorlesen wird.

Mindestens genauso faszinierend ist die Geschichte "Papas kleines Mädchen". Bei Hines gibt es kein Böse und Gut, kein Schwarz und Weiß. Es gibt Wesen - unter anderem Menschen und Goblins - und ihre Gefühle, Erfahrungen, Erlebnisse, Freundschaften, kleinen und großen Bosheiten.


 
Gesichter der DEFA PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von mbl   
Montag, 22. Dezember 2008

"Das Theater ist immer noch ein Spiegel der Gesellschaft. Wir haben heute sehr schlechtes Theater, und das spiegelt ja diese Gesellschaft wider." Der das sagt ist einer der bekanntesten und beliebtesten DDR-Schauspieler und bereits tot. Eberhard Esche starb am 15. Mai 2006 im Alter von 72 Jahren.
Die meisten anderen in dem Band "Gesichter der DEFA" leben noch. Und sie haben sich arrangiert, mit der neuen Theater- und Filmlandschaft seit der Wiedervereinigung, die das System des Westens an die Stelle des Ostens setzte. Mehr oder weniger.

Gesichter der DEFA

Kurze Interviews sind den Bildern der Fotografin Sandra Bergemann zur Seite gestellt. Gerade das macht den Blick in diese Gesichter noch interessierter. Fotos, die die Menschen zeigen, wie sie der Zuschauer selten gesehen hat. Vor dem Spiegel, beim Spaziergang mit dem Hund, in der eigenen Küche, in einem Maisfeld, an ein aufgebocktes Boot gelehnt.


 
Reiner Calmund: fußballbekloppt! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Marco Hoffmann   
Freitag, 19. Dezember 2008

Reiner Calmund: fußballbekloppt!Reiner Calmund dürfte auch Menschen bekannt sein, die sich nicht für Fußball interessieren. Fällt der selbsternannte xxl-Manager doch alleine schon durch seine Ausmaße auf. Nach seinem Abgang beim Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, den er zu einem Spitzenverein aufgebaut hat, sieht man Calmund bei vielen Projekten, u.a. auch in diversen Fernsehshows.

Dort fällt der Rheinländer nicht zuletzt durch seine "Kodderschnauze" auf. Das heißt, er spricht sehr viel und ist bekannt für seine markigen Sprüche. In diesem Tonfall hat er nun seine Autobiographie geschrieben - angeblich tatsächlich ohne den üblichen Ghostwriter.
Er wirft einen Blick auf sein Leben, das nicht nur aus Fußball bestand und besteht. Aber fast. Sicherlich ist es von Vorteil, wenn sich der Leser in diesem Sport auskennt. Ein Fan von Bayer Leverkusen muss man dazu nicht sein.



 
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