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Geschrieben von Marco Hoffmann
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Donnerstag, 4. März 2010 |
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Wenn das Grauen zum Alltag wird Polizist zu sein ist nicht nur ein Beruf, sondern oft auch eine Berufung. Polizisten haben sicherlich keinen leichten Job, was sowohl für Streifenpolizisten gilt, als auch für die Damen und Herren in speziellen Kommissionen. Wobei Mord zweifellos eines der härteren Aufgabengebiete ist. In den Zeitungen steht zu vielen Gelegenheiten so einiges zu lesen über Fälle, Taten, Opfer und Täter. Eigentlich jeder "Beobachter" hat eine Meinung. Und wie so oft gilt, dass Reden sehr einfach ist.
Richard Thiess, Chef der Mordkommission in München, gibt in seinem Buch nun einen Blick hinter die Kulissen seiner Behörde. Er schreibt über interessante Fälle, die anders als im Fernsehen halt nicht immer drehbuchgemäß ablaufen. Alles in allem handelt es sich um kein großes Werk der Literatur, wohl aber um ein gut lesbares, interessantes Buch. Sicherlich: nicht alle Kapitel passen zu einander. Der Aufbau ist nicht immer glücklich. Aber darüber lässt sich hinweg sehen. Einige Texte sind sehr kurz, sprechen den Leser direkt an. Andere erzählen die Geschichte eines Falles. Daran muss man sich als Leser gewöhnen. Und klar sein muss, das Buch ist halt kein TV-Krimi der Marke "wer ist der Täter". Wer an einem Einblick in die Polizeiarbeit interessiert ist, sollte einen Blick hinein werfen.
Richard Thiess: Mordkommission - Wenn das Grauen zum Alltag wird
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Geschrieben von Marco Hoffmann
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Montag, 8. Februar 2010 |
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Das Buch "Nach vorne!" ist eine Auswahl von Texten und Geschichten der Fußball-Lesereihe Torwort, die sich unter Fußballfans wachsender Beliebtheit erfreut. Geboten wird eine ganz spezielle Sicht auf das runde Leder.
Torwort kann man als Vorlesereihe bezeichnen. Verschiedene Autoren, oder besser gesagt: Fans, schreiben über das runde Leder, welches so viele Leben durchaus bestimmt. Sie schreiben über ihre Erlebnisse und erinnern an Anekdoten des Fan-Daseins. Namhaftester Autor ist Philipp Köster, Herausgeber der empfehlenswerten Fußball-Zeitschrift 11 Freunde. Die Geschichten sind natürlich unterschiedlicher Güte. Manche sind eher Hausaufsatz, manche hingegen sehr interessant. Man könnte durchaus behaupten, dass fast alle am besten wirken, wenn sie vorgelesen werden. Wobei man als Zuhörer bzw. Leser nicht nur am Fußball interessiert sein muss, sondern auch am Fan-Dasein. Wer sich mehr für Vereine, Statistiken o.ä. interessiert, ist bei diesem Buch nicht gut aufgehoben.
Sascha Theisen: Nach vorne! Verlag: Die Werkstatt ISBN: 978-3895337130
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Geschrieben von Marco Hoffmann
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Dienstag, 26. Januar 2010 |
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Es ist möglich, dass der Leser dieses Buches sich an so manch alten Horrorfilm erinnert, in dem im ewigen Eis ein Monster erwacht oder ein außerirdisches Virus auftaut. Denn letztlich handelt "Nullpunkt" genau davon.
Eine Forschergruppe findet im ewigen Eis ein eingefrorenes Ur-Tier. Die Ureinwohner der Gegend bitten darum es ruhen zu lassen und die Geister nicht zu erzürnen. In der Gegenwart reist nun ein Fernsehteam an, um den Vorgang des Auftauens zu filmen. Doch das Tier taut rätselhafterweise von selbst auf. Nun gibt es Tote…
Letztlich muss man sagen: geboten wird eine durchaus spannende Geschichte, wenn sie wahr wäre, aber sie ist halt nicht neu, nur sozusagen für die Gegenwart neu geschrieben. Wer oben genannte Filme nicht kennt, mag sich dennoch gut unterhalten fühlen. Der Autor Lincoln Child schrieb bereits in den 90'ern gemeinsam mit einem Freund einen Bestseller: den auch verfilmten Roman "Das Relikt". Seit einigen Jahren verfolgt Child sozusagen Soloprojekte, von denen "Wächter der Tiefe" ein Erfolg war. Fraglich, ob "Nullpunkt" daran anschließen kann.
Lincoln Child: Nullpunkt Verlag: Wunderlich ISBN: 978-3805208826
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Geschrieben von Marco Hoffmann
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Dienstag, 19. Januar 2010 |
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Die Autorin dieses Buches war ein Junkie. Ihre Lieblingsdrogen waren Heroin und vergleichbare Opiate. So wirklich am Abgrund war die mittlerweile über 50jährige allerdings nie. Im Gegenteil: sie sah die Welt. Muriel Scheu berichtet in ihrer Autobiographie, wie sie mit Bob Marley feierte, für den Hollywood-Regisseur Peter Bogdanovich in Malaysia arbeitete, Rockstar Billy Idol seinen ersten Schuss setzte, mit den Toten Hosen Zeit verbrachte, für den Bayrischen Rundfunk arbeitete und über ihre Kindheit in Afrika, wo ihre Eltern beruflich tätig waren. Dies alles - und das ist vielleicht ein kleiner Kritikpunkt - etwas wild durcheinander, so wie diese Aufzählung wirkt. Natürlich berichtet die Autorin von ihren Drogenerfahrungen, die sie in rasendem Tempo machte. Eine Woche nach dem ersten Joint nahm sie bereits LSD und spritzte zum ersten Mal Heroin. Seit einigen Jahren ist sie clean. Sie verherrlicht nichts, bereut aber auch nicht. Die Erzählstruktur des Buches ist wir erwähnt gewöhnungsbedürftig. Das Ende ist überhastet, das muss man zweifellos so sagen. Einzelne Szenen erscheinen auch überflüssig. Im großen Ganzen ist "Kein ganzes Halbes" aber die interessante Lebensbeichte einer Frau, die die Welt bereiste und Drogen aller Art konsumierte.
Muriel Scheu: Kein ganzes Halbes - Mein schönes Leben als Junkie Verlag: Wunderlich ISBN: 978-3805208796
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Geschrieben von Marco Hoffmann
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Dienstag, 5. Januar 2010 |
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1280 Seiten - mit dem neuen Roman von Stephen King hat man als Leser viel Arbeit und absolviert nebenbei noch ein lohnendes Fitnessprogramm. Denn das Buch ist recht schwer. Der Großmeister der Horrorliteratur liefert diesmal eine Geschichte mit und über Moral. Eigentlich geht es darum, dass eine Kleinstadt plötzlich von einer unsichtbaren Kuppel eingeschlossen ist. Nichts und niemand kommt rein oder raus. Flugzeuge zerschellen an dem unheimlichen Gebilde, Tiere wurden beim plötzlichen Auftauchen einfach zerteilt.
Viel mehr beschäftigt sich King in diesem Werk jedoch mit dem menschlichen Verhalten. In der Kleinstadt entsteht relativ schnell eine Diktatur. Gleichzeitig bekommt die Religion eine große Bedeutung. Menschen verändern sich.
Wer zuvor nett war, zeigt mit neuer Macht auf der anscheinend "richtigen" Seite stehend ein ganz anderes Gesicht. Auch vor Mord wird nicht zurück geschreckt, so lange nur die Macht erhalten bleibt. Lügen bestimmen das Leben. Angst breitet sich aus… Womit man wieder bei Kings eigentlichem Können ist. Er erfindet Geschichten, die Angst machen. Das ist ihm in der Vergangenheit schon besser gelungen, als mit "Die Arena", aber das Buch ist dennoch ein gutes. Man braucht nur Geduld.
Stephen King: Die Arena Verlag: Heyne ISBN: 978-3453266285
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