|
Geschrieben von Uri Avnery * Übersetzung von Monika Lenz (c) FAKTuell
|
|
Montag, 2. Februar 2009 |
|
Ein spanisches Gericht hat eine juristische Untersuchung gegen sieben israelische Politiker und militärische Führungspersönlichkeiten wegen des Verdachts der Kriegsverbrechen und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit eingeleitet. Der Fall: Die Bombardierung des Hauses des Hamas-Anführers Salah Shehade im Jahr 2002. Abgesehen vom eigentlichen Opfer wurden dabei 14 Menschen getötet, die meisten von ihnen Kinder.
Zur Erinnerung: Der Kommandeur der Israelischen Luftwaffe Dan Halutz wurde damals gefragt, was er fühlt, wenn er Bomben auf ein Wohnhaus abwirft. Seine unvergessliche Antwort: "Ein leichter Schlag am Flügel."
Als wir von Gush Shalom ihm Kriegsverbrechen vorwarfen, forderte er, uns wegen Hochverrats den Prozess zu machen. Er wurde darin vom Ministerpräsidenten Ariel Sharon unterstützt, der uns vorwarf "israelische Armeeoffiziere zu Feinden zu machen". Der Generalstaatsanwalt teilte uns offiziell mit, dass er nicht gedenke, eine Untersuchung gegen die Verantwortlichen dieser Bombardierung einzuleiten.
|
|
|
Geschrieben von Uri Avnery * Übersetzung von Monika Lenz (c) FAKTuell
|
|
Freitag, 16. Januar 2009 |
|
Uri Avnery wurde am 10. September 1923 in Beckum in Deutschland als Helmut Ostermann geboren. Er ist ein israelischer Journalist, Schriftsteller und Friedensaktivist. Avnery war in drei Legislaturperioden für insgesamt zehn Jahre Parlamentsabgeordneter in der Knesset. Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden, unter anderen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (1995), der Aachener Friedenspreis (1997), der Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte (1997), der Alternative Nobelpreis (2001) sowie der Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg (Mai 2002). Wir veröffentlichen hier seine jüngste Kolumne, die sich mit dem Gaza-Krieg beschäftigt.
Wie viele Divisionen? Vor beinahe 70 Jahren, während des Zweiten Weltkrieges, wurde ein schreckliches Verbrechen in Leningrad begangen. Mehr als 1.000 Tage lang hielt eine Bande von Extremisten, die sich die "Rote Armee" nannte, Millionen Einwohner der Stadt als Geiseln und provozierte aus den Bevölkerungszentren heraus die Vergeltung der Deutschen Wehrmacht. Den Deutschen blieb nichts anderes übrig, als die Bevölkerung zu bombardieren und zu beschießen und eine totale Blockade zu verhängen, die den Tod Hunderttausender verursachte.
|
|
|
Geschrieben von Monika Lenz
|
|
Donnerstag, 15. Januar 2009 |
|
Was ist Mut? Wenn einer mit dem Fallschirm aus 10.000 Meter Höhe springt? Wenn einer mit dem Mountain-Bike waghalsige Abhänge hinunterrast? Vielleicht, wenn einer in den Krieg nach Afghanistan zieht?
Für mich ist Mut, wenn sich einer hinstellt und die Wahrheit ausspricht. Wenn er dafür angegriffen und angefeindet wird und dennoch nicht schweigt. Mut in dieser Zeit trägt einen Namen: Gideon Levy.
Gideon Levy ist ein israelischer Journalist und arbeitet für die liberale Tageszeitung Ha'aretz. Unter anderem ist er Chefredakteur der Wochenendbeilage. Gideon Levy ist einigen Israelis ein Dorn im Auge. Denn er schreibt, was sie nicht lesen wollen. Dass der Konflikt nicht mit Krieg zu lösen ist beispielsweise.
Auch jetzt ist er nicht verstummt. Regelmäßig hält er seinen Landsleuten den Spiegel vor das Gesicht. Seit Israel den Gaza-Krieg begonnen hat, kommt man nicht an Gideon Levy vorbei.
|
|
|
Geschrieben von Christopher Ray
|
|
Freitag, 29. August 2008 |
|
Die Demokratie in Deutschland ist offenbar nicht stark genug. Nicht stark genug, Andersdenkende auszuhalten. Das zeigen wiederholte Vorgänge in Sachsen und anderen Bundesländern. Dabei werden vor allem die Aktivitäten der NPD argwöhnisch belauert und von vornherein für gefährlich erklärt. Aktuelles Beispiel: Die Trauer um die achtjährige Michelle in Leipzig. Organisieren Einwohner Trauermärsche, gehören sie zur NPD und instrumentalisieren den Tod des Mädchens, so der Vorwurf der politischen Gegner. Dass es sich bei den Initiatoren um Familienväter und -mütter, Nachbarn, Freunde, einfach Menschen handelt, wird ausgeblendet. Nur die - oftmals angebliche - politische Einstellung zählt. Und die darf in unserer Demokratie alles sein, nur nicht rechts. Was immer das genau ist.
Selbstverständlich fordert auch die NPD die Todesstrafe für Kindermörder. Doch viele Deutsche, die diese Forderung unterstützen, sind dennoch nicht nationalsozialistisch eingestellt. Hier werden Ursache und Wirkung verdreht. Und das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen wird zutiefst verletzt. Nicht von der NPD, sondern von den politische korrekten Scheindemokraten. Gerade eben hat das Bundesverfassungsgericht diese Spezies abgewatscht. Es hat die Beschlagnahme der Ausgabe 2 der JN-Schülerzeitschrift "perplex" in Sachsen für verfassungswidrig erklärt. Der Beschluss der Kammer war einstimmig. Demnach seien die Beschwerdeführer in ihren Grundrechten auf freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit verletzt wurden. Die Entscheidung wurde an das Landgericht Dresden zurückverwiesen.
|
|
|
Geschrieben von Monika Berger-Lenz
|
|
Freitag, 20. Juni 2008 |
|
Neulich hörte ich folgenden Dialog aus einem Garten auf der anderen Straßenseite. Da im Sommer die Redaktionstür meist offen ist, bekomme ich öfter die Gespräche anderer Leute mit. Wir haben sogar schon intern überlegt, ob wir einen kleinen Tisch an der Straße aufbauen und Kaffee anbieten. Unter der Esche ist so etwas wie Speakers Corner des Ostens geworden. Aber ich schweife ab. Der Garten, aus dem der Dialog schallte, liegt auf der anderen Straßenseite und wird unter anderem von einer Menge kleiner kreischender Kinder bewohnt.
"Geh dort endlich weg, du sollst da nicht spielen", schallte es herüber. Auf die zeternde Frauenstimme folgte eine ningelnde Kleinmädchenstimme. "Wie oft soll ich das noch sagen, du hast dort nichts zu suchen, raus da. Sonst dürfen wir wieder in die Notaufnahme fahren, um eine Zecke rauszumachen." An dieser Stelle stutzte ich. Notaufnahme? Wegen einer Zecke? Das konnte die Frau nicht ernst meinen. Oder doch? Die anhaltende Standpauke für ihre Tochter deutete daraufhin, dass es sich um keinen Scherz handelte. Und ich stellte fest, dass ich alt werde. So alt, dass ich jetzt bereits Sätze denke wie: "Früher, das waren Zeiten, als wir Kinder waren..."
|
|
| << Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 Nächste > Ende >>
| | Ergebnisse 1 - 5 von 22 |
|
|
|