Görlitz 24. Jahrgang - 2005

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SPD - Sozial Perverse Deppen...
Kommentar von Eric E. deWitt 14.03.2002

Willy Meyer ist aus tiefstem Herzen Sozialdemokrat. Ansonsten ist Willy seit mehr als zwanzig Jahren unser Redaktionsfaktotum, und seit mehreren Monaten Infarkt gefährdet. "Sozial Perverse Deppen sollten die sich nennen," maulte Willy, als er mich vom Flughafen abholte. 
Was Willy so aus der Fassung brachte, waren die neuen Beschlüsse der SPD-Regierung, zur Schröpfung der Arbeitslosen. Dass Bundesarbeitsminister Riester gestern mit seinen Plänen in soweit scheiterte, dass er die zwei Bruttomonatslöhne teure Vermittlungsprovision, die seiner Meinung nach künftig für einen privaten Arbeitsvermittler zur Pflichtleistung werden sollte nicht durchkam, beruhigt Willy überhaupt nicht.
Der hat die Schnauze voll, von seinen ehemaligen Sozialdemokraten, die immer mehr Lasten auf die Schwachen im Lande abschieben. "Kein Konzept, und schlimmer als die Schwarzen," meint Willy. Dass Arbeitslose, die in den ersten drei Monaten über einen sogenannten privaten Arbeitsvermittler einen Job finden, künftig bis zu 1.500 €uro aus eigener Tasche zahlen sollen, findet nicht nur Willy absurd. Jeder, der die wirtschaftliche Situation der meisten Arbeitslosen kennt, kann sich ausrechnen, dass diese Menschen in der Regel über keine Ersparnisse verfügen.
Willy meint: "Wie die Königin von Frankreich damals gesagt hat: Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Kuchen essen." Genau so nah sieht Willy seine Sozial-Perversen-Deppen am Volk. 

"Jetzt müssen wir wohl doch eine Partei gründen, wie die vom Freistaat Lausitz das schon lange gefordert haben," meint Willy.
Dann erzählt er mir von dem Konzept "Bürgergehalt", das die Marktwirtschaft wirklich sozial und profitabel machen wird.
Mir scheint, das wird ohne eine neue Partei wahrscheinlich wirklich nicht machbar sein. Nicht, dass ich immer einer Meinung mit Willy wäre...
...und in der SPD bin ich auch nicht. Aber - wenn er Recht hat...

Es gibt nur eine Lösung: Die Richtige!
Das Manuskript konnte ich heute Nacht schon einmal durchlesen - das Buch kommt zwar erst in 6 Wochen auf den Markt...
...aber immer noch früh genug, um eine Trendwende bei einer der Parteien zu bewirken, die sich um die Macht im Staate bewirbt. Ein halbes Jahr bis zur Bundestagswahl gibt noch viel Spielraum, um tatsächlich etwas zu bewegen. Oder, wie Willy sagt: "Mal rechnen, statt immer nur berechnend zu sein."

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