SPD
- Sozial Perverse
Deppen...
Kommentar von
Eric E. deWitt 14.03.2002
Willy Meyer ist
aus tiefstem Herzen Sozialdemokrat. Ansonsten ist Willy seit mehr als
zwanzig Jahren unser Redaktionsfaktotum, und seit mehreren Monaten Infarkt
gefährdet. "Sozial Perverse Deppen sollten die sich nennen,"
maulte Willy, als er mich vom Flughafen abholte.
Was Willy so aus der Fassung brachte, waren die neuen Beschlüsse der
SPD-Regierung, zur Schröpfung der Arbeitslosen. Dass
Bundesarbeitsminister Riester gestern mit seinen Plänen in soweit
scheiterte, dass er die zwei Bruttomonatslöhne teure
Vermittlungsprovision, die seiner Meinung nach künftig für einen
privaten Arbeitsvermittler zur Pflichtleistung werden sollte nicht
durchkam, beruhigt Willy überhaupt nicht.
Der hat die Schnauze voll, von seinen ehemaligen Sozialdemokraten,
die immer mehr Lasten auf die Schwachen im Lande abschieben. "Kein
Konzept, und schlimmer als die Schwarzen," meint Willy. Dass
Arbeitslose, die in den ersten drei Monaten über einen sogenannten
privaten Arbeitsvermittler einen Job finden, künftig bis zu 1.500 €uro
aus eigener Tasche zahlen sollen, findet nicht nur Willy absurd. Jeder,
der die wirtschaftliche Situation der meisten Arbeitslosen kennt, kann
sich ausrechnen, dass diese Menschen in der Regel über keine Ersparnisse
verfügen.
Willy meint: "Wie die Königin von Frankreich damals gesagt
hat: Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Kuchen essen." Genau
so nah sieht Willy seine Sozial-Perversen-Deppen am Volk.
|
"Jetzt müssen wir wohl doch eine Partei
gründen, wie die vom Freistaat
Lausitz das schon lange gefordert haben," meint Willy.
Dann erzählt er mir von dem Konzept "Bürgergehalt",
das die Marktwirtschaft wirklich sozial und profitabel machen wird.
Mir scheint, das wird ohne eine neue Partei wahrscheinlich wirklich
nicht machbar sein. Nicht, dass ich immer einer Meinung mit Willy
wäre...
...und in der SPD bin ich auch nicht. Aber - wenn er Recht hat... |
 |
Das Manuskript konnte ich heute Nacht schon
einmal durchlesen - das Buch kommt zwar erst in 6 Wochen auf den Markt...
...aber immer noch früh genug, um eine Trendwende bei einer der Parteien
zu bewirken, die sich um die Macht im Staate bewirbt. Ein halbes Jahr bis
zur Bundestagswahl gibt noch viel Spielraum, um tatsächlich etwas zu
bewegen. Oder, wie Willy sagt: "Mal rechnen, statt immer nur
berechnend zu sein." |
[ Zurück ] [ Nach oben ] [ Weiter ] |