Görlitz 24. Jahrgang - 2005

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Rente ab 70? - Schwachsinn statt Methode...          
Kommentar von Anna de Gouvernator  13.11.2002

Ausgerechnet aus der Unionsecke kommt der schwachsinnige Vorschlag, das Rentenalter auf 68 bis 70 anzuheben, um dadurch die Lohnnebenkosten senken zu können. Es ist ja keine wirklich neue Forderung, die da aufgetischt wird. 

Meistens kommen solche Forderungen von den Arbeitgeberverbänden oder der FDP. Häufig mit dem Ruf nach einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 45 bis 48 Stunden. Leuchtet natürlich jedem ein. Insbesondere das mit der Wochenarbeitszeit. Das würde zumindest 75% der jährlichen 1,7 Milliarden bezahlten Überstunden aus den Lohnkosten herauskatapultieren.
Nicht, dass dies den Arbeitnehmern etwas nutzen würde...
...aber das macht das sogenannte Hartz-Konzept ja auch nicht. Und das kommt von den vormals klassischen Arbeitnehmervertretern der SPD. Was sicher ein Willy Brand oder Herbert Wehner nicht glauben würden, wenn man ihnen das zu ihrer Zeit vorgelegt hätte. Selbst ein nicht gerade als Sozialist verrufener Franz Josef Strauss hätte sich seinerzeit nicht getraut mit einem Hartz-Konzept an die Öffentlichkeit zu treten.

Und jetzt die Union!
Statt sich die UnSozial-Politik der Rot/Grünen Regierung vorzunehmen. Gefahrlos, weil man ja nicht selbst an der Regierung ist. Statt dessen kommt man mit diesem ausgemachten Schwachsinn auf den Markt. Erhöhung des Rentenalters. 
Gerade so, 
als würden die Arbeitgeber verzweifelt nach älteren Arbeitnehmern suchen, weil keine jungen nachwachsen. 
Gerade so, 
als wäre den Unionspolitikern nicht bekannt, dass Arbeitslose schon ab 40 kaum noch als vermittelbar gelten.
Gerade so, 
als hätten wir nicht Hunderttausende von unvermittelbaren Arbeitslosen, die gerade die 50 erreicht haben.
Gerade so, 
als hätten wir einen Arbeitsmarkt, der mehr Arbeitsplätze als Arbeitnehmer vorweisen würde.
Gerade so, 
als würde das Statistische Bundesamt mit seinen
aktuellen Zahlen der Union die Information verweigern.

Es ist mir schon fast peinlich...
...aber: weder die maroden Regierungsparteien, noch die desorientierte Union, die gemöllemannte FDP oder die bedeutungs- und konzeptlose PDS drehen irgendwie am richtigen Rad. Der Einzige, der tatsächlich ein Konzept hat, welches diesen Namen verdient, ist aus dem 17. Bundesland, und damit nicht wirklich an dieser Politik beteiligt.
Aber das Nachlesen empfehle ich trotzdem:
Alternative: Bürgergehalt...

 

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