|
Gerüchterstattung -
Provinzposse geht
weiter
Kommentar von Christopher Ray
30.
Januar 2006
Nachdem
der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick in der letzten
Stadtratsitzung eine öffentliche Liebeserklärung an seine
persönliche Referentin abgegeben hat (siehe
HIER), könnte jetzt Stadtpolitik wieder stattfinden, wenn...
...die stärkste Fraktion im Stadtrat, die Bürger für Görlitz,
endlich einsehen würde, dass die OB-Wahl endgültig verloren ist, und
die persönlichen Angriffe gegen Paulick ins Leere gelaufen sind. Tut
sie aber nicht. Massiv unterstützt von SZ-Lokalredakteur Seibel
kämpft sie weiterhin mit ungeeigneten Mitteln um die Kontrolle über
den Görlitzer OB.
Unterstützt von einer PDS (die Linke...), die zu gerne das
unbeeindruckte und unmanipulierbare Stadtoberhaupt (Zitat SZ) "disziplinieren
möchte".
Währenddessen hat die BILD-Zeitung nach Paulicks Erklärung vor
dem Stadtrat recherchiert, ob Paulicks privates Verhältnis zu
Cordula Gellert dienstrechtlich von Belang ist. Der Redakteur bekam
das bestätigt, was ohne großen Aufwand auch die Stadträte hätten
herausfinden können:
28.01.2006
BILD Dresden
BILD fragte den Arbeitsrechtler
Dieter Merz:
"Dienstrechtlich sehe ich für die
Frau keine Konsequenzen." Es sei
sogar gut, dass die Frau direkt beim
OB arbeite und eben nicht in einer
anderen Abteilung. Dann bestünde
nämlich die Gefahr, dass sie dem
Stadtchef privat über Interna aus
anderen Büros berichte.
Für Paulick erwartet der Experte
ebenfalls keine dienstrechtlichen,
aber politische Probleme... |
Ignorant,
juristisch ungebildet und ratlos, weil
entweder falsch beraten oder
beratungsresistent zeigte sich gestern Rolf
Weidle, der Chef der Bürger für Görlitz auf
dem Neujahrsempfang seines Vereins, wenn man
der SZ vertrauen darf:
|
30.01.2006
Sächsische Zeitung
Die
„Bürger für Görlitz“ fordern von OB
Paulick die Versetzung seiner
Referentin.
Weidle sprach von einer
„dramatischen Image-Krise“ für die
Stadt und zielte damit auf die
Vorgänge um die nunmehr öffentlich
eingestandene Liebesbeziehung des OB
zu seiner Büroleiterin Cordula
Gellert ab. Der Vorsitzende der
größten Stadtrats-Fraktion mahnte,
die wichtigen Aufgaben des Jahres
wie den Verzicht auf die
Kreisfreiheit der Stadt Görlitz mit
„klaren Köpfen und voller
Konzentration“ anzupacken.
„Es darf keinen weiteren Tag der
Untätigkeit und der Ablenkung geben“,
sagte Weidle.
Weidle stellte aber auch klare
Forderungen an OB Paulick. „Aus
meiner Sicht gibt es nur noch zwei
Wege“, sagte er. Entweder
vereinbare Paulick mit dem Stadtrat
„verlässliche Absprachen“ zur
Lösung anstehender Aufgaben und
trenne sich von seiner Referentin –
„oder ich gehe davon aus, dass
Ihre persönliche Erklärung im
Görlitzer Stadtrat der Beginn für
den Weg ins Private war“. |
Standfest zeigt sich -
der Görlitzer Oberbürgermeister
Joachim Paulick, der seine persönliche
Referentin Cordula Gellert behalten will.
"Sie ist fachlich am besten für diesen Posten
geeignet und ich vertraue ihr voll und ganz",
stellte er klar. Zu den Vorwürfen einiger
Stadträte, die persönliche Referentin des OB sei
nur aufgrund ihrer Beziehung zu Paulick auf den
Posten gekommen sagt er: "Das ist schlichtweg
eine Unterstellung. Sie ist eine
brillante Finanzexpertin auf deren Rat ich nicht
verzichten könnte."
Tatsächlich hat Cordula Gellert im vorigen Jahr
die karriereträchtige Stelle als Finanzprüferin
am Sächsischen Rechnungshof aufgegeben, um
Joachim Paulick in ihrer Heimatstadt Görlitz zur
Seite zu stehen. Ihre
Zukunftsaussichten waren mehr als rosig, war sie
doch mit ihren 23 Jahren die jüngste
Neueinsteigerin, die es jemals beim Sächsischen
Rechnungshof gab. "Sie tauschte ihre
sichere Zukunft gegen eine Stelle, auf der sie
unweigerlich in die unsicheren Gewässer der
Politik gelangte", erklärt Paulick. Hier
sehe er auch die wahre Motivation für die
Kampagne gegen ihn und seine Referentin. Nach
seinem Wahlsieg gegen das Bündnis der anderen
Kandidaten versuchten einige Stadträte nun auf
diese Weise den Oberbürgermeister zu
manipulieren, um ihre eigenen Interessen
durchzusetzen.
"Diese Interessen sind nicht die der Stadt
Görlitz", betont Paulick. "Es sind ganz
persönliche Interessen, Machtphantasien,
Ränkespiele und Ziele, die nicht der Stadt
nützen, sondern lediglich der jeweiligen
Person." Diese Interessen könne und werde er
nicht unterstützen.
"Ich bin für die Stadt angetreten und ich werde
für Görlitz arbeiten, nicht für die persönlichen
Wünsche einiger Stadträte", sagt
Paulick.
Zugleich gibt er allen eine Absage, die meinen,
er könne Cordula Gellert von ihrem Posten
entfernen. "Es gibt Gesetze. Selbst wenn ich
das wollte, könnte ich sie nicht einfach
umsetzen. Das würde bedeuten, ich müsste eine
Expertin auf ihrem Gebiet auf eine Pseudostelle
setzen, auf der sie nicht das für die Stadt
bewirken kann, wozu sie fähig ist", erklärt
der Oberbürgermeister. Das aber sei eine
Verschwendung von Ressourcen, die sich gerade
Görlitz nicht leisten könne. Davon abgesehen
müsste in einem solchen Fall Cordula Gellert
einverstanden sein. "Andernfalls könnte sie
vor das Arbeitsgericht ziehen und das wird
ebenfalls eine teure Angelegenheit für die
Stadt", rechnet Paulick vor.
Anschließend wirft er die heikle Frage einer
möglichen Nachfolge seiner persönlichen
Referentin auf. "Nach der Kampagne, in deren
Verlauf wir auch persönlich zueinander gefunden
haben, dürfte ein Nachfolger ja wohl auf keinen
Fall eine Frau sein", gibt Paulick zu
bedenken. Andernfalls müsse er ja mit ähnlichen
Unterstellungen rechnen, wie er sie bereits in
diesem Fall erlebt habe. Oder solle er eine
Ehrenerklärung der Stadträte einfordern, die
sich verpflichten müssten, ihm künftig keine
persönlichen Beziehungen und daraus folgende
angebliche Bevorzugungen zu unterstellen?
"Wer bestimmt denn darüber, wer unverdächtig
ist? Müsste eine Jury antreten, die zuvor über
Schönheit, Alter, Auftreten und damit möglicher
Gefährdung für mich entscheidet? Und welche
Gerüchte würde ein Mann an dieser Stelle
provozieren?"
All diese Überlegungen zeigten ihm vor allem
eins: "Es geht meinen Kritikern nicht um die
sachliche und fachliche Arbeit. Es geht
lediglich um den Versuch, mir vorzuschreiben,
was ich als Oberbürgermeister wie und wann und
nach ihrer Meinung zu tun habe." Selbst vor
seinem Privatleben werde nicht Halt gemacht.
"Hier haben einige eine Geschichte konstruiert,
weil es an wirklichen Kritikpunkten fehlte. Sie
veranstalteten eine wahre Jagd, in deren Verlauf
das eintrat, was sie die ganze Zeit über
kolportierten. In der Soziologie gibt es den
Ausdruck der self-fulfilling prophecy. Dieser
Begriff wurde von dem Soziologen R.K. Merton
geprägt und ist die Bezeichnung für eine sich
selbst bestätigende Vorhersage. Wenn eine Person
von einer bestimmten Sache glaubt, dass sie wahr
ist und eintreten wird, trägt sie durch ihre
Handlung und ihr Verhalten dazu bei, dass diese
Prophezeiung auch eintritt. Das ist ein
Paradebeispiel dafür."
Und speziell an die Stadträte richtet sich der
Görlitzer Oberbürgermeister mit den Worten:
"Wir haben anderes in unserer Stadt zu tun als
uns in kleinlichen Intrigen und Ränkespielen
gegenseitig zu zerfleischen. Wer das nicht
sieht, ist einfach nicht am richtigen Platz."
LeseTipp: Die
"Liebes-Erklärung" * Rückblick *
Vorgeschichte
Die Görlitzer und ihre Stadtregierung
FAKTuell-Umfrage
vom 27. und 28. Januar 2005
Wir haben am
Wochenende 204 Görlitzer befragt.
Resultat:
14 - Der OB und seine Referentin
müssen gehen
27 - Das sind alles nur Machtspiele
32 - Interessiert mich nicht, habe
andere Sorgen
64 - Endlich ein Oberbürgermeister
mit Anstand und Rückgrat
67 - Die sollen jetzt endlich
gemeinsam Politik machen statt Theater
[ Nach oben ] [ Weiter ]
|