Görlitz 24. Jahrgang - 2005

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Angst um die Pfründe?
Gutachten gegen die "Neue Medizin" von
Dr. Ryke Geerd Hamer
12. Juli 2005 * von Christopher Ray

Es mag daran liegen, dass die Entdeckung des in Frankreich inhaftierten deutschen Arztes
immer mehr Zustimmung erhält, dass ihm nun auch die besondere Aufmerksamkeit der
spendenverwöhnten Deutsche Krebsgesellschaft e.V. zuteil wurde.
Berlin - Demo pro Dr. Ryke Geerd Hamer * 18. September 2004

Von wenig Sachkenntnis getrübt und mit der anmaßenden Headline
Gutachterliche Stellungnahme für die Deutsche Krebsgesellschaft zur
„Germanischen Neuen Medizin (GNM)“, begründet von Dr. med. Ryke Geerd Hamer

versucht sich dort ein Dr. med. M. Sökler (Internist/Hämatologe) als Gutachter.
Dabei bedient er sich diverser ausgewählter Internetseiten und einem gehörigen Sack
voller Vorurteile. Das ist nicht schlimm, und würde auch kaum Aufmerksamkeit erregt haben,
wenn nicht der besagte Verein Deutsche Krebsgesellschaft e.V. dieses dilettantische Pamphlet
in einer Pressemeldung mit der Bezeichnung "Gutachterliche Stellungnahme" als seriös verkaufen wollte.

Die Qualität des Pseudo-Gutachtens und die Recherchequalität des sogenannten Gutachters zeigt sich schon im ersten Absatz zur Sache:

Zitat:
Schilderung des Gegenstands und der Historie der
„Germanischen Neuen Medizin“ von R. G. Hamer

Nach mit Dr. med. Ryke Geerd Hamer namentlich gekennzeichneten Textbeiträgen im Internet wurde Herr Hamer 1993 geboren. Er studierte Theologie und Medizin und erhielt mit 26 Jahren die Approbation als Arzt und den Dr.-Grad...

So schlampig geht es auch im restlichen Gutachtentext weiter.
Da wird die verleumderische Behauptung aufgestellt:

Zitat:
Leider sind auch eine Reihe von Fällen mit tödlichem Ausgang in Deutschland und Frankreich gut dokumentiert. Insbesondere im Fall des 25jährigen Sören Wechselbaum, der an Hodenkrebs erkrankt über ein Jahr Hamers Thesen vertraute, sind die tödlichen Folgen der Hamer´schen Theorie und des damit verbundenen Verzichts auf eine schulmedizinische Betreuung gut dokumentiert...

Ein Telefonat mit der Staatsanwaltschaft in Leipzig, wie FAKTuell es getan hat, und der
Gutachter hätte erfahren, dass es keine Ermittlungen gegen Dr. Hamer gibt. Ein paar
weitere Telefonate, gerade in dem zitierten "Fall" Sören Wechselbaum, und der Gutachter
hätte herausgefunden, dass der Tod des jungen Mannes nicht zu Lasten Hamers geht.
Aber weshalb sollte Dr. med. M. Sökler, der Gutachter, seinem Auftraggeber das Konzept
verderben, indem er sich um Fakten bemüht...

Zitat:
Bei der sog. „Germanischen Neuen Medizin“ von Herrn Hamer handelt es sich um ein in der Biographie und Träumen von Herrn Hamer begründetes Theorem ohne jede wissenschaftliche oder empirische Begründung. Im Gegenteil, nach heutigem Erkenntnisstand ist die zugrundliegende Grundhypothese widerlegt.

Der Erkenntnisstand, den der Gutachter Dr. med. M. Sökler hier postuliert, gründet sich
auf seine Internetrecherche und Hörensagen. Keiner der praktizierenden deutschen
NM-Mediziner (Heilpraktiker) wurde von Sökler angesprochen oder gar um eine Demonstration
der Diagnosepraxis der Neuen Medizin gebeten.

Stattdessen führt Sökler seine Kampagne gegen die Alternative zur herkömmlichen
Krebsbehandlung, Stahl-Strahl-Chemo, mit unbewiesenen Behauptungen weiter:

Zitat:
Es sind mehrere Todesfälle von Menschen, die seiner Theorie vertrauten, gut belegt, die unter schulmedizinischer Behandlung eine realistische Heilungschance besessen hätten. Deshalb ist die „Germanische Neue Medizin“ mit allem Nachdruck als einerseits absurd, andererseits aber bewiesenermaßen gefährlich zurückzuweisen.

Die angeblich gut belegten Todesfälle der Neuen Medizin werden natürlich nicht belegt.
Dafür wird eine Heilungschance durch die Schulmedizin in den Raum gestellt, die genau
so wenig belegt ist, wie die angeblichen Todesfälle der Neuen Medizin.
Von der noch immer unerträglich hohen Sterblichkeitsrate bei sogenannten Krebsbehandlungen
durch die Schulmedizin lesen wir in diesem Gefälligkeitsgutachten kein Wort. Das kann natürlich
auch damit zusammenhängen, dass die Fachkenntnis des Dr. med. M. Sökler in der schulmedizinischen Onkologie möglicherweise von ähnlicher Qualität ist, wie bei Hamers Neuer Medizin...
...oder nur am Auftraggeber und seiner Interessenlage.

Zitat:
Ihrer Verbreitung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln – juristisch und auf dem Wege der Aufklärung – Einhalt geboten werden. Eine Plattform zur Selbstdarstellung darf ihm und seinen Anhängern nicht geboten werden.

Diese Forderung, die sicher den Wünschen der Auftraggeber, Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
mehr entspricht, als den selbst bei solch schlampiger Gefälligkeitsrecherche vorliegenden
Erkenntnissen des Dr. med. M. Sökler, ist mindestens eine Unverschämtheit.
Nicht so sehr gegenüber dem 70jährigen Dr. Hamer, der in Frankreich im Gefängnis sitzt,
und sich nicht wehren kann.
Auch nicht so sehr gegenüber den Menschen, die Hamers Neue Medizin verstehen und praktizieren.
Die sind Widerstände, Verleumdung und Dilettantismus gewohnt.
Aber es ist eine Unverschämtheit gegenüber all denen, die sich ein eigenes Bild machen wollen, und hinter einem Doktortitel und dem Versprechen "Gutachten" eine seriöse Bestandsaufnahme vermuten,
ohne zu ahnen, was ihnen wirklich geliefert wird: Eine dilettantisch ausgeführte Auftragsarbeit für einen spendenabhängigen Verein.
 

Zitat:
Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als bekehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht wird.
Max Planck: Wissenschaftliche Autobiographie, Leipzig, 1928

LeseTipp: Erklärung eines Gutachters
Hintergrund:
Themenseite Dr. Hamer und die Neue Medizin

Reaktionen: Diskussion zum Thema

Leserbrief vom 13.07.2005

Sehr geehrter Herr Ray,
zu Ihrem Artikel "Angst um die Pfründe?" - Gutachten gegen die "Neue Medizin" von Dr. Ryke Geerd Hamer vom 12. Juli 2005 gratuliere ich Ihnen!

Dieses "Gutachten" ist der absolute Witz. Es gibt darin tatsächlich einen ganzen Sack voller Vorurteile, anstelle einer sachlichen Beurteilung aus medizinischer Sicht, z. B. was die Abhängigkeit zwischen Krebs und Psyche angeht. Die angeführten "Studien", bei denen es doch mehr um Depressionen geht, beweisen diesbezüglich überhaupt nichts. Man vergleicht Äpfel mit Birnen.
Der Gutachter hat sich offensichtlich nicht viel mehr mit den Erkenntnissen Dr. Hamers beschäftigt, als mit "kurzer Lektüre", wie er selbst schreibt. Peinlich ist dies vor allem deshalb, weil er ja in seiner Universität Tübingen, sicher Zugriff auf die gesamte Literatur Dr. Hamers gehabt hätte, u.a. auch auf den Doppelband "Vermächtnis einer Neuen Medizin".

Wenn ich dann noch sehe, dass Dr. Sökler auf die Sekten-Infoseite www.AGPF.de  verweist, dann wird mir schon ganz schlecht! Vermutlich hat er sowieso das Meiste dort abgeschrieben.
Von dort wird nämlich wiederum auf die AIRPLEX-Seite verlinkt, wo sich Herr Aribert Deckers die Frage stellt, wie lange ich noch leben werde, während er mich gleich mal unter den Leuten auflistet, die angeblich durch Dr. Hamer gestorben sind. Das ist schon makaber.

Er würde sich wohl freuen, wenn er mich – als ehemaliger Hodenkrebskranker – unter die Toten einreihen könnte? Darauf wird er aber noch lange warten müssen, denn ich erfreue mich bester Gesundheit!

Bei einem Gutachten hätte ich eigentlich erwartet, dass sich ein Mediziner sachlich mit den Erkenntnissen von Dr. Hamer auseinandersetzt und diese überprüft! Er hätte z. B. einen Therapeuten der NM bei seiner Arbeit begleiten können.
Er hätte ihn auch ein Schädel-CT auswerten lassen können, bei dem der Therapeut keine Vorkenntnisse zur Krankengeschichte des Patienten hat und feststellen können, ob die Diagnose zutreffend ist oder nicht. Darüber hätte er eine Begutachtung schreiben können! Aber offensichtlich bestand diesbezüglich doch kein Interesse.
Stattdessen gehen die Verantwortlichen bei der Deutschen Krebsgesellschaft und bei der Universität Tübingen mit ihrer Methode des Totschweigens weiter in Richtung Abgrund – zusammen mit Tausenden von Patienten...

Die "abschließende zusammenfassende Stellungnahme" bringt das Ganze dann noch auf die Spitze, indem sich der "Gutachter" darauf beruft, dass "nach heutigem Erkenntnisstand" die "zugrundliegende Grundhypothese" Dr. Hamers widerlegt sei. Er bezieht sich einfach auf einen "heutigen Wissensstand", ohne zu belegen, wann und wo dieser erarbeitet und veröffentlicht wurde und wer dies getan hat.

Die Deutsche Krebsgesellschaft disqualifiziert sich mit diesem "Gutachten" und erwirbt sich so automatisch eine Mitschuld an der Erkenntnisunterdrückung. Somit kommt Sie den Erwartungen der gutgläubigen und auf Heilung hoffenden Patienten nicht nach. Es ist eigentlich zum Heulen!

Bleibt zu hoffen, dass das Engagement von FAKTuell in Sachen „Neue Medizin“ Wirkung zeigt und fragenden Menschen eine Antwort gibt. Vielleicht bekommen dann auch mehr Ärzte den Mut, sich der „Neuen Medizin“ zu öffnen und diese auch anzuwenden.

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Buck - Backnang

www.buck-info.de

LeseTipp:
faktor-L. Neue Medizin.
Die Wahrheit über Dr. Hamers Entdeckung
Krebs und andere heilbare Krankheiten

faktor-L * Die  Neue Medizin nach Dr. Reyke Geerd Hamer

Mit einer Einführung in die Neue Medizin von:
Professor Dr. Hans-Ulrich Niemitz
Forum: faktor-L. de

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