Singen
ist ihr Traum und der ihrer Fans. Eigentlich kommt Melanie
Thornton aus South Carolina. 1992 kam sie nach Kaiserslautern zu ihrer
Schwester. Frank Farian macht aus ihr einen Star. Zusammen mit dem
Rapper Lane McCray sang sie - unter dem Namen La Bouche feierten sie
einen Riesenerfolg. Mit Hits wie "Sweet Dreams" und "Be
my lover" stürmten sie die Dancefloor-Charts. Jetzt ist sie
künstlerisch solo und am Freitag ist sie beim Tag der Sachsen in
Zittau dabei.
Monika Berger hat sie für FAKTuell interviewt, und Melanie sogar ein
paar Zeilen a capella-Gesang entlocken können. (oTon)
Melanie, La Bouche war eine der erfolgreichsten
Bands in Europa, warum habt ihr euch getrennt?
Da gibts einige Gründe. Erst einmal war La Bouche nicht mehr so
erfolgreich wie am Anfang. Das zweite Album war ein Flop, ehrlich. Nicht
zuletzt war das das Ergebnis der nachlassenden Unterstützung der
Plattenfirma, von dem gesunkenen Interesse der Käufer und auch dem falschen
Zeitpunkt. Die Firma fiel auseinander. Das Management, der ganze Bereich
eben. Also habe ich mir gesagt okay, es ist Zeit für mich etwas anderes
zu tun, wenn ich im Geschäft und erfolgreich bleiben will. Ich brauchte
definitiv eine Plattform, wo mein Manager und meine Plattenfirma an mich als
Künstlerin glauben. Und das hatte ich mit La Bouche einfach am Ende auf
eine gewisse Art nicht mehr. Ich konnte mich nicht mehr weiterentwickeln als
Künstlerin, als Sängerin als professionelle Darstellerin, und das ist sehr
wichtig für mich. Und jetzt habe ich das wieder. Ich glaube wirklich, dass
ich jetzt wieder als Künstlerin unterstützt werde und nicht als ein
Produkt.
Aber ihr seid noch Freunde, Lane und du?
Ja, Lane und ich sprechen oft miteinander, via E-Mail, wir sind nicht im
Streit auseinandergegangen. Es war eine natürliche Entwicklung. Jeder hat
das verstanden und gesehen, dass ein neuer Start nötig war.
Der Song I love how you love me"
sind das deine eigenen Erfahrungen?
Ja, teilweise. Ich habe diesen Song mit einem meiner Producer gemacht und
er hat seine Erfahrungen auch hinein gebracht, so dass ein Teil von mir,
einer von ihm ist. Und meiner hat mit meiner Liebe, meinem Leben zu tun.
Du hast Deine wahre Liebe über das Internet
kennen gelernt,
drei Monate später wart ihr verheiratet, ist das wahr?
Vier Monate. Wir haben uns sehr schnell gekannt. Wir beide wussten, was
wir wollten. Wir hatten verschiedene Leben gelebt, andere Erfahrungen und
eine Menge vom Leben gelernt. Wir waren bereit. Bereit uns niederzulassen,
wir mochten beide die gleichen Sachen und natürlich waren wir sehr
voneinander angezogen.
Wir haben uns
beide nichts vorgemacht über unser Leben, über das was wir wollen, über
unsere Gefühle und so ging es halt schnell.
Bist du glücklich?
Ja, ich bin eine sehr glückliche Frau.
Wolltest du schon immer singen?
Ja, absolut. Ich erinnere mich dass ich schon als sechsjährige davon
geträumt habe, zu singen. Und ich erinnere mich, dass ich gesungen habe,
durchs ganze Haus habe ich geschrieen, mit meiner Haarbürste in der Hand.
Sehr jung und meine Schwester rief mir zu: Halt die Klappe.
Was immer ich tat, als ich in die Schule ging ich war ein sehr kleines
Kind ich habe in jedem Musical mitgemacht, das lief, weil ich das
wollte. Und immer ging mir eine Melodie durch den Kopf. Ich wollte immer
Musik und alles hatte mit Musik zu tun. Und ich glaube, dass ich mit jedem
Schritt, den ich getan habe, von da als ich mich in die Musik von Sängern
wie Gladys Knight and the Pips, Roberta Flack, Patty La Belle verliebt habe,
als meine Mom jeden Sonnabend beim Hausputz Musik laufen hatte, und ich
mitsang und einen Riesenspaß dabei hatte, und als ich in der Highschool war
und Withney Houston kam, die für mich die wundervollste Sängerin auf der
Welt war, dass ich gar nicht merkte, wie ich mich mit jedem kleinen Schritt
eigentlich darauf vorbereitete, die zu sein, die ich jetzt bin. Und wo ich
jetzt bin.
Was würdest du ohne deine Musik machen?
Das ist eine gute Frage. (Lacht) Ich weiß nicht ob ich sehr glücklich
wäre.
Möglicherweise würde mir Modedesign Spaß machen.
Entwirfst du deine Kleidung selbst?
Ja, eine Menge davon. Ich trage sie auf der Bühne. Meine Mutter ist eine
hervorragende Schneiderin. Sie näht viele meiner Bühnenkleider. Und sie
hat es mir beigebracht als ich 11 war. Ich denke mir viele Sachen aus,
zeichne sie auf und meine Mum macht es dann für mich wenn ich zu Hause in
Atlanta bin und sie es ausprobieren kann.
Und wenn ich keine Zeit habe nach Hause zu fahren mache ich es selbst.
Es macht mir wirklich Spaß und ich habe hoffentlich meinen eigenen Stil.
Als du nach Deutschland gereist bist hattest du
nur 15 Dollar in der Tasche, ist das richtig?
Ja, das war genauso.
Was hat deine Schwester gesagt, als du
angekommen bist?
Oh, sie war sehr glücklich. Sie hatte mich zwei Jahre lang bekniet,
rüberzukommen, bevor ich endlich ja sagte. Ja, ich komme nach Deutschland
und schau mal was passiert, mit meiner Singerei. Sie ist diejenige, die mir
mein Ticket nach Deutschland gekauft hat.
Sie rief mich in meinem kleinen Appartement in Georgia an und ich sagte:
Hey, ich kann nicht kommen, ich habe kein Geld. Du musst mir ein Ticket
kaufen. Und sie sagte einfach okay. Und eine Woche später hatte ich mein
Ticket, also verkaufte ich mein Auto, meine Möbel. Was ich nicht verkaufen
konnte, stellte ich im Haus meiner Mutter unter. Und als ich alle meine
Rechnungen bezahlt hatte, blieben mir 15 Dollar.
Nicht allzu viel...
Aber ich wusste ja, ich komme zu meiner Familie, ich wusste meine
Schwester war hier. Ich hatte keine Angst, ich hatte einen Platz zum
Schlafen, ich wusste, sie gibt mir zu essen. Ich brauchte nicht viel. Ich
brauche auch jetzt noch nicht sehr viel. Und ich bin mir mit meiner Familie
sehr nahe, wir kümmern uns immer umeinander.
Das einzige, worum ich mich gesorgt habe war, dass ich nicht wusste, ob ich
wirklich Arbeit bekomme. Ich wollte meiner Schwester nicht zu lange zur Last
fallen. Aber dann hatte ich das Glück, sehr schnell etwas zu finden und es
klappte alles prächtig.
Du hast schon am zweiten Tag in einer Bar
gesungen und sofort einen Vertrag bekommen.
Du kannst glaube ich ein bisschen deutsch, oder?
(In Deutsch:) Ein bisschen, was soll ich sagen in deutsch?
Ich kann es nicht perfekt, aber wenn ich es brauche, kann ich es.
Das war richtig gut. Aber andere Frage hast
du dir jemals gedacht, die Singerei wird dir langweilig oder du willst etwas
anderes machen?
Nein, niemals. Das ist mein Traum. Ich lebe meinen Traum. Und dafür bin
ich sehr dankbar. Und ich hoffe wirklich, dass mein Leben andere ermutigt,
egal was ihre Träume sind, zumindest zu versuchen, sie wahr zu machen. Denn
nichts macht dich glücklicher als das zu tun, was du wirklich gern tust.