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Görlitz 24. Jahrgang
- 2005 |
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Dresdner
SPD-Nachwuchs kürt Karl Nolle zum Ehrenjuso
03.08.2001 Christopher
Ray
Zur Jahreswende tendierte
die Sachsen-SPD noch dazu ihren Lautsprecher Nolle in die Wüste zu
schicken, als er sich unbeeindruckt von der vorherrschenden
Duckmäuserei im Freistaat mit Biedenkopf anlegte.
Die berechtigten Fragen nach der Familientradition Ries/Biedenkopf,
die deutliche Hinterfragung der günstigen Ministerpräsidenten-Miete,
der Freundschaften mit Investoren, nahm die SPD-Führung Nolle übel.
So übel, dass man im Kriechgang bei Biedenkopf Abbitte leistete.
So übel, dass Nolle seine Kandidatur zum Dresdner Stadtoberhaupt
zurückzog.
So übel, meinen Insider, dass man ein Parteiausschlussverfahren in
Betracht gezogen haben soll. ( Hintergrund
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Zwar steht die Landespartei Nolle noch immer
skeptisch gegenüber, weil der aufrechte Gang Rückgrat erfordert, aber der
SPD-Nachwuchs gibt zu besten Hoffnungen Anlass, wie folgende
Pressemitteilung zeigt:
Die Dresdner Jusos (junge Mitglieder bis bis 35 Jahre)
haben am vergangenen Dienstag den sächsischen
Landtagsabgeordneten Karl Nolle zu ihrem Ehrenmitglied
gemacht. Der einstimmige Beschluss wurde zwischen Mitgliederversammlung
und Grillfest gefällt - Laudatio, Beifall und Dankesrede
inklusive.
Der 56-jährige Karl Nolle, seit 1963 SPD-Mitglied, war selbst 17 Jahre
lang aktiver Juso.
"Dass wir Karl nun wieder zurück zu den Jusos holen, liegt daran,
dass er der perfekte Juso ist", so die Vorsitzende Sabine Friedel.
"Er denkt quer, arbeitet konstruktiv, handelt konsequent und ist ein
Mann klarer, ehrlicher Worte."
Noch am gleichen Abend hat Nolle seine erste Amtshandlung als Ehrenjuso
vorgenommen: Zusammen mit den Dresdner Jusos unterzeichnete
er die Geschenkurkunde für Ingolf Rossbergs Amtsantrittsgabe - den
abgebrochenen Rotstift.
Nolle in seiner Entgegnung auf die Laudatio: "Dieser politische
Brückenschlag zwischen den Generationen zeigt das neue
Gesicht der Dresdner SPD. Die Menschen in Sachsen
wollen Klarheit und Wahrheit und kein Reden um den
heißen Brei. Sie wollen wissen, wo wir stehen und wofür wir stehen.
Der riesige Zuspruch aus SPD und PDS, teilweise auch aus der CDU, und die
große Resonanz aus ganz Sachsen zur
Aufklärung der Biedenkopfskandale zeigen das.
Die Leute hier sind es leid, 10 Jahre nach der Wende weiter Versuchskaninchen
für die vordemokratische Feudalmentalität eines kleinkarierten
Regentenehepaares zu sein, dass offensichtlich Spaß daran hat, die
Leidensfähigkeit und Duldsamkeit, der vom Stalinismus so gebeutelten
Sachsen, zu testen."
***
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