Görlitz 24. Jahrgang - 2005

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Ein Date mit Scheibenweltschöpfer Terry Pratchett  
30.07.2001 von Monika Berger-Lenz

„Es ist ungewöhnlich, dass mich gleich drei Journalisten einer Redaktion interviewen wollen", meinte Terry Pratchett ziemlich zu Beginn unseres Gesprächs am 24. Juli im Londoner Pub „The Globe" und schaute uns in einer Mischung aus Neugier, Skepsis und leichtem Tadel an. 
Wir erklärten ihm Nummer drei von drei Gründen. 
Die anderen beiden wollte er glücklicherweise nicht wissen.
Nämlich: 
1. Wir konnten nicht die ganze Redaktion mitschleppen.
(Obwohl selbst Eric deWitt bereit war von Australien einzureisen - auf eigene Kosten!)

2. Da wir alle zwar leidlich englisch sprechen und verstehen, uns jedoch nicht mit dem Englisch des "berühmtesten noch lebenden englischen Autors" (Times) auch nur annähernd messen können, ist es erleichternd, im Notfall auf Kollegen zurückgreifen zu können. 
(Journalisten kennen diese Runden, wo mindestens zwei eher aber mehr Kollegen aller Zeitungen zusammen sitzen um in 15 Minuten so viel wie möglich aus dem derzeitigen Objekt des Interesses herausquetschen zu können. Und sie kennen das Gefühl, wenn man glaubt, die Grammatik völlig durcheinandergewürfelt zu haben, sich vor einem mitleidigen Lächeln des Gegenübers fürchtet und glücklich ist, wenn es einen anderen trifft. Selbstverständlich gibt das keiner gern zu...)

Der dritte Grund stimmte übrigens auch und reichte Terry Pratchett: 
Da wir nun schon mal nach London geflogen waren, wo der Kurs ungünstig für uns 1:3,4 steht, wollten wir auch wenigstens ein bisschen Spaß haben. Allein ist das ziemlich schwer.
 

Tatsächlich hatten wir den Pub einen Tag zuvor inspiziert und für gut befunden. Der Geist namens Williams behelligte uns nicht und immerhin würde Pratchett sich hier in guter Gesellschaft befinden: Vor ihm hatten hier bereits Arthur Conan Doyle und Charles Dickens was auch immer getrunken. 
Zufällig trafen wir auf den erfolgreichsten koreanischen Folksänger,
Jong Tae Chun, (Bild) mit seinem Gefolge.
Dass es etwas streng roch in dem Etablissement, störte kaum jemand: 
Ganz London verbreitet diesen Geruch. 
Wem er auffällt, der outet sich als Fremder.

Jong Tae Chun (links) im Gespräch mit Christopher Ray (c) FAKTuell

Was Terry Pratchett dagegen auffiel, war die eingeschaltete Heizung – an der saß er nämlich, während draußen die Straßen in 30 Grad Hitze flimmerten. „Das ist typisch für England. Pünktlich am ersten Oktober wird sie dann abgestellt", erklärte er und fand sich damit ab.

Für alle, die immer noch nicht wissen um wen es geht: 
Terry Pratchett ist der erfolgreichste Autor, den England derzeit lebend anzubieten hat. Er wurde am 28. April 1948 geboren, trägt Vollbart und auf der Glatze meist einen schwarzen Hut, ist verheiratet mit Lyn und hat mit ihr eine Tochter. Sie leben auf einem Gut in Salisbury, wo er mindestens zwei Bücher im Jahr über die Scheibenwelt schreibt. 
Er ist nicht sehr groß – etwa 1,72 m - obwohl ihn nicht nur seine Fans für einen der Größten halten, er liebt deutsches Bier, fleischfressende Pflanzen, raucht nicht und hält, was seine Bücher versprechen. Sein Humor ist trocken wie London an diesem 24. Juli und ein Interview mit ihm ist vor allem eins: incredible enjoyable.

Wir haben mit Absicht auf viele immer wieder gestellte Fragen verzichtet, auch wenn sich einige nicht vermeiden ließen. Wem die Informationen nicht genügen, der sollte sich hier umsehen. 

Regel Nummer eins: 
Zuvor bitte hier entlang zum Interview, mit 21 Originaltönen des Meisters.

 

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